Thomas Müller ist Landrat zum Anfassen

Zwei Jahrzehnte Landesvater

Thomas Müller bei der Ehrenamtsgala, Foto: Privat
Thomas Müller bei der Ehrenamtsgala, Foto: Privat
Autor: IH | Datum: 11.12.2017
Für Thomas Müller begann die politische Karriere als Bürgermeister der Gemeinde Schönbrunn, vier Jahre später wird das Ganze dann noch eine Nummer größer. Müller wird Landrat.

Thomas Müller ist inzwischen seit 24 Jahren Landrat des Südthüringer Kreises Hildburghausen, dabei wollte er nie Berufspolitiker werden. Und totzdem hat alles schon recht früh angefangen. Als junger Mann tritt Müller zu tiefsten DDR-Zeiten in die CDU ein. "Um zu zeigen, ich gehöre nicht dazu",erinnert er sich. Aber auch seiner Frau zuliebe. Sie stammt aus dem Erzgebirge, die Menschen dort sind streng gläubig. In Schönbrunn gab es außerdem eine sehr aufgeweckte CDU-Ortsgruppe. "Das war ein richtig reaktioärer Haufen, wir haben uns die Köpfe heiß diskutiert." Nach der Wende hieß es dann auch Verantwortung zu übernehmen.

Studiert hat Müller Maschinenbau in Dresden, dort lernte er auch seine Frau kennen. Die Beiden gingen nach dem Studium zurück nach Schönbrunn und arbeiteten in Themar als Berufsschullehrer. Der Job als Lehrer hat Müller viel Spaß gemacht, die Arbeit mit den Jugendlichen war für ihn etwas ganz Besonderes.
Müller fährt so oft er kann mit dem Rad ins Amt und abends auch wieder zurück. Das sind immerhin - je nach Strecke - mindestens 40 manchmal sogar 50 Kilometer. Bei jedem Wetter. "Als Bürgermeister kannst du vielleicht noch zwei drei Mal in der Woche Sport machen, als Landrat mit ständigen Abendterminen geht das nicht mehr." Deshalb der Kompromiss mit dem Rad. Je nach Laune fährt er Rennrad oder er nimmt das Tourenbike. Manchmal auch das Mountainbike. Falls etwas passiert oder ein Minister anruft, hat Müller ein Handy im Trikot. Aber die Mitarbeiter lassen ihn meist in Ruhe. "In diesen 50 Minuten kann ich mich auspowern und meist kommen mir das die besten Gedanken."

Thomas Müller
Dass die Leute in der Region meist nur "Domas" zu ihm sagen, stört ihn nicht. Er legt keinen Wert auf Etikette. Dafür liebt er den heimischen und unüberhörbar fränkisch angehauchten Dialekt zu sehr. Und Thüringer Klöße, die er zu Haus auch immer selbst zubereitet. Mit dem echten Zwirbel. Selbstgeschnitzt aus dem Weihnachtsbaum. Eine alte Tradition, die Müller zusammen mit anderen Schönbrunnern gerne pflegt. Ein handgemachter Zwirbel (Quirl) ist eine ganz andere Qualität und die Klöße gelingen einfach immer.
Als Landrat allerdings erlebte Müller nicht immer rosige Zeiten. Zum Beispiel wenn unpopuläre Entscheidungen getroffen werden müssen. "Wenn zum Beispiel eine Schule geschlossen wird und du ein ganzes Dorf gegen dich hast, dann war das nicht der Kreistag, nein dann ist allein der Landrat der einzig Schuldige."

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