Bad Salzungen Der Wald stirbt

Pflanzaktionen wie hier am Bad Liebensteiner Aschenberg wird es wohl überall geben müssen. Thüringenforst kann das personell in Zukunft nicht stemmen.Foto: Redaktion
Pflanzaktionen wie hier am Bad Liebensteiner Aschenberg wird es wohl überall geben müssen. Thüringenforst kann das personell in Zukunft nicht stemmen.Foto: Redaktion
Autor: AR | Datum: 11.07.2019

Offenbar müssen wir uns vom Wald verabschieden, so wie wir ihn kennen.

Er stirbt.

In den nächsten Jahren wird es nach Stürmen wohl noch größere Kahlflächen geben, als jetzt schon. Bad Salzungens Forstamtsleiter Jörn Uth: „Die Menschen müssen sich darauf einstellen, dass die Fichte mit den Jahren Schritt für Schritt verschwindet."Im Bad Salzunger Raum liegen die am heftigsten betroffenen Waldgebiete an der B19. Hier gibt es bereits Kahlflächen von 100 Hektar. Ein weiteres gefährdetes Gebiet ist das Werrabergland von Bad Salzungen bis Vacha, meint der Forstamtsleiter. Und da spricht er nur von seinem Revier.

Die Trockenheit im letzten Jahr und der fehlende Niederschlag auch in diesem Jahr lassen die Fichte austrocknen. Sie hat nur eine flache Wurzel und fällt beim nächsten Sturm. Und eine trockene Fichte kann sich nicht mehr gegen den Borkenkäfer wehren. „Wenn der Baum kein Wasser hat, kann er kein Harz produzieren, das den Borkenkäfer verklebt und tötet. Wir stellen massenweise Fichten fest, die unten lauter Einbohrlöcher aufweisen, aus denen aber kein Topfen Harz kommt," ist Uth besorgt. Die Buche trocknet gerade von oben aus. Sie fällt nicht so schnell, aber Äste werden in Massen brechen. Und das schon bei geringer Windstärke.

Das alles später wieder aufzuforsten wird eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die viel Geld kostet.