Anrode Bürgerbefragung zur Gemeindefusion

Symbolfoto: Pixabay
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Autor: LG | Datum: 22.04.2021
"Eine Gemeindefusion ist immer der letzte Schritt. Das ist nicht schön und das will eigentlich auch keiner aber manchmal geht das einfach nicht anders. Deshalb haben wir uns jetzt zu diesem Schritt entschieden. Der Gemeinderat hat sich mehrere Jahre dagegen gestreubt aber jetzt sind wir soweit." Das sagt Jonas Urbach, der Bürgermeister der Gemeinde Anrode im Unstrut-Hainich-Kreis. 

Die Gemeinde ist seit einigen Jahren ziemlich knapp bei Kasse und deshalb führt an der Fusion für den Gemeinderat kein Weg vorbei. "Seit etwa sieben/acht Jahren haben wir finanzielle Probleme, die auch durch Bedarfszuweisungen nicht gelöst bekommen. Manchmal haben wir das Geld bekommen, manchmal nicht und dann immer mit dem Hinweis, wir mögen doch mal über unsere Größe und eine mögliche Fusion nachdenken.", sagt Urbach. 

Weil so eine Entscheidung natürlich nicht über die Bürger hinweg getroffen werden kann, plant Urbach eine Bürgerbefragung per Brief - Einwohnerversammlungen in Zeiten von Corona sind ja nicht einfach so möglich. Urbach hofft, dass trotzdem so viele Leute wie möglich bei der Befragung mitmachen. "Mitte Mai werden wir, angelehnt an Briefwahlunterlagen, Briefe an die Bürger verschicken." 

Auf den Stimmzetteln steht 'Ich sehe die Zukunft von .... in .... '. Angekreuzt werden kann Mühlhausen, Unstruttal oder Dingelstädt. "Die Stimmzettel werden dann Ende Mai ausgewertet und das Ergebnis an den Gemeinderat weitergegeben. Urbach geht davon aus, dass die einzelnen Ortsteile sich zu unterschiedlichen Fusionspartnern hingezogen fühlen und das bedeutet dann, dass die Gemeinde Anrode langfristig zerschlagen werden könnte. 

Das gabs bisher bei den Gemeindefusionen in Thüringen noch nicht sooft - ist rechtlich aber möglich. Wenn alles klappt, könnte die Fusion von Anrode Anfang 2023 durch sein. 

Über die so genannte Hochzeitsprämie, also die Finanzspritze für die Fusion, spricht aktuell auch der Landtag. Bisher ist es so, dass pro Einwohner 200 Euro gezahlt werden. Sollte das auch künftig so sein, würden auch die Fusionspartner von Anrode davon profitieren.