Auto fahren bei Nebel

Licht an - runter mit dem Tempo

 Wir geben die wichtigsten Tipps und wünschen gute und sichere Fahrt. Foto pixabay
Wir geben die wichtigsten Tipps und wünschen gute und sichere Fahrt. Foto pixabay
Autor: AT | Datum: 10.11.2020
Wie war das noch mal? Wissen für Vergessliche und Anfänger. Mit ANTENNE THÜRINGEN sicher durch den Herbst.

Und plötzlich ist der Nebel da... 

Nebelscheinwerfer

Anders als der Name vermuten lässt, dürfen Nebelscheinwerfer nicht nur bei Nebel, sondern generell bei schlechter Sicht eingeschaltet werden. Also auch bei starkem Regen oder Schneefall. Jedoch ist der Einsatz von Nebelscheinwerfern laut Straßenverkehrsordnung (StVO) nur bei erheblicher Sichtbehinderung durch Nebel, Schneefall oder Regen erlaubt. Eine Nutzung der Nebelscheinwerfer als normales Tagfahrlicht ist in Deutschland verboten, da Sie ansonsten entgegenkommende Autofahrer blenden können. Tun Sie's trotzdem, drohen laut Bußgeldkatalog 25 Euro Bußgeld.

Einschalten, wenn

  • die Sicht auf Autobahnen unter 150 Metern liegt,
  • die Sicht auf Landstraßen unter 100 bis 120 Metern liegt,
  • die Sicht auf innerörtlichen Straßen unter 70 Metern liegt 

Nebelschlussleuchte

Mit sehr hellem rotem Licht warnt die Nebelschlussleuchte den nachfolgenden Verkehr. Angeschaltet werden darf sie wegen ihrer Blendwirkung aber erst bei einer Sichtweite von unter 50 Metern. Als Orientierungshilfe dienen die Leitpfosten am Straßenrand – sie liegen 50 Meter auseinander. Nebelschlussleuchten dürfen auch innerorts eingesetzt werden. Denn innerorts kann die Sicht genauso schlecht wie außerorts sein. Eine Verpflichtung, Nebelschlussleuchten einzuschalten, besteht generell nicht. 

Strafe? 

Wer eine Nebelschlussleuchte missbräuchlich verwendet, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro rechnen. Werden dadurch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder kommt es gar zu einem Unfall, liegt das Verwarnungsgeld bei 25 bzw. 35 Euro.
»Mehr im Bußgeldkatalog

Woran erkennt man die eingeschaltete Leuchte?

Im Cockpit befindet sich eine Kontrollleuchte, die aufleuchtet, sobald die Nebelschlussleuchte eingeschaltet wird. Sie zeigt einen nach rechts strahlenden Scheinwerfer in Gelb oder Orange.

Welches Tempo ist bei Nebel erlaubt?

Bei eingeschränkter Sicht gilt generell: Tempo = Sichtweite. Wenn Sie also nur 50 Meter weit sehen können, dann dürfen Sie nicht mehr als 50 km/h fahren. Bei noch dichterem Nebel fahren Sie entsprechend langsamer. Seien Sie außerdem jederzeit bremsbereit und halten Sie reichlich Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.

 

Sichtweite max. Geschwindigkeit
unter 150 Meter 100 km/h
unter 100 Meter 80 km/h
unter 50 Meter 50 km/h

 

Das Tagfahrlicht

Tagfahrlicht bedeutet, dass die Scheinwerfer nicht nur bei Dunkelheit oder schlechter Sicht eingeschaltet werden, sondern auch bei guten Lichtverhältnissen tagsüber. In Deutschland ist nicht Pflicht, das Tagfahrlicht eingeschaltet zu haben.

Standlicht

Das Standlicht beleuchtet das stehende Fahrzeug. Das müssen Sie dann benutzen, wenn Sie Ihr Auto bei Dunkelheit abstellen. Auch beim Warten vor einer geschlossenen Schranke (beispielsweise an einem Bahnübergang) sollte nach Möglichkeit auf Standlicht geschaltet werden.

Abblendlicht

Abblendlicht muss bei Dunkelheit in der Nacht bzw. in der Dämmerung und bei schlechten Sicht- und Lichtbedingungen (bei Regen, Schnee und Nebel oder im Tunnel) am Tage eingeschaltet werden. Wer kein Tagfahrlicht hat, fährt am besten schon tagsüber mit Abblendlicht.
Bußgeld: Schalten Sie innerorts nicht ein - macht das 25 Euro und außerorts 60 Euro.
»Mehr im Bußgeldkatalog

Fernlicht

Das Fernlicht darf nur benutzt werden, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer geblendet werden und die Straße selbst nicht ausreichend ausgeleuchtet ist. Es besteht keine gesetzliche Pflicht, das Fernlicht tatsächlich einzusetzen. PS: Wenn die Fernlicht-Scheinwerfer verdreckt sind, kann das 20 Euro Bußgeld kosten.

Quellen ADAC, bussgeldkatalog.org

Autor Elke Schröder

Das könnte Sie auch interessieren

Fotos