Wenn die Tage kürzer werden

Wildunfälle: So verhalten Sie sich richtig

Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes (DJV) kommt jedes Jahr mehr als eine Million Wildtiere bei Unfällen ums Leben. Die meisten Kollisionen gibt es mit Rehen. Foto: Pixabay
Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes (DJV) kommt jedes Jahr mehr als eine Million Wildtiere bei Unfällen ums Leben. Die meisten Kollisionen gibt es mit Rehen. Foto: Pixabay
Autor: JM | Datum: 11.09.2018
Gerade jetzt, wenn die Im Herbst die Tage wieder kürzer werden, häufen sich Wildunfälle. Denn Rehe, Hirsche, Wildschweine werden in der Dämmerung aktiv. Doch wie verhält man sich richtig, wenn man Tieren nicht mehr ausweichen kann?

Jedes Jahr meldet das Statistische Bundesamt mehr als 200.000 Wildunfälle, bei denen rund 2500 Menschen zu Schaden kommen. 10 bis 20 verunglücken dabei tödlich. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes (DJV) kommen jedes Jahr mehr als eine Million Wildtiere bei Unfällen ums Leben, vor allem Rehe. Wir wir Wildunfälle vermeiden und im Notfall richtig handeln – hier ein Überblick: 

So vermeiden wir Wildunfälle: 

Vorsichtiges, vorausschauendes Fahren und sich der Gefahr bewusst sein, hilft, Wildunfälle zu vermeiden. Rechnen Sie mit Tieren in Waldabschnitten und an Feldrändern. Dort überqueren sie besonders häufig die Straße, besonders morgens und abends während der Dämmerung. Wer damit rechnet, jederzeit bremsen zu müssen, reagiert im Notfall schneller. Dazu sollte man in diesen Streckenabschnitten runter vom Gas – vor allem wenn Sie schon Wild am Rand sehen. Die Tiere können die Geschwindigkeit nicht abschätzen und warten auch nicht, bis sie vorbeigefahren sind. Jederzeit können sie vor das Auto springen!

Sollte das passieren, schalten Sie das Fernlicht aus. Denn das blendet das Wild und es bleibt stehen. Hupen hilft zusätzlich, um es zu verscheuchen. Man sollte immer damit rechnen, dass weitere Tiere folgen, da keines oft alleine unterwegs ist. Wichtig: Man muss trotzdem auf seiner Spur bleiben und darf nicht ausweichen. Sonst kann man entgegenkommende Autos gefährden oder selbst im Graben landen. Das endet meist schlimmer als ein Wildunfall. Statt auszuweichen, sollte man stark bremsen. Halten Sie das Lenkrad gut fest!

So verhält man sich richtig am Unfallort:

Ist es zu einem Zusammenstoß gekommen, schalten Sie den Warnblinker an und sichern Sie die Unfallstelle. Rufen Sie die Polizei. Falls Sie oder eine andere Person verletzt ist, auch die 112. Falls das Tier tot auf der Straße liegt, ziehen Sie es an den Rand. So vermeiden Sie weitere Unfälle. Dabei sollten Sie wegen Tollwut Handschuhe tragen, die im Verbandkasten zu finden sind. Sollte das Tier nur verletzt sein, fassen Sie es nicht an, da es sich wehren könnte. Das Tier darf nicht von der Unfallstelle entfernt werden, sonst droht eine Anzeige wegen Wilderei.

Warten Sie, bis die Polizei oder der Jäger, der von dieser in vielen Regionen informiert wird, eintrifft. Die Polizei protokolliert den Schaden und sucht die Stelle und die Umgebung nach Spuren ab. Das ist besonders wichtig, falls das Tier geflüchtet ist. So kann der Wildunfall nachgewiesen werden. Diese Spuren werden fotografiert und aktenkundig gemacht.

Wer zahlt was?

Sie bekommen eine Wildschadenbescheinigung ausgestellt. Diese ist für die Kasko-Versicherung wichtig. Sie reguliert den Schaden am Auto. Sie greift allerdings nur, wenn es sich um einen Unfall mit einem sogenannten Haarwildtier handelt. Also Wildschweine, Rehe, Hirsche, Füchse oder Hasen. Unfälle mit Vögeln sind nicht gedeckt. Ist nachzuweisen, dass es sich um einen Wildunfall handelt, übernimmt eine Vollkaskoversicherung den Schaden. Dabei werden Sie allerdings in eine ungünstigere Schadenfreiheitsklasse heruntergestuft.

Falls der Autoschaden enstand, weil man ausgewichen ist, kann man einen Aufwendungsersatz von der Teilkaskoversicherung einfordern. Allerdings ist es schwierig, einen solchen Unfall ohne Augenzeugen nachzuweisen. Achtung: Bremsen Sie wegen Kleintieren und es kommt zu einem Auffahrunfall, haften Sie für Ihren Hintermann zu 25 Prozent mit.

Der Jagdpächter oder Waldbesitzer kann nicht belangt werde, da der Wald juristisch als herrenlos angesehen wird. Vor besonderen Gefahren wie etwa Wildwechselstellen oder Gegenden mit hoher Wilddichte muss jedoch das nötige Verkehrszeichen stehen. Fehlt das, könnte es sein, dass die zuständige Straßenbehörde für den Wildschaden aufkommt.

ANTENNE THÜRINGEN empfiehlt:

Die App "Wuidi" warnt vor erhöhter Wildunfallgefahr. Wenn es doch mal kracht und man alles vergessen hat, hilft die App außerdem bei den nötigen Schritten.