Von Glühwein bis Weihnachtsgeld

Rechtlich sicher durch die Weihnachtszeit

Wer Glühweintassen einsteckt, begeht Diebstahl. Foto: Pixabay
Wer Glühweintassen einsteckt, begeht Diebstahl. Foto: Pixabay
Autor: JM | Datum: 12.12.2019
Wer Glühweinbecher einsteckt, macht sich strafbar. Noch nicht gewusst? Was rechtlich auf dem Weihnachtsmarkt erlaubt ist und was nicht, lesen Sie hier!

Ein gemütlicher Abend auf dem Weihnachtsmarkt mit Glühwein und kleinen Geschenken. Doch was, wenn was schief geht?

So kommen Sie rechtlich sicher durch die Adventszeit:

Ab 16 Jahren. Mit 14 oder 15 darf man in Gegenwart der Eltern schon mal nippen. Ein Glühwein mit Schuss darf erst ab 18 getrunken werden.

Nach zehn Glühwein einen Filzhut gekauft und erst Zuhause gemerkt, wie schrecklich er aussieht? Leider Pech gehabt: Auf Weihnachtsmärkten gibt es anders als beim Online-Handel im Regelfall kein 14-tägiges Widerrufsrecht. Anders sieht es aus, wenn die Ware Mängel hat. Dann muss sie der Verkäufer bis zu zwei Jahre umtauschen. Am besten also Adresse notieren und Quittung geben lassen!

Falls es zum (Ab-)Sturz kommt: Verletzungen, die sich jemand nach zu viel Alkohol zuzieht, werden von der Krankenkasse bezahlt. Die beschädigte Hose geht allerdings voll auf die eigene Kappe. Auch wer über Kabel oder ähnliches stolpert, hat schlechte Karten. Schließlich weiß jeder, auf welche Gefahren er sich bei einem Weihnachtsmarktbesuch einlässt.

Nein. Auch wenn Pfand auf die Tasse bezahlt wird: Wer die Tasche einsteckt ist eigentlich ein Dieb. Denn beim Glühwein-Kauf wechselt zwar der Tasseninhalt den Besitzer, aber nicht die Tasse selbst. Sie bleibt Eigentum des Standbesitzers. Dieser geht dem Diebstahl allerdings kaum nach, denn die meisten planen bereits bei der Produktion ein, dass viele Tassen einfach mitgenommen werden. Wer sich nicht von der Glühweintasse trennen mag, kann sie am Stand einfach mitkaufen.

Nein. Als Arbeitnehmer sind Sie nicht verpflichtet, an einer Betriebsveranstaltung teilzunehmen. Wer schwänzt, könnte allerdings einen schlechten Eindruck bei Chefs uns Kollegen riskieren. Gibt es auf der Weihnachtsfeier Geschenke, stehen sie nur den Kollegen zu, die zur Feier anwesend sind. Wer nicht kommt, hat keinen Anspruch auf's Geschenk.

Ja. Was Sie Ihrem Chef in Feierlaune sagen, hat die gleichen Konsequenzen wie während der Arbeitszeit.

Grundsätzlich ist es erlaubt, den Baum auf dem Autodach mitzunehmen. Ein paar Regeln müssen allerdings beachtet werden, sonst drohen bis zu 60 Euro Bußgeld. 

  • 1. Der Baum muss ausreichend gesichert sein. Er darf nicht verrutschen oder beim Bremsen runterfallen. 
  • 2. Der Baum darf nach hinten maximal 150 Zentimeter über das Autodach hinausragen. Ragt er mehr als einen Meter übers Dach, muss er mit hellroter Fahne bzw. Licht gekennzeichnet sein. 
  • 3. Der ADAC empfiehlt, den Stamm so zu befestigen, dass das Ende des Stammes nach vorne zeigt.  Dazu sollten Spanngurte (keine Gummi-Expander) benutzt werden. 

Keine Lust auf Tannennadeln im Auto und Kratzer auf dem Autodach? Viele Händler liefern Bäume auch zu Ihnen nach Hause.

Nein. Anspruch auf Weihnachtsgeld haben nur die Arbeitnehmer mit entsprechender Klausel im Vertrag. Nur wenn es einen sachlichen Grund gibt, darf unterschiedlich viel bezahlt werden. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Arbeitgeben nach Dauer der Betriebszugehörigkeit unterscheidet.

Laut Bundesurlaubsgesetz sind sowohl der 24. als auch der 31. Dezember ganz normal Urlaubstage. Viele Arbeitnehmer haben trotzdem frei. Die Gründe können sein:

  • Das hängt von der vertraglichen Regelung im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder in der Betriebsvereinbahrung ab. 
  • War der 24. Dezember schon immer oder mindestens drei Jahre frei, können Arbeitnehmer davon ausgehen, dass das auch im aktuellen Jahr so ist. Ausnahme: Der Arbeitgeber stellt klar, dass die Freistellung nur in diesem Jahr gilt. 
  • Es besteht ein Anspruch durch den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz. Bekommen einige Kollegen am Heiligabend frei, dürfen alle zu Hause bleiben.

Ja. Solange sich niemand von der Lautstärke oder vom Geruch gestört fühlt. Auch der hauseigene Brandschutz darf nicht dagegen sprechen.

Ja. Ob der Auftritt des Miet-Santas gut oder schlecht war, ist ein subjektives Urteil. Solange seine Rolle noch irgendwie als „Weihnachtsmann" durchgeht, hat er einen Vergütungsanspruch.

Das gilt jedoch nicht, wenn der Gemietete zu spät kommt und die Weihnachtsfeier schon vorüber ist. Auch einen Vorschuss müsste der Bärtige dann zurück zahlen. Voraussetzung dafür ist, dass im Vorfeld eine konkrete Zeit ausgemacht worden ist.

Während der festgelegten Ruhezeiten (üblicherweise 13 bis 15 und ab 22 Uhr) könnte man ihnen rein rechtlich den Gesang untersagen.

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