Vereinsheime Achtung: Legionellen-Gefahr

Wichtiger Hinweis vom Landessportband für Vereine. Foto pixabay
Wichtiger Hinweis vom Landessportband für Vereine. Foto pixabay
Autor: ES | Datum: 19.05.2020
Die meisten Vereinsheime sind noch zu oder nur eingeschränkt nutzbar - trotzdem das Wasser aus den Leitungen soll laufen. Sonst steigt die Chance sich Legionellen einzufangen. Der Thüringer Landessportbund fordert deshalb die Vereine jetzt auf - alle drei Tage mal die Leitungen aufzudrehen.

Hier die Hinweise vom LSB für die Vereine:

Um der Vermehrung von Legionellen vorzubeugen, sollten während der Betriebsunterbrechung folgende Dinge beachtet werden:
• Der bestimmungsgemäße Betrieb der Trinkwasseranlagen ist auch bei Nichtnutzung der Sportstätte zu simulieren
• Mindestens alle 72 Stunden sollte der Wasserhahn solange laufen, bis eine Temperaturkonstanz des Wassers festzustellen ist, um das in den Leitungen befindliche Trinkwasser einmal auszutauschen
• Bei Nichtnutzung von mehr als drei Tagen sind vor Inbetriebnahme die technischen und hygienischen Zustände zu prüfen
• Sollte bereits zu Beginn der Schließung klar sein, dass die Trinkwasseranlage mehr als 72 Stunden nicht genutzt wird ist es ratsam die Absperreinrichtung zu schließen. Soll weiterhin Wasser fließen, kann es helfen, die Warmwasserleitung abzustellen
• Wird die Warmwasserleitung abgestellt, muss diese SOFORT kalt durchgespült werden um zu verhindern, dass eine für die Legionellen „angenehme" Temperatur geschaffen wird. Um einen Wasseraustausch sicher zu stellen ist es ratsam, die Zirkulationspumpe NICHT abzustellen
• Sollte die Trinkwasseranlage mehr als vier Wochen nicht genutzt werden, sollte sie komplett abgesperrt und auch die Zirkulationspumpe abgestellt werden
Wenn der Sportbetrieb wieder regelmäßig aufgenommen wird, sind zuvor folgende Maßnahmen durchzuführen:
• Nach maximal sieben Tagen ohne Nutzung - alle Entnahmestellen sollten einmal ordentlich durchgespült werden, hierzu reicht es die einzelnen Wasserhähne möglichst zeitgleich aufzudrehen und das Wasser für mindestens fünf Minuten laufen zu lassen.
• Nach maximal vier Wochen ohne Nutzung - notwendig einen vollständigen Wasseraustausch in allen Entnahmestellen durchzuführen, dies erfolgt durch Spülung mit Wasser. Alle wichtigen Vorgaben dazu sind im Arbeitsblatt 557 des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches nachzulesen.
• Nach mehr als einem Monat ohne Nutzung - bei Wieder-Inbetriebnahme müssen in Kalt- und Warmwasserleitungen mikrobiologische Untersuchungen auf Legionellen und die allgemeinen Keimzahlen durchgeführt werden. Diese Untersuchungen führen nur zugelassene Institute durch.
• Wird die Sportstätte mehr als ein halbes Jahr nicht genutzt, sollten die Leitungen der Trinkwasseranlage durch das örtliche Wasserversorgungsunternehmen getrennt werden. Bei Wiederinbetriebnahme sollte dann gemäß DIN EN 806-4 vorgegangen werden.

Fazit:
Um mögliche Schäden nicht noch zu verschlimmern und bei der nächsten Routine-Untersuchung plötzlich auch noch mit Positiv-Befunden auf Legionellen ein böses Erwachen zu erleben, sollte man auf einen regelmäßigen Wasseraustausch in den Wasserleitungen achten.