Wer zahlt die Schäden?

Sturm in Thüringen

Hier ist eine Solaranlage weggeflogen und hat Autos getroffen. Foto von Hörerin Christine aus Ottendorf im Saale-Holzland-Kreis.
Hier ist eine Solaranlage weggeflogen und hat Autos getroffen. Foto von Hörerin Christine aus Ottendorf im Saale-Holzland-Kreis.
Autor: ES | Datum: 11.02.2020
Ein Ast auf dem Auto oder Wasser ins Wohnzimmer gedrückt. Darauf müssen Sie achten, damit die Versicherung zahlt.

Kurz und knapp

Wichtig: Es gibt drei Versicherungen, die bei Sturmschäden für Sie einspringen.

  • Haus: Wohngebäudeversicherung. Faustregel: Ersetzt, was drinnen und draußen am Haus "fest" angebracht ist.
  • Auto: Teilkaskoversicherung
  • Möbel, Laptop & Co: Hausratversicherung. Faustregel: Ersetzt alles, was "lose" im Haus ist.

ADAC-Tipp

Der beste Weg, sich gegen Sturm und Unwetterschäden am Auto zu versichern, ist laut ADAC eine Kfz-Teilkaskoversicherung. Diese greift auch bei Sturmschäden durch ausgerissene Äste oder herabgefallene Dachziegel. Sie müssen nachweisen, dass es einen Sturm mit mindestens Windstärke 8 gab. Die Daten bekommen Sie vom Deutschen Wetterdienst.
Lagen ein großer Ast oder ähnliche Gegenstände schon länger auf der Straße, greift die Teilkasko nicht. In so einem Fall zahlt nur die Vollkaskoversicherung.

So weisen Sie Sturmschäden beim Versicherer nach:
  • Prüfen
  • Dokumentieren *
  • Sichern
  • Melden
* Fotos
Machen Sie Fotos, bevor Sie mit den Aufräumarbeiten beginnen. Verändern Sie nichts, was die Feststellung des Schadens erschweren könnte. Nur Gefahrenquellen dürfen beseitigt werden. Erstellen Sie eine Schadensliste.
 
Wasserschäden:
Grundsätzlich gilt die Faustregel: „Kommt das Wasser zum Auto“, zahlt die Kaskoversicherung, „kommt das Auto zum Wasser“, muss der Betroffene selbst für den Schaden aufkommen.
Beispiel:
  • Ihr Auto steht in einer Tiefgarage, die mit Wasser vollläuft, dann haftet und zahlt die Teilkasko.
  • Sie fahren mit dem Auto über eine überschwemmte Straße und gehen auf volles Risiko, dann ist das grobe Fahrlässigkeit und keiner zahlt.


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Welche Versicherung zahlt im Schadensfall

Die Faustregel: Ein Sturm liegt ab Windstärke 8 vor, also ab 62 Kilometern pro Stunde. Ob diese Stärke vor Ort erreicht wurde, kann man zum Beispiel über den Deutschen Wetterdienst herausfinden.

 

Ganz wichtig: Fotos machen und Liste der beschädigten Dinge erstellen, Zeugen suchen etc.) und schnell der Versicherung zu melden. Gleichzeitig muss man darauf achten, dass der Schaden so gering wie möglich bleibt. Das nennt man "Schadensminderungspflicht". Bei Schäden am Dach sollte man zum Beispiel versuchen, sie schnell so gut wie möglich abzudecken.

Dachziegel abgedeckt? Das übernimmt die Wohngebäudeversicherung- Sturmschäden sind in der Regel in der Wohngebäudeversicherung enthalten, man sollte aber nochmal im Kleingedruckten nachschauen.

 

Nicht nur das Dach ist kaputt, Ziegel sind auf Einrichtungsgegenstände gefallen, dann ist die Hausratsversicherung der richtige Ansprechpartner. Auch hier ist ein Blick ins Kleingedruckte sinnvoll, was der eigene Vertrag genau abdeckt. Klar ist: Wer einfach das Fenster offen gelassen hat, kann nicht auf Entschädigung hoffen.

 

 

Wenn Sie als Hausbesitzer die Markise nicht eingerollt haben, kann es vorkommen, dass die Versicherung nicht eintritt. Allerdings ist grobe Fahrlässigkeit in den meisten Tarifen inzwischen abgedeckt. Wird die Markise zerstört, wohl sie eingerollt war, dann zahlt die Hausrat.

Die normale Gebäudeversicherung übernimmt solche Wasserschäden nicht. Dafür muss man eine sogenannte Elementarschadenversicherung abgeschlossen haben.

 

Sie müssen Dach, Bäume im Garten oder sonstige Gegenstände richtig absichern und kontrollieren. Machen Sie dies nicht, kann es sein, dass man einen Schaden verschuldet und ihn dann begleichen muss. Die Einzelheiten zum Verschulden sind dann häufig sehr umstritten. Da hilft dann nur noch eine Haftpflichtversicherung. Ein typisches Beispiel ist auch der schlecht gesicherte Blumentopf auf dem Balkon des Mieters, der herunterfällt und Schäden anrichtet.

 

Die meisten Versicherungen übernehmen dann die Hotelkosten für die Zeit, in der die Wohnung nicht genutzt werden kann, das allerdings nur bis zu einer gewissen Summe.

Hat der Hausbesitzer etwa die Mülltonnen nicht gut gesichert, dann ist das Sache der Haftpflichtversicherung. Das gilt auch für Dachziegel eines Eigenheims.

Fliegt die Mülltonne gegen Autos oder donnern Dachziegel aufs Autodach, dann übernimmt die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung.

Sie sind Mieter und der Balkonkasten macht einen Abflug und tritt ein Aut. Dann müssen Sie das der privaten Haftpflichtversicherung melden.

Ein Baum kracht auf das Auto, dann ist die Teilkaskoversicherung der richtige Ansprechpartner, die Schäden ab Windstärke acht übernimmt. Bei Kaskoversicherungen hat man oft eine Selbstbeteiligung (150 Euro) vereinbart, die man dann selbst zahlen muß. Eine Höherstufung bekommt man in der Regel aber nur, wenn man selbst schuld am Schaden war.

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