Melanie brütet Supermarkteier aus

Mein Frühstücksei piept!

So sieht es aus, wenn ein Frühstücksei nicht gekocht und gegessen wird. Foto Adi Rückewold
So sieht es aus, wenn ein Frühstücksei nicht gekocht und gegessen wird. Foto Adi Rückewold
Autor: ES | Datum: 01.04.2021
Die Kükenfrau aus der Nähe von Kölleda holt sich flauschigen Nachwuchs aus dem Eier-Regal. #eier #küken #brüten #supermarkt

Können aus Supermarkt-Eiern Küken schlüpfen? Kurze Antwort: Ja! Klingt für Sie erst mal absurd und ekelig? Wir klären auf! Unser Thüringen Reporter Adi Rückewold hat Melanie besucht. Wichtig: Es geht nicht mit jedem Ei - und man muss genau wissen, was man tut. So eine Brüterei ist nämlich ganz schön kompliziert und die Tiere sollen ja nicht leiden. Also bitte nicht einfach rumprobieren.

Wenn ihr Eier aufschlagt und da ist ein roter Punkt drin, dann ist das der Hahnentritt*.

Unsere Thüringer "Kükenfrau" kennt sich bestens aus. Die Eier sollten Bio-Eier sein. Warum? Weil auf Biohöfen tatsächlich noch ein Hahn mit von der Partie ist. Nicht nur zur Bespaßung der Hühner, er soll hauptsächlich die Freiland-Hühner vor Habicht & Co schützen. An sich sollen keine befruchteten Eier in den Handel kommen, aber es passiert eben. Übrigens: Auch die können bedenkenlos gegessen werden.

Die kleinen Racker halten Melanie ganz schön auf Trapp. Foto Adi Rückewold

Was Melanie hat:

  • Brutschrank aus DDR-Zeiten
  • Schierlampe
  • Hygrometer
  • Kükenheim
  • Wärmeplatte
  • Viel Zeit, Ausdauer und eine ruhige Hand
  • Liebe
  • Know-how
  • Hühnerstall mit großem Auslauf
  • Vogelvoliere mit festem Dach

5 Mal am Tag drehe ich die Eier, damit die Embryos nicht festkleben.

Bereits nach fünf Tagen im Brutkasten erkennt man an den Äderchen, dass das Ei befruchtet ist. Ein paar Tage später sieht das Ei beim Schieren (Durchleuchten) so aus, als wäre es voll. Nach 18 Tagen beginnt das Schlüpfen. Der Schlupf kann 24 Stunden dauern.

Man hört die Küken schon aus den Eierschalen piepen.

Melanies Supermarkt-Küken werden nach 8 Wochen in den Hühnerstall mit großer Freifläche gesetzt.

Ein Hahn auf 25 Hennen ist perfekt

Natürlich gibt es auch Kritiker, die gibt es immer. Doch Melanie liebt ihre Küken, die Hühner und ist auch neuerdings im regionalen Hühnerverein.

Diese Käfighaltung ist bald vorbei  - dann geht es auf die Freifläche. Foto Adi Rückewold

* Hahnentritt - damit ist in der Regel der kleine rote Punkt auf dem Eidotter gemeint. Das steckt dahinter: Bei der Bildung des Eis können manchmal Blut und Gewebeteile aus dem Eileiter der Henne in das Ei gelangen. Je älter das Huhn, desto wahrscheinlicher ist so ein Blutfleck. Hahnentritt ist ursprünglich eine Bezeichnung für die Keimscheibe bzw. den Keimfleck im Ei. Umgangssprachlich bezeichnet man aber eben den Blutfleck meist als Hahnentritt. Der Fleck kommt bei weißen Eiern übrigens seltener vor, einfach, weil weiße besser als braune Hühnereier durchleuchtet und daraufhin aussortiert werden können.

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