Vorsicht: EC-Karten-Betrug!

Vor Datenklau schützen

Mit ein paar Tipps vor PIN- und Datenklau schützen. Foto: Pixabay
Mit ein paar Tipps vor PIN- und Datenklau schützen. Foto: Pixabay
Autor: SM | Datum: 07.09.2020
Einmal eine Sekunde nicht richtig aufgepasst, schon kann es passiert sein: Ihre Karte ist verschwunden oder Sie vermuten, Ihre Daten wurden ausgespäht?

Handeln Sie schnell und lassen Sie sie sperren!

Wenn es bereits zu spät ist

Wohin kann ich mich wenden?

>> EC-Karten:

  • Kostenfreier Sperrnotruf: 116 116 (Im Ausland: gleiche Nummer, aber mit deutscher Ländervorwahl 0049)
  • Alternative Sperrnummer für Deutschland: 01805 021 021 (kostenpflichtig)
  • Sperrnotruf im Ausland: 0049 (0) 30 40 50 40 50
  • Fax-Nummer für Hörgeschädigte: 116 116

>>  Kreditkarten:

  • Visa: 0800 811 8440 (kostenlos nur bei Anruf aus dem deutschen Festnetz)
  • aus anderen Ländern: +1 303 9671 096 (als R-Gespräch)
  • American Express: 0049 69 97 97 2000 (kostenpflichtig)
  • Diners Club: 0049 69 900 150 135 oder 136 (kostenpflichtig)

Was muss ich beim Sperren meiner Karten angeben?

Sie benötigen die Kontonummer, schneller geht es mit IBAN oder der Bankleitzahl. Bankname oder Bankleitzahl reichen hingegen bei Kreditkarten.

Das Geld zurück erhalten?

Es ist passiert: Das Geld ist weg. Bekommen Sie es zurück?

>> Reklamieren: Stellen Sie fest, dass sich auf Ihren Kreditkarten(!)abrechnungen oder Kontobewegungen Beträge befinden, die Sie nicht gezahlt haben, handeln Sie schnell und reklamieren Sie diese schriftlich bei Ihrer Bank. Dafür bietet jede Bank eigene Formulare an.

Ab dem Zeitpunkt der Belastung haben Sie 8 Wochen für die Stornierung. Reklamieren Sie Umsätze, die Sie nicht selbst getätigt haben, muss der Kartenanbieter Ihnen das Geld zurück erstatten. Dies gilt aber nicht bei grober Fahrlässigkeit oder Vosatz: Melden Sie Kartenverlust umgehend und bewahren Sie Karte und PIN nicht gemeinsam auf.

>> Anzeigen: Nach Kartenklau sollten Sie neben der Sperrung der Karte zudem sofort Anzeige erstatten. Denn obwohl die Karte per PIN gesperrt ist, könnte ein Täter noch immer Ihre Unterschrift fälschen. Bei der Polizei wird eine "Kuno"-Sperrung (= "Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen") eingeleitet. Beim Versuch des Einkaufs mit der Karte und gefälschter Unterschrift wird dem Händler dann eine Warnung angezeigt. Dieses System ist allerdings löchrig, da viele Händler und auch das Land Hessen sich nicht daran beteiligen.

Unberechtigte Lastschriften können Sie 13 Monate lang zurück buchen lassen. Möglich ist, dass der Händler in dem Fall ein Inkassobüro beauftragt, um an sein Geld zu kommen. Geben Sie dem Händler den Hinweis, dass die Karte bereits gesperrt war, als sie genutzt wurde. Risiken beim Unterschrift-Verfahren tragen Händler selbst. Er müsste dann nachweisen, dass Sie selbst die Karte zum Einkauf genutzt haben.

Und wer bezaht, wenn das Konto vor Kartensperrung schon leer ist? Die Bank muss Geld erstatten, wenn eine Zahlung nicht eindeutig durch den Kunden selbst getätigt wurde. Mit bis zu 150 Euro müssen Betroffene bei Schäden vor Kartensperrung jedoch selbst haften, auch wenn wenn sie keine Schuld tragen.

>> Aber Achtung: Zahlt der Täter mit der originalen Karte und Ihrer PIN oder hebt Geld ab, sehen Sie Ihr Geld vermutlich nicht wieder. Banken gehen in diesem Fall davon aus, dass Unvorsichtigkeit oder gemeinsames Aufbewahren von Karte und PIN dazu geführt haben.


Vor Datenklau und dem Ausspähen der PIN-Nummer schützen

Schutz vor Datenklau bei Karten mit NFC

Sowohl in EC-, als auch in Kreditkarten stecken zunehmend NFC-Chips. Mithilfe der „Near Field Communication" ist es erst möglich, kontaktlos zu bezahlen. Dafür benötigen Sie weder Unterschrift, noch PIN. Kleinbeträge bis 25 Euro können inzwischen oft auf diese Weise bezahlt werden.
 
NFC-Chips in Ihren Karten funken ungefähr 4 cm weit, damit sie nicht versehentlich zu nah an das Lesegerät der Kasse kommen. Doch mit speziellen Lesegeräten kann man sie auch bis zu 20 cm weit auslesen. Genau das nutzen Kriminelle aus: Sie halten unbemerkt einige Sekunden ein solches Lesegerät in die Nähe Ihrer Geldbörse, lesen die Daten Ihrer Karte aus und übertragen sie anschließend auf eine Blanko-Karte, mit der sie nun einkaufen können. Auf Ihre Kosten.

Was tun? Schutz vor Datenklau bei Karten mit NFC-Chip bieten sogenannte NFC-Hüllen wie beispielweise diese oder ganze NFC-Portemonnaies wie dieses. Sie schirmen mithilfe dünner Drähte die Funkwellen des Chips ab. Datenklau von außen wird damit unmöglich.
 

Achten Sie auf Ihre PIN

Die Tür der Bank: Um in die Bank zu gelangen, brauchen Sie nie eine PIN. Sollte dem so sein, kontaktieren Sie die Polizei.

Auf dem Weg zum Geldautomaten, der Tankstelle oder im Supermarkt: Schauen Sie sich aufmerksam um und achten Sie auf auffälliges Verhalten anderer Personen. Beobachtet Sie jemand? Einige Betrüger arbeiten in Etappen, spähen zunächst die PIN aus und stehlen die Karte später woanders.

Der Geldautomat: Irgendetwas kommt Ihnen daran seltsam vor? Geben Sie der Polizei bescheid, nutzen Sie den Automaten auf keinen Fall. Ungewöhnliche Leisten, Verblendungen, abstehende oder lockere Teile oder Klebstoffspuren am Kartenschlitz können auf Manipulation hindeuten.

Die PIN-Eingabe: Halten Sie immer Distanz zu anderen Personen, bitten Sie diese notfalls um Abstand und geben Sie Ihre PIN ausschließlich verdeckt ein. Sie können dazu Ihre Hand mit der anderen abdecken oder auch einen Gegenstand wie die Geldbörse dafür nutzen. So machen Sie es Tätern schwerer. Achten Sie zudem nicht auf mögliche Hinweise zur mehrmaligen Eingabe der PIN. Tragen Sie Ihre PIN nicht mit sich herum und vernichten Sie zudem abgelaufene Karten.

Der Kontoauszug: Überprüfen Sie Ihre Kontoauszüge in regelmäßigen Abständen und nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Bank auf, sobald Ihnen etwas seltsam vorkommt.

Quellen: financescout24.de, chip.de, ntv.de, swrfernsehen.de, kuno-sperrdienst.de

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