Jens Mays Gartentipp

Küsschen unterm Mistelzweig!

Früher sollten Mistel böse Geister vertreiben. Symbolfoto: Pixabay
Früher sollten Mistel böse Geister vertreiben. Symbolfoto: Pixabay
Autor: JK | Datum: 22.12.2018
Unter Mistelzweigen gibt man sich ein Küsschen! Ein toller Brauch, wenn die Dinger nur nicht so teuer wären! Jens May hat einen super Tipp für Sie.

"Küsschen unterm Mistelzweig! Aber so ein Ding kostet schon mal 15 Euro aufm Markt! Die Frage, die immer wieder in den letzten Tagen aufkam: Kann man sich nicht selbst einen organiseren? Klar kann man!

Was sind Misteln? Schmarotzerpflanzen auf Bäumen, die mit ihren Wurzeln Wasser und Mineralien rausziehen und bei starkem Befall sogar bedrohlich für den Baum werden. Misteln sieht man jetzt im Winter besonders gut! Diese grünlich-gelben Kugeln in den nackten Baumkronen von Pappeln, Linden, Apfelbäumen, Birnen, Weiden, oder Ahorn - teilweise massenhaft!

Früher hingen Mistelzweige zum Schutz vor bösen Geistern an Hauswänden. Die alten Druiden haben Misteln mit einer goldenen Sichel geernet und die durften niemals den Boden berühren! Heute ist die Mistel teurer Weihnachtsschmuck. Die weißen Beeren sind giftig – die Blätter sind schon immer wegen ihrer Heilwirkung bei Altersbeschwerden, Blutdruckproblemen und sogar zu Krebsbehandlung benutzt worden.

Dürfen Sie selbst Misteln abmachen? Antwort: Ja! Sie stehen nicht unter Naturschutz. Aber nur wenn es zum privaten Gebrauch ist und der Baum dabei nicht beschädigt wird. Ist es ein Privatgrundstück, brauchen sie die Erlaubnis vom Eigentümer. Die Herausforderung ist eigentlich immer nur, wie sie an die Mistel in den Baumkronen rankommen. Aber es lohnt sich! Einmal für Sie und den Weihnachtsbrauch mit dem Küsschen. Und dem Baum freut sich, denn in den letzten Jahren wird der Mistelbefall deutschlandweit immer schlimmer!"

Ihr Jens May

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