Gesundheitsamt sucht nach Ursachen

Erneut Jugendliche in Rauenstein erkrankt

Die Zahl der Erkrankten steigt an: Inzwischen klagen 40 Jugendliche über Brechdurchfall. Foto: Redaktion
Die Zahl der Erkrankten steigt an: Inzwischen klagen 40 Jugendliche über Brechdurchfall. Foto: Redaktion
Autor: JM | Datum: 16.07.2018
Trotz gründlicher Desinfizierung des gesamten Feriencamps haben sich erneut mehr als 50 Ferienkinder und Betreuer mit Brechdurchfall angesteckt. Inzwischen sind alle Gäste abgereist. Das Gesundheitsamt sucht nun nach den Ursachen der erneuten Keim-Verbreitung.

Gesundheitsamt will größeren Personenkreis untersuchen (Update 16.7. 15 Uhr)

Auf der Suche nach dem Grund für den erneuten Ausbruch des Noro-Virus im Ferienlager Rauenstein denkt das Gesundheitsamt darüber nach, einen größeren Personenkreis untersuchen zu lassen. Es geht um die Menschen, die Kontakt zu den ersten Erkrankten vor drei Wochen hatten, sagte ein Sprecher des Sonneberger Landratsamtes Antenne Thüringen.
Auch ohne Symptome kann ein Mensch das Noro-Virus noch drei bis vier Wochen nach der Ansteckung in sich tragen und es durch fehlende Hygiene weiter verbreiten. Damit müssten alle untersucht werden, die mit den Erkrankten zu tun hatten. Ob das jetzt eine Bitte oder eine Aufforderung aus dem Sonneberger Landratsamt wird, ist noch nicht entschieden. Das Ferienlager wird Mitte der Woche erneut gereinigt und desinfiziert.

Jetzt doch Norovirus in Rauenstein nachgewiesen (Update 13. 7. 14.30 Uhr) 

Die Massenerkrankung im Ferienlager Rauenstein im Kreis Sonneberg ist doch vom Norovirus verursacht worden. Das haben neue Laboruntersuchungen ergeben. Während gestern Stuhlproben keinen Befund erbracht hatten, wurden die Erreger heute in Proben von Erbrochenem nachgewiesen, sagte ein Sprecher vom Landratsamt. Ob die Reisegruppe aus Brandenburg das Norovirus selbst mitgebracht hat oder die Ursache im Camp liegt, muss noch geklärt werden. Inzwischen ist die Zahl der Erkrankten auf 50 gestiegen - die meisten befinden sich aber auf dem Weg der Besserung. Ein Teil der gut 230 Gäste ist bereits abgereist, die anderen werden morgen die Heimreise antreten.
Die Quarantäne bleibt weiterhin bestehen. Wie es im Camp weitergeht, ist noch offen, so der Sprecher weiter. Das Lager hatte erst am Montag wieder geöffnet, nachdem es nach einem Ausbruch des Noro-Virus knapp zwei Wochen geschlossen war. Davor war das Camp nicht nur umfassend gereinigt und von einer Spezialfirma desinfiziert, sondern vom Betreiber auch Bettwäsche, Decken und Kissen neu angeschafft worden.

 

Rückreise verbliebener Gäste am Sonnabend (Update 13.7. 2018; 8.30 Uhr)

Die erkrankten und gesunden Gäste des Ferienzentrums Rauenstein haben die Nacht den Umständen entsprechend gut überstanden. Die Zahl der erkrankten Personen hat sich leicht von 46 auf 49 erhöht. Der Zustand der Erkrankten ist stabil. Sie werden weiterhin vor Ort medizinisch betreut. Zwölf Jugendliche wurden bereits von ihren Angehörigen eigenständig abgeholt. Am Samstagmorgen werden die verbliebenen rund 200 Gäste des Ferienlagers mit Reisebussen zurück in die Brandenburger Heimat gebracht.

Bis zur organisierten Abreise werden alle Gäste weiter durch örtliche Einsatzkräfte und externe Caterer versorgt. Erkrankte und gesunde Personen wurden räumlich getrennt, insbesondere bezüglich Aufenthaltsräume und Toiletten.

Infektion mit Noro- oder Rotaviren als Ursache ausgeschlossen (Update 12.7. 2018; 17.30 Uhr)

Es gibt derzeit noch keine Nachweise innerhalb den verschiedenen Beprobungen. Demnach sind noch keine Rückschlüsse auf die Ursache der Erkrankungen möglich. In einem Ferienlager im thüringischen Rauenstein sind erneut Gäste erkrankt. Wie ein Sprecher des Landratsamts Sonneberg mitteilte, klagen inzwischen 44 Jugendliche und zwei Betreuer (Stand: 15 Uhr) aus Brandenburg über Brechdurchfall und Übelkeit. Sie werden vor Ort von Ärzten und Sanitätern behandelt. Zwei Jugendliche werden aufgrund von Vorerkrankungen im Krankenhaus behandelt. Die anderen werden vor Ort von Ärzten und Sanitätern behandelt.

Die Ursache steht nach wie vor nicht fest - ausgeschlossen werden konnte inzwischen aber eine Infektion mit Noro- oder Rotaviren. Das haben erste Untersuchungen im Labor ergeben. Weitere Tests laufen. Mit deren Ergebnis wird frühestens morgen gerechnet. Die Polizei hat das Camp weitläufig abgesperrt, die Quarantäne bleibt weiter bestehen. 

Im aus mehreren Wohn- und Versorgungseinheiten bestehenden Ferienzentrum sind seit Wochenbeginn 214 Gäste untergebracht. Die Jugendlichen und ihre Betreuer kommen aus Frankfurt/Oder sowie aus den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland. Die Jugendlichen sind zwischen 13 und 16 Jahre alt.

Zahlreiche Rettungskräfte sind vor Ort, um den Betroffenen zu helfen; darunter Kräfte der Rettungsdienste, des Deutschen Roten Kreuzes, des Sanitäts- und Betreuungszuges des Landkreises Sonneberg, der Feuerwehren der Region und der Polizei. Notärzte sowie der Amtsarzt des Landkreises Sonneberg leiten die medizinische Versorgung und Begutachtung der Erkrankten. Landrat Hans-Peter Schmitz und Bürgermeister Jürgen Köpper unterstützen die Einsatzkräfte vor Ort.

Die Ursache der Erkrankung ist noch unklar. Das Gesundheitsamt sowie das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Sonneberg sind im Ferienlager im Einsatz und haben Untersuchungen eingeleitet. Hierzu wurden unter anderem Stuhlproben entnommen. Die Proben werden in ein Speziallabor nach Suhl gebracht und dort untersucht. Nach Vorlage der Untersuchungsergebnisse wird von den Einsatzkräften über das weitere Vorgehen entschieden. 

 

Ende Juni waren bereits 45 Jugendliche erkrankt

Bereits am 28. Juni 2018 kam es im Ferienzentrum Rauenstein zu einem ähnlichen Fall. Hierbei waren 45 Gäste aus Berlin und Frankfurt am Main vom Brechdurchfall betroffen. Sie wurden in einem Großeinsatz der Rettungskräfte versorgt. 22 Erkrankte wurden in Kliniken der Region Südthüringen und Oberfranken weiterbehandelt. Grund für den Ausbruch war der Norovirus, der im Nachgang nachgewiesen werden konnte. Das Ferienlager wurde vom Gesundheitsamt daraufhin geschlossen. Der Betreiber erhielt einen Auflagenbescheid, der insbesondere eine umfassende und fachgerechte Desinfektion der Anlage durch eine Spezialfirma beinhaltete. Nach Erfüllung der Auflagen konnte die Anlage am vergangenen Wochenende wieder für den Betrieb freigegeben werden. Daraufhin reisten am 9. Juli die gegenwärtigen Gäste aus Brandenburg an.

Was bisher im Ferienlager Rauenstein geschah:

40 Kinder wegen Brechdurchfalls im Krankenhaus

Nach Norovirus-Vorfall wieder Gäste in Rauenstein

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