Thüringen Empörung über "Lehrer-Pranger" der AfD

Helmut Holter - Thüringer Bildungsminister und KMK-Präsident. Foto: dpa
Helmut Holter - Thüringer Bildungsminister und KMK-Präsident. Foto: dpa
Autor: PK | Datum: 11.10.2018

Die AfD sorgt mit Online-Portalen, auf denen Schüler politische Äußerungen von Lehrern melden sollen, für viel Kritik. Wie schon in Hamburg will die Partei auch in anderen Ländern entsprechende Plattformen einrichten, um Daten über Lehrer zu sammeln, die angeblich gegen das Neutralitätsgebot verstoßen. "Organisierte Denunziation ist ein Mittel von Diktaturen", sagt dazu Bundesjustizministerin Katarina Barley.

Auch die Kultusminister werden sich auf ihrer heute beginnenden Konferenz mit dem Thema befassen. Das sagte der aktuell Vorsitzende der Runde, Thüringens Bildungsminister Helmut Holter. Betroffenen Lehrern empfiehlt der Linke-Politiker, sich an ihr Kultusministerium zu wenden, um zu klären, ob Persönlichkeitsrechte verletzt worden seien. "Dann muss man dagegen anwaltlich vorgehen."

Auch der Deutsche Lehrerverband sieht im Vorgehen der AfD einen Aufruf, Lehrkräfte zu denunzieren. "Und dann ist es natürlich auch der Versuch, sich selber in eine Opferrolle zu begeben, zu behaupten, dass Deutschlands Lehrkräfte einseitig informieren, ein Einschüchterungsversuch", sagte der Verbandsvorsitzende Heinz-Peter Meidinger am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Den weisen wir auf das Schärfste zurück."