Thüringen Corona-Inzidenz bei Kindern besonders hoch

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Autor: CL | Datum: 12.10.2021
Die Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist in Thüringen bei Kindern besonders hoch. Das Gesundheitsministerium hatte den 7-Tage-Wert zuletzt mit 290 Fällen je 100.000 Einwohnern angegeben. Damit ist der Wert mehr als dreimal so hoch als die allgemeine Inzidenz in Thüringen. Das bereitet der Landesregierung sorgen. Laut Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die Regierung am Dienstag ein Sondergutachten beim wissenschaftlichen Beirat in Auftrag gegeben. "Wir wollen mit dem Sondergutachten wissen, wie sehr der Anstieg des Infektionsgeschehens nach Altersgruppen gegliedert ist und wie es einhergeht mit symptomatischen Erkrankungen beziehungsweise Hospitalisierungen", sagte Ramelow nach der Kabinettssitzung.

Die CDU-Landtagsfraktion warf dem Bildungsministerium vor, die Kontrolle über das Infektionsgeschehen an den Schulen verloren zu haben. Fraktionschef Mario Voigt kritisierte, dass zwischenzeitlich keine Tests mehr angeboten worden sind. Das Angebot in den Schulen beginnt erst bei Corona-Warnstufe 1 - eine Testpflicht gibt es ab Warnstufe 3.

Die Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der Landesregierung, Petra Dickmann, verteidigte dagegen die Regelungen an den Schulen. Es sei erwartbar gewesen, dass die Inzidenz in jenen Altersgruppen, wo nicht geimpft werden könne, höher ist. Kinder spielten bei schweren Verläufen von Covid-19 allerdings praktisch keine Rolle. Dickmann betonte, dass möglichst viele der Menschen, die geimpft werden können, sich auch impfen lassen sollten. "Und insbesondere, die klinisch Vulnerablen, also die wirklich ein Risiko haben, schwer zu erkranken, müssen besonders geschützt werden. Da gehören Kinder nicht dazu."