Osterbaum bis Heiratsmarkt

Thüringer Traditionen

Strohbär-Umzug Foto Orlamünder Carnevals Verein Webseite
Strohbär-Umzug Foto Orlamünder Carnevals Verein Webseite
Wir Thüringer sind stolz auf unsere Traditionen. Jeder noch so kleine Ort hat eigene Rituale, Feste und Bräuche und wir stellen sie euch vor.

Folkmusik, den Kirchplatz fegen oder den schönsten Baum im Dorf mit Eiern schmücken - alles Thüringer Traditionen. Gerade um Ostern herum gibt es eine Menge Traditionen. In diesem Jahr leider wieder anders - oder gar nicht. Aber wir haben festgestellt, es gibt Thüringer Traditionen, die kennt selbst der eingefleischte Thüringer nicht. Und die suchen wir und stellen sie euch vor.

Eure Tradition im Ort?

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Die Rhöner Highland Games

In Birx
Starke Sache. Die Highlandgames. Foto Facebookseite der Highlandgames.

Männer in Röcken, Rüstungen und Fellen. Klingt so ein bisschen nach Schottland, ist aber mitten in Thüringen: die Rhöner Highland Games in Birx im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Eine nicht ganz so alte, aber dafür umso kreativere Tradition. 2017 entstanden die Rhöner Highland Games als eine etwas andere Variante der Kirmes im Ort, so Patrick Engelmann von den Games. Die "Gaudi-Wettkämpfe" sind eine Mischung aus den berühmten schottischen High Land Games und Spielen aus der Rhön. Birx hat gerade einmal um die 160 Einwohner -  2019 kamen zu den Spielen doppelt so viele Besucher. Ob sie allerdings in diesem August stattfinden können, ist noch nicht raus.

Thüringen Reporter Adi Rückewold mit dem Chef der Highlandgames Patrick Engelmann

Der Schachtelbrauch

Heilbad Heiligenstadt
Schachtelmuseum in Heilbad Heiligenstadt

Eine Schachtel zum Verlieben. In Heiligenstadt lebt noch der Brauch der Palmsonntagsschachteln. Das sind liebevoll verzierte Spanschachteln - in allen Formen und Größen. Die werden mit Süßigkeiten gefüllt und von Männern an ihre Liebste verschenkt. Die Schachteln haben sogar ein eigenes Museum. Die Leiterin ist Helga Schotte und sie stellt die Schachteln selbst her. Seit wann es den Schachtel-Brauch genau gibt, kann sie gar nicht sagen, aber eine Schachtel ist aus dem Jahr 1908.

Helga Schotte über den Schachtelbrauch

Der Heiratsmarkt

In Kaltennordheim
Heiratsmarkt in Kaltennordheim. Foto Webseite vom Heiratsmarkt

Parship - nur besser:-) Der Heiratsmarkt ist das größte und bekannteste Volksfest in der Thüringer Rhön. Das gibts immer zu Pfingsten und schon seit 1563. Damals konnte man den Partner noch nicht online anbaggern, das ging nur live und in Farbe. Nach dem Bauernmarkt mit Vieh und Rummel hat MANN sich in der Gaststätte getroffen, um FRAU für sich zu gewinnen, wird erzählt. Daher also der Name. Heiraten ist auch heute noch möglich. Die Festansprache vor Tausenden "Hochzeitsgästen" hält dann der Bürgermeister Erik Thümer höchstpersönlich.

Thüringen Reporter Adi Rückewold und Bürgermeister Erik Thümer über den Heiratsmarkt

Der Ostereierbaum

In Saalfeld
AndrewPoison, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Es fing alles mit einem Apfelbaum und 5 Plastikeiern an. Dann hat die Familie Kraft jedes Jahr seit 1965 aufgestockt. Zuletzt waren es 10.000 handbemalte echte Eier. Der Baum kommt ins Guinnessbuch der Rekorde, erhält eine eigene Wikipedia-Seite und jede Menge internationale Presse. Als den Krafts die Kraft doch langsam ausgeht, übernimmt ein Verein die Tradition. Der Baum wechselt, aber jede Menge bunte Eier gibts weiter. Das "Wahrzeichen" ist jetzt im Schlosspark

Der Kalte Markt

In Römhild
Kalte Markt in Römhild. Foto Webseite vom Kalten Markt.

Der Markt ist nichts für Frostbeulen und Langschläfer. Im kalten Januar - fast noch im Dunkeln - schlängeln sich Tausende Besucher durch die Marktreihen. Der Name ist also Programm. Und genau das macht ihn auch so einmalig. Den Markt gibt es jetzt seit 200 Jahren und er ist damit einer der ältesten und kältesten Traditionen in Thüringen.

Der Strohbär

In Orlamünde
Strohbär-Umzug Foto Orlamünder Carnevals Verein Webseite

Für Außenstehende ist es NUR eine Art Faschingsumzug, ABER da steckt noch viel mehr dahinter! Der Strohbär hat eine 500 Jahre alte Tradition. Und wenn es ihn nicht geben würde, hätten wir vielleicht Dauerwinter:-) Unter dem Stroh steckt immer ein junger Mann. Der wird am Fastnachtsdienstag mit viel Tamtam vom Carnevalsverein durch Orlamünde eskortiert, um den Winter auszutreiben. Zum Schluss wird die "Kultbären"-Hülle verbrannt.

 

Uwe Nitsche, Bürgermeister von Orlamünde bei Jens May und Caro Schmidt über den Strohbären

Der Pferdemarkt

In Buttstädt
Der Pferdemarkt in Buttstädt.

Auf dem Viehhandel mit Rindern im 15. Jahrhundert beruht diese Tradition. Später, im 17. Jahrhundert, verlagerte sich die Nachfrage allerdings hin zu Pferden und weg vom Schlachtvieh. Der erste echte Pferdemarkt in Buttstädt fand 1637 statt. Bisher lag der Besucherrekord bei 37.000 Gästen im Jahr 1988. Dieses Jahr steht der 38. Buttstädter Pferdemarkt am ersten Juliwochenende an. Ob diese und andere Veranstaltungen stattfinden können, steht noch nicht fest.

Die Schlacht

In Jena-Auerstedt
Foto Arbeitsgemeinschaft 1806 e.V.

Am 14. Oktober 1806 kämpfen die französischen Truppen, angeführt von Napoleon gegen die Preußen und Sachsen. Frank Biedenweg und die Arbeitsgemeinschaft 1806 e.V. stellen diesen Tag mit Lärm, Kampfgeschrei und Pulver, aber ohne Kugeln im Lauf alle fünf Jahre an einem Wochenende nach. Selbst Details an den Uniformen werden rekonstruiert. Über 1.000 Darsteller aus bis zu zwölf Ländern treffen sich dafür in Jena.

ANTENNE THÜRINGEN Reporter Andreas Heidenreich

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