Karnevalistischer Brauchtumsausschuss im Thüringen Talk

Fasching heißt "Ausschank vor dem Fasten"

Rainer Voigt, Sabrina Lang, Theo Heinemann, Foto: Redaktion
Rainer Voigt, Sabrina Lang, Theo Heinemann, Foto: Redaktion
Autor: SL | Datum: 07.02.2018
Wittern – Helau! Königsee – Allez! Ob Karneval, Fasching oder Fastnacht, ganz egal, alle drei Begriffe beschreiben die närrische Zeit vor der Fastenzeit.

Eine Woche vor Rosenmontag sind die Gäste im Thüringen Talk Theo Heinemann, der nicht nur Ehrenpräsident im Witterdaer Carneval Club ist, und im Präsidium vom Landesverband Thüringer Karnevalvereine, sondern auch Vorsitzender im Brauchtumsausschuss, zusammen mit seinem Vize Rainer Voigt, der sich auch noch Vizepräsident vom Unweisen Rat Königsee nennen darf. Zwei Herren, die den Karneval lieben und leben und deswegen die Traditionen aufrechterhalten, pflegen und weitergeben wollen. Vom Ursprung des Karnevals über die Begrifflichkeiten bis hin zu Regeln und Weisheiten scheinen die Beiden alles zu wissen und jede Frage beantworten zu können. Zum Beispiel bestätigen sie uns, dass der Karneval im Grunde genommen von Anfang bis Ende von der katholischen Kirche geprägt wurde. Auch wenn das im ersten Moment für den Laien nicht zusammen passt – die strenge Kirche und die ausgelassene Feierstimmung – kann es Theo Heinemann direkt belegen:

Selbst Papst Martin der Neunte empfahl seinen Christen im Jahre 1284: die Gläubigen sollen etliche Tage vor der Fastenzeit noch richtig Fastnacht halten und fröhlich sein!

Fastnacht, wie wir erfahren, bezieht sich dabei nicht nur auf einen Tag oder eine Nacht, sondern man kann man auch die ganze Faschingszeit als solche bezeichnen. In der närrischen Zeit spielen übrigens die Damen erst seit 1824 eine tragende Rolle mit ihrer Weiberfastnacht, da vorher der Karneval eine reine Männerdomäne gewesen ist. Aus diesem Grund gibt es auch heute noch ganz traditionell Vereine, die sich nur von einem Prinzen mit Gefolge repräsentieren lassen und nicht von einem Prinzenpaar. Theo Heinemann und Rainer Voigt sind allerdings froh über die Prinzessinnen in ihren Vereinen. Auch wenn der genaue Kostenaufwand für ein Jahr als Prinzenpaar ein Geheimnis bleibt, plaudern die Herren fröhlich über das teure Ornat, Kronen mit echten Diamanten, die tausende von Euro wert sind, und natürlich über das Brauchtum, zu dem in Königsee beispielsweise das Entführen der Prinzessin und das zu Grabe Tragen des Prinzens gehören.

Und auch wenn es mal nicht um das karnevalistische Brauchtum geht, wie beim Thema Kussfreiheit, das eine Erscheinung der Neuzeit ist und einfach aus Übermut und Glückseligkeit entstand, sieht man Theo Heinemann und Rainer Voigt die Leidenschaft für Karneval und Co. förmlich an. Vielleicht bringen sie sogar den ein oder anderen Faschingsmuffel noch dazu ein bisschen Begeisterung für das Thema zu entwickeln.

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