Das bewegte uns Thüringer

Jahresrückblick: Das war 2019!

Die Rettung des Jahres. Märchenwald in Wünschendorf nach Überschwemmung packt Thüringen es an! Foto BM Wünschendorf über Facebook.,
Die Rettung des Jahres. Märchenwald in Wünschendorf nach Überschwemmung packt Thüringen es an! Foto BM Wünschendorf über Facebook.,
Schwammspinner-Raupen wüten in Gera, Hein Blöd verliert seinen Kopf, ein Waschbär schwankt durch Erfurt oder auch die Landtagswahl - diese Themen bewegten die Thüringer 2019.

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Kloß-Gottesdienst in Mühlhausen (Februar 2019)

Den Thüringer Klößen wurde schon ein Lied gewidmet, außerdem eine "Tatort"-Folge. Ein Kloß-Gottesdienst war da die logische Konsequenz. Auf die Beine gestellt wurde er Anfang des Jahres durch einen Pfarrer aus Nordthüringen.

Mitglieder der Petrigemeinde sitzen nach dem ersten Thüringer Kloßgottesdienst beim Essen im Gemeindesaal. Foto: dpa

Eine Kartoffelreibe auf dem Altar, das Thüringer-Klöße-Lied auf der Orgel und Dauereinsatz für die Kloßpresse: Die evangelische Sankt-Petri-Gemeinde in Mühlhausen stand an einem Sonntag im Februar ganz im Zeichen der Thüringer Leibspeise. Die Idee wurde von Gemeindepfarrer Tobias Krüger umgesetzt, der aus Sachsen-Anhalt stammt. Wenige Monate zuvor war er noch völlig ahnungslos, was Thüringer Klöße betrifft. Ein Besuch im Heichelheimer Kloßmuseum und die alte Kloßpresse im Pfarrhauskeller reichten, um seine Liebe zu Klößen zu wecken. So lag auf dem Altar im Februar neben Bibel und Gesangbuch auch eine Kartoffelreibe. Nach dem Gottesdienst wurde richtig geschlemmt!

Mehr Infos:

Erster Kloß-Gottesdienst mit Kartoffelreibe auf dem Altar (11.02.2019)

 

Unfall auf der Aussichtsplattform Skywalk bei Holungen (März 2019)

Normalerweise ist die Aussichtsplattform Skywalk bei Holungen im Eichsfeld sicher. Doch Anfang März gab es dort einen dramatischen Einsatz von Feuerwehr und Polizei. Eine junge Frau wurde vermisst.

Skywalk im Eichsfeld, Foto: dpa

Über eine App hatten Freunde der 19-Jährigen ihr Telefon geortet. Dabei kam heraus, dass sie an der Aussichtsplattform sein muss. Die Polizei rückte an. Vom Wald unterhalb des Skywalk hörten die Beamten Hilferufe. Eine Rettungsaktion lief an. In 35 Metern Tiefe wurde die Frau schwer verletzt gefunden. Die junge Frau war offenbar betrunken auf die Plattform gelaufen und unbemerkt heruntergestürzt. Dass sie überhaupt überlebte, grenzt an ein Wunder, denn das Gelände unter der Plattform fällt bis in knapp 100 Meter Tiefe ab, zum Glück allerdings schräg. Dies und der weiche Waldboden, auf dem sie landete, haben der 19-Jährigen wohl das Leben gerettet.

Mehr Infos:

Frau stürzt vom Sonnenstein ab (03.03.2019)

Frau nach Sturz außer Lebensgefahr (04.03.2019)

Schwammspinner-Raupen wüten in Gera (Juni 2019)

Im Sommer haben wir mit Gera gelitten, denn Millionen Schwammspinner-Raupen suchten im Juni die Stadt heim.
Kahlgefressene Bäume, dicke haarige Raupen an den Hausfassaden und tote Schwammspinnerraupen auf der Straße: Über mehrere Wochen hinweg haben sich die Bewohner von Gera kaum vor die Tür getraut. Sie waren mit den Nerven am Ende, sagte damals Christian Hollandmoritz, der Ortsteilbürgermeister von Liebschwitz.

Schwammspinner-Raupe, Quelle: Pixabay

Ein halbes Jahr später geht es den Pflanzen wieder besser. Jetzt wird befürchtet, dass die Schwammspinner-Raupen im nächsten Jahr wiederkommen. Das kann noch keiner mit Sicherheit sagen. Die Stadt beobachtet die Gelege des Falters im Frühjahr. Wenn sie wieder Überhand nehmen, sollen die schwammartigen Nester abgesaugt werden, damit gar nicht erst wieder so viele Falter schlüpfen.

Mehr Infos:

Stadt kämpft gegen Raupen-Plage (14.06.2019)

Millionen Raupen: Plage in Gera (YouTube, 18.06.2019)

Invasion der Ekelraupen (18.06.2019)

Es kriecht und krabbelt in allen Ecken (Facebook, 18.06.2019)

Schwammspinner-Raupen nun auch in Trebnitz (21.06.2019)

Raupeninvasion in Thüringen (Fotos, 28.06.2019)

 

Märchenwald in Wünschendorf zerstört (Juni 2019)

Im vergangenen Sommer war es heiß und trocken. Zudem gab es das ein oder andere Unwetter. Eines davon hat den Märchenwald in Wünschendorf getroffen und dabei alles in Schutt und Asche gelegt. So wie der Märchenwald bekannt war, gibt es ihn nicht mehr, sagte damals Bürgermeister Marco Geelhaar.

So schön waren die Märchenfiguren vor dem Unwetter. Foto: Märchenwald Wünschendorf

Seitdem ist viel passiert. Die neuen Figuren sollen so schön werden wie die alten. Damit sie nicht noch einmal weggespült werden, stehen sie in Zukunft auf höheren Sockeln. Auch die Wege zwischen den Märchenfiguren wurden befestigt.

Dem "neuen-alten" Märchenwald alles Gute, damit nicht noch einmal ein Unwetter alles verwüstet!

Mehr Infos:

Märchenwald in Wünschendorf zerstört (Fotos, 13.06.2019)

Gemeinsam für den Märchenwald (27.06.2019)

Benefizkonzert für den zerstörten Märchenwald (Fotos, 28.06.2019)

Märchenwald macht wieder auf (18.12.2019)

Der Bauer und seine Kühe in Streufdorf (Oktober 2019)

Was für ein grenzenloser Kuhmist, über den wir im Oktober mit dem Kopf geschüttelt haben. Bauer Dietmar Koch aus Streufdorf im Kreis Hildburghausen hat die innerdeutsche Grenze wiederaufgebaut. Er musste seine 30 Kühe schützen, denn sie durften nicht nach Franken. Aber sie mussten nach Franken, weil er auf fränkischer Seite Weideland gepachtet hat, etwas für die Umwelt tut und beim Projekt "Landschaftspflege im Grünen Band" mitmacht. Bauer Koch wusste nicht, dass Thüringen und Hessen unterschiedliche Tierseuchenverordnungen haben und er jede Kuh einzeln anmelden muss, wenn sie 10 Meter grasen will. Deshalb ist er mit diesem Schildbürgerstreich an die Öffentlichkeit gegangen.

Kuh, Quelle: Pixabay

Nach Ausstrahlung der Reportage bekam Koch Besuch aus den Thüringer Ministerien: Aus dem Landwirtschaftsministerium, das für seine Kühe verantwortlich ist, aus dem Sozialministerium und aus dem Umweltministerium. Mit dem Ergebnis, dass die Landkreise Hildburghausen und Coburg zu einer Einigung kamen. Die Kühe von Bauer Koch fallen tierseuchentechnisch ins Hoheitsgebiet von Thüringen, auch wenn sie in Franken grasen.

Mehr Infos:

Der Bauer, seine Kühe und der neue Grenzzaun (10.10.2019)

Kühe dürfen wieder rüber (17.10.2019)

 

Bäume werden nicht gesprengt im Landkreis Hildburghausen (September 2019)

Die Trockenheit unserer Wälder war das ganze Jahr über Thema. Aber eine Geschichte ist uns richtig hängen geblieben: Im September sollte die Bundeswehr 25 tote Bäume im Landkreis Hildburghausen sprengen. Diese auf klassischem Weg zu fällen war allerdings zu gefährlich. Eine Sprengung von Bäumen hatte es so auch noch nicht gegeben.

Bäume leiden unter Dürrejahr, Quelle: Pixabay

Es knallte das erste Mal und anschließend ein zweites Mal. Kein Baum fiel um. Sprengmeister Holger Fuchs vom Panzerpionierbataillon Gera gefiel das gar nicht. Die Aktion wurde unterbrochen. Fuchs stellte fest, dass die alten Buchen innen alle hohl waren. Dadurch verpuffte die Sprengwirkung. Es wurde Bauschaum bestellt, dieser reichte jedoch nicht aus. Deshalb wurde Sprengstoff verwendet. Nach 5 Stunden fielen die Bäume langsam um, alle bis auf zwei. Einer der Waldarbeiter griff sich kurzerhand die Motorsäge und schlug die beiden letzten Bäume um. Damit war die Aktion beendet. Zum Sonntag-Tatort waren alle wieder zu Hause.

Mehr Infos:

Bundeswehr soll Bäume sprengen (03.09.2019)

Baumsprengungen bis es dunkel wird (08.09.2019)

Buchen wollen nicht fallen (Facebook, 08.09.2019)

Live-Video der Sprengung (Facebook)

Bäume lassen sich nicht sprengen (09.09.2019)

Hein Blöd verliert seinen Kopf in Erfurt (Juli 2019)

Sie sind eines der beliebtesten Fotomotive in Erfurt: Die Kika-Figuren rund um Bernd das Brot und dem Sandmännchen. Leider werden sie immer wieder Opfer von Vandalen. Im Juli erwischte es den Leichtmatrosen "Hein Blöd".

Keinen schönen Anblick bot die Kika-Figur Hein Blöd auf der Gera. Foto: Stadtverwaltung Erfurt

Über Nacht büßte Hein seinen Kopf ein. Unbekannte hatten ihn abgeschlagen und mitgenommen. Der kopflose Leichtmatrose im Boot von Käpt'n Blaubär auf der Gera sorgte nicht nur in Erfurt für Empörung. Um vor allem den Kindern den Anblick zu ersparen und die Figur reparieren zu können, wurde das komplette Boot abgebaut. Außerdem setzte die Stadt einen Finderlohn aus für denjenigen, der den Kopf zurückbringt. Das half leider nicht, dafür aber Metallgestalter Frank Meyer. Er modellierte in seiner Arnstädter Werkstatt Heins Kopf neu und ließ dabei vor allem dem Hals besondere Aufmerksamkeit angedeihen.

Den typischen Hein-Blöd-Ausdruck hat die Figur bekommen. Käpt'n Blaubär und das Boot wurden ebenfalls wieder auf Vordermann gebracht. Seit Anfang November sind beide zurück auf der Gera und stehen als eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt wieder parat.

Mehr Infos:

Hein Blöd von Vandalen entstellt (26.07.2019)

Erfurt will Heins Kopf zurück (26.07.2019)

 

Der Waschbär auf dem Weihnachtsmarkt in Erfurt (Dezember 2019)

„Glühwein-Leichen" auf dem Weihnachtsmarkt sind nichts Unbekanntes. Ein torkelnder Waschbär sorgt jedoch für Aufregung. So geschehen Anfang Dezember in Erfurt.

Der Waschbär torkelte über den Erfurter Weihnachtsmarkt. Foto: Wichmann TV

Scheinbar betrunken kroch der Waschbär über den Fischmarkt, über die Straßenbahngleise, unter Mülleimern und Wartehäuschen hindurch, bis auf eine Treppe zu einem Hauseingang. Dort legte er sich schlafen, begleitet von Schaulustigen, die Fotos und Videos von ihm machten. Dass sie ihm nicht zu nah kamen, darauf achtete ein Security-Mitarbeiter, bis die Feuerwehr den Waschbären in eine Kiste verfrachtete und direkt zum Jäger brachte. Das allein sorgte für reichlich Aufsehen.

Noch höhere Wellen schlug ein Facebook-Post des Tierheims: Der Waschbär überlebte seinen Weihnachtsmarktbesuch nicht. Ein Jäger erschoss das Tier, weil es eine EU-Verordnung genauso vorsieht. Waschbären gelten als invasive Art. Sie haben keine Feinde und bedrohen unsere heimische Tierwelt. Der Waschbär war vermutlich krank, von einer Vergiftung war die Rede. Der Abschuss sorgte dafür, dass der Jäger und die Stadt Erfurt Morddrohungen erhielten, aber auch die Feuerwehr angegriffen wurde.

Mehr Infos:

Betrunkener Waschbär? (Fotos, 07.12.2019)

Betrunkener Waschbär wurde einem Stadtjäger übergeben (08.12.2019)

Betrunkener Waschbär erschossen (09.12.2019)

Erfurter Glühwein-Waschbär erschossen (09.12.2019)

 

Landtagswahl in Thüringen (Oktober 2019)

Zwei Monate ist es jetzt her, dass Thüringen einen neuen Landtag gewählt hat. Eine neue Regierung gibt es nach wie vor nicht. Es wird wohl noch einmal zwei Monate dauern nach dem Chaosergebnis, das die Thüringer den Parteien beschert haben.

Wahlen, Quelle: Pixabay

Es gab einen mehr als deutlichen Wahlsieger: die Linke. Mit 31 Prozent der Stimmen wurde sie zum ersten Mal überhaupt stärkste Kraft in einem Bundesland.

Dem bisherigen Bündnis von Ministerpräsident Bodo Ramelow fehlen vier Sitze für die Mehrheit im Parlament. Zudem kostete die stark zulegende AfD auf Platz zwei, noch vor der CDU, andere Stimmen. Eine Minderheitsregierung ist das Ziel. Diese braucht jedoch Unterstützung aus der Opposition.

Mehr Infos:

Landtagswahl Thüringen

So wurde in Ihrem Wahlkreis gewählt (28.10.2019)

Charles und das Haus in Treffurt (Mai 2019)

Seit Jahren sollte das historische Gebäude in Treffurt abgerissen werden. Im Mai gab es plötzlich königliche Hilfe für den Hessischen Hof: Der britische Thronfolger Prince Charles will das 500 Jahre alte Gebäude retten!

Ein Rad-Tourist aus England muss sich in Treffurt die Sachen trocknen. Er sieht den Hessischen Hof und verliebt sich in das Gebäude. Anscheinend kennt er den Prinzen und stellte den Kontakt her.

Hessischer Hof in Treffurt, Quelle: AT

Charles hat eine Stiftung, die dabei hilft, denkmalgeschützte Gebäude wiederaufzubauen. Bei einem Empfang in Berlin traf sich Treffurts Bürgermeister Michael Reinz mit dem Royal. Das zeigte Wirkung. Im Sommer gründete sich in Treffurt zur Rettung des Hessischen Hofs extra ein Förderverein. Die Kosten wurden damals auf mindestens zwei Millionen Euro geschätzt, es könnten aber auch sechs Millionen werden. Egal, Prinz Charles will die Sanierung mit seiner Stiftung unterstützen. Das wurde nach einem Symposium ein paar Tage nach dem Treffen mit Treffurts Bürgermeister klar. Reinz wurde für Gespräche bereits nach London zur Tea Time eingeladen und hat sich in Schottland bei ähnlich alten Gebäuden Anregungen für den Umbau geholt.

Mehr Infos:

Prince Charles in Treffurt? (Facebook, 08.05.2019)

 

Menschenhandel in Bad Liebenstein (Dezember 2019)

Im kleinen Kurort Bad Liebenstein fand eine Großrazzia statt. Die Polizei ließ Anfang Dezember einen Schleuserring hochgehen. Das hätte man in Großstädten eher erwartet als in Bad Liebenstein. Es geht um eine chinesische Geschäftsfrau, die Landsmänner nach Deutschland geholt und damit Millionen gemacht haben soll.

Ermittler der Bundespolizei am ehemaligen Kurkrankenhaus in Bad Liebenstein. Bild: Redaktion

Dabei handelte es sich nicht um billige Arbeitskräfte, sondern um gut betuchte Geschäftsmänner. Über Scheinfirmen soll sie ihnen einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland ermöglicht haben. Dafür kassierte sie mit 20.000 Euro bis 200.000 Euro pro Person ordentlich ab. Sie wollte wohl insgesamt 25 Landsleute einschleusen. Die ganze Geschichte fing anscheinend schon vor vier Jahren an, als die Frau nach Bad Liebenstein kam. Sie kaufte das alte Kurkrankenhaus und wollte dort unter anderem eine Sprachschule einrichten. Passiert ist seitdem fast nichts, was vermutlich an ihren dubiosen Geschäften liegt. Ob diese wirklich so illegal waren, wird noch geprüft. Ebenso, ob auch der Bürgermeister, Michael Brodführer, involviert ist. Es wurden Räume der Verwaltung durchsucht und Akten beschlagnahmt. Gegenüber ANTENNE THÜRINGEN schloss er damals ein bewusstes Fehlverhalten aus. Ihm sei aufgefallen, dass sich im Krankenhaus chinesische Firmen angesiedelt haben, die aber nie aktiv wurden. Er habe nachgefragt. Mehr könne er als Verwaltung nicht tun, sagte er. In dem Fall wird weiter ermittelt.

Mehr Infos:

Razzia gegen mutmaßlichen Schleuserring (05.12.2019)

Nach Razzia: Ermittlungen gegen Bürgermeister (06.12.2019)

Wüsten-Sommer

Kein Wasser mehr in der Aumatalsperre

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