Höhere Löhne, Überweisungen, Steuer-Änderungen

Das ändert sich 2019

In 2019 ändert sich einiges in Deutschland. Symbolbild: Unsplash
In 2019 ändert sich einiges in Deutschland. Symbolbild: Unsplash
Autor: JK | Datum: 27.12.2018
Zahlreiche Änderungen in Deutschland kommen auf Sie 2019 zu. ANTENNE THÜRINGEN zeigt, worauf Sie sich in diesem Jahr einstellen müssen.

Beim Online-Banking: Keine I-Tan-Listen mehr

Die I-Tan-Listen dürfen ab dem 14. September 2019 nicht mehr für das Online-Banking verwendet werden. Die Papierlisten mit durchnummerierten TANs erfüllen die Sicherheitsanforderungen der Zweiten Europäischen Zahlungsdienste-Richtlinie nicht.  Für Online-Überweisungen können Sie dann zwischen verschiedenen Verfahren wählen: mobile TAN per SMS, Photo TAN über das Smartphone, Fingerabdruck, Spracherkennung oder TAN-Generator. Für Beträge unter 30 Euro ist kein TAN-Vefahren mehr nötig.

Entlastung für Steuerzahler

Vor allem Familien sollen steuerlich stärker entlastet werden.  Der steuerliche Kinderfreibetrag soll von 7428 auf 7620 Euro erhöht werden. Mit der Erhöhung der Einkommensgrenzen um 1,84 Prozent soll die Inflationsrate 2018 berücksichtigt werden. Der Grundfreibetrag soll von 9.000 auf 9.168 Euro steigen. Auch der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen soll leicht steigen. Technische Geräte, die 2018 für die Arbeit gekauft wurden, können leichter von der Steuer abgesetzt werden. Die Nettogrenze wird von 410 auf 800 Euro angehoben.

Mehr Zeit für die Steuererklärung

Bisher war die Frist für die Steuerklärung Ende Mai. Nun wird der zeitliche Rahmen um zwei Monate verlängert. Bis zum 31. Juli können Sie sich ab 2019 für Ihre Steuererklärung Zeit lassen - wenn Sie sie selbst machen. Macht sie ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein für Sie, müssen die Unterlagen sogar erst bis zum 29. Februar 2020 eingereicht werden.

Kindergeld wird erhöht

Um zehn Euro wird das Kindergeld ab Juli erhöht. Das sind für eine Familie mit einem Bruttojahresgehalt von 60.000 Euro 251 Euro mehr im Jahr. Das macht eine Entlastung von 9,36 Prozent.

Telefonate innerhalb der EU werden günstiger. Symbolbild: PixabayEU-Telefonate werden günstiger

Wer gerne ins EU-Ausland telefoniert, wird sich freuen: Das wird günstiger werden. Bereits im November hat das EU-Parlament etnschieden, dass Gespräche aus dem eigenen Land in einen anderen EU-Staat nur noch maximal 19 Cent pro Minute kosten dürfen. Auch vom Handy aus! Auch SMS dürfen höchstens 6 Cent kosten. Noch ist die neue Regelung formal noch nicht abgeschlossen, aber sie könnte ab Mai 2019 gelten.

Hartz IV wird erhöht

Alleinstehende Hartz IV-Empfänger bekommen 2019 monatlich 8 Euro mehr, der Regelsatz steigt auf 424 Euro. Wer mit einem anderen bedürftigen Erwachsenen zusammenlebt, bekommt nun 382 Euro. Für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren wird um 6 Euro erhöht, also auf 322 Euro. Für Kinder bis 6 Jahren gibt es 5 Euro mehr als bisher, also 245 Euro. Für Kinder von 6 bis 13 Jahren steigt die Leistung um 6 auf 302 Euro.

Der Mindestlohn steigt

Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab Jahreswechsel von 8,84 auf 9,19 Euro brutto je tatsächlich geleisteter Arbeitsstunde. Ab dem 1. Januar 2020 sogar auf 9,35 Euro!

Mehr Getränkeflaschen mit Pfand

Frucht- und Gemüse-Nektare mit Kohlensäure waren bisher nicht zwingend Pfand. Ab 2019 gibt es auch auf diese Flaschen eine Pfandpflicht von 25 Cent. Etwa die Hälfte von Mischgetränke mit Molkeanteil werden ebenso Pfandflaschen werden. Das Gleiche gilt für Vanillemilch und einige Energydrinks. Nur Wein und Säfte sind weiterhin ausgeschlossen. Außerdem sind Supermärkte dazu verpflichtet, die Regale zu kennzeichnen, wo Einweg- und wo Mehrwegflaschen zu finden sind.

Neue 100- und 200-Euro-Scheine

Ab dem 28. Mai 2019 gibt die Europäische Zentralbank (EZB) neue 100- und 200-Euro-Scheine heraus. Die alten Scheine bleiben aber gültig. Die neuen haben neue Sicherheitsmerkmale, die vorm Fälschen schützen sollen. Außerdem haben die neuen Scheine einen Vorteil, so die NRW-Verbraucherschützer: „Sie sind kleiner als ihre Vorgänger – und passen somit wieder besser ins Portemonnaie."

Mehr Schutz vor zu hohen Mieten

Ab Januar sollen Mieter besser vor Kostenansprüngen geschützt werden. Die Miete darf nach Modernisierungen nun innerhalb sechs Jahre nur noch um höchstens drei Euro pro Quadratmeter erhöht werden. In bestimmten Fällen sogar nur um zwei Euro! Von den Kosten der Modernisierungen können nicht mehr 11 Prozent, sondern nur noch 8 Prozent auf die Mieter umgelegt werden. Vermieter müssen außerdem ab 2019 neuen Mietern offenlegen, was der vorherige Mieter gezahlt hat.

Positive Änderungen für die Renten. Symbolbild: PixabayPositive Änderungen für die Renten

Die Mütterrente wird stark ausgeweitet. Erziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder werden mehr angerechnet. Diese Renten werden pro Kind um 16,02 Euro brutto im Westen und um 15,35 Euro im Osten erhöht. Schon neue Renter ab Januar 2019 dürfte diese neue Regelung betreffen.

Die Bestandsrenten werden ab März erhöht. Der Zuschlag soll dann allerdings nachgezahlt werden! Das Absicherungsniveau der gesetzlichen Rente wird bis 2025 konstant gehalten. Bei mindestens 48 Prozent des Lohns wird der Rentenanteil festgeschrieben. Der Rentenbeitragssatz soll bis dann die 20-Prozent-Marke nicht überschreiten. Das sind 1,4 Prozent mehr als heute. Mehr Geld bekommen Erwerbsminderungsrentner. Die Rentenversicherung erwartet mehr Rentner mit Grundsicherung.

Mehr Stellen in der Pflege

13.000 zusätzliche Stellen wird es in der Altenpflege geben. Die Krankenkassen sollen in Kliniken jede neue Stelle komplett bezahlen. Taxifahrten zum Arzt sollen für Pflegebedürftige ab Pflegegrad 3 und Menschen mit Behinderungen nun einfacher werden. Wer zur Kur geht, soll ein pflegebedürftiges Familienmitglied gleichzeitig in derselben Reha-Einrichtung betreuen lassen können.

Neue Beiträge für Arbeitslosen- und Pflegeversicherung

Ab dem 1. Januar werden der Pflegebeitrag um 0,5 Punkte erhöht und der Arbeitslosenbeitrag um 0,5 Punkte gesenkt. Der Arbeitslosenbeitrag sinkt von 3 auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens. Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens. Kinderlose müssen nun 3,3 Prozent zahlen. Gutverdienender müssen höhere Sozialabgaben zahlen. Die Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der Beiträge fällig sind, in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt auf 4.537,50 Euro im Monat.

Entlastung für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen

Die Arbeitgeber müssen wieder die Hälfte des gesamten Beitrags zahlen! Ab dem neuen Jahr finanzieren sie auch die Zusatzbeiträge zu gleichen Teilen mit. Arbeitnehmer und Rentner sparen so jährlich 6,9 Milliarden Euro.

Noch mehr Städte wollen Diesel-Fahrverbote einführen. Symbolbild: PixabayDiesel-Fahrverbote in mehreren Städten

Bislang gibt es Fahrverbote für Dieselautos nur auf zwei Straßenabschnitten in Hamburg, doch 2019 drohen in zahlreichen weiteren Städten Fahrverbote für diese Fahrer. Laut dem ADAC handelt es sich unter anderem um Berlin, Bonn, Essen, Köln und Stuttgart.

Kostenlose Kitas für Geringverdiener

Die Kitas sollen für Geringverdiener kostenlos werden! Das „Gute-Kita-Gesetz" soll nun Mittel an die Länder vergeben können. Bis 2022 sollen dafür 5,5 Milliarden Euro vom Bund fließen. In 2019 sollen es zunächst 500 Millionen Euro sein. Damit können etwa längere Öffnungszeiten oder zusätzliche Erzieher finanziert werden. Der Beruf des Erziehers beziehungsweise der Erzieherin soll außerdem aufgewertet werden: Kita-Fachkräfte bekommen von Giffey 300 Millionen Euro.

Anspruch auf zeitlich befristete Teilzeit

Im Januar wird zeitlich befristete Teilzeit eingeführt. Die vereinbarte Arbeitszeit von zeitlich befristeter Teilzeit kann ab dem neuen Jahr für ein bis fünf Jahre verringert werden. Dann müssen die Arbeitgeber es ermöglichen, in die Vollzeit zurückzukehren. Die neue Regelung gilt für Unternehmen mit mindestens 45 Beschäftigten. Und der Mitarbeiter muss mindestens schon ein halbes Jahr in dem Betrieb sein. Unternehmen mit 46 bis 200 Beschäftigten müssen nur einem von 15 Arbeitnehmern Brückenteilzeit erlauben.

Entschädigung bei Verspätungen der DB-Züge

Reisende mit der Deutschen Bahn sollen in Zukunft bei Verspätungen der Züge entschädigt werden. Laut der Pläne der Bundesländer soll das automatisch geschehen.

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