Nur die Hälfte wird empfohlen

Plüschtiere im Test

Plüschtier, Symbolfoto: pixabay
Plüschtier, Symbolfoto: pixabay
Autor: F | Datum: 19.11.2020
Die Stiftung Warentest hat aktuell 22 Plüschtiere getestet. Nur 11 davon und damit die Hälfte wird empfohlen.

Gute Plüschtiere müssen nicht teuer sein. Die Stiftung Warentest hat für die Prüfung der 22 Plüschfiguren etwa 300 mechanische und physikalische Tests durchgeführt. Außerdem wurden Materialproben auf 235 Substanzen hin analysiert. Der Lichtblick laut Stiftung Warentest: "Krebserzeugendes Chrysen entdeckten wir diesmal nicht. Vor fünf Jahren waren noch 43 Prozent der Plüschtiere mit diesem polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff belastet (siehe test 12/2015)."Insgesamt habe sich die Sicherheit von Plüschtieren im Vergleich zum vorherigen Test verbessert. Trotzdem ist die Hälfte der getesteten Spielwaren nicht zu empfehlen.

Gründe für das schlechte Abschneiden mancher Produkte

Die Gründe für das schlechte Abschneiden mancher Produkte liegen im Detail. So sind einige Accessoires oder Zusatzmaterialien der Plüschhelden wie Etiketten oder ein Halstuch mit einer kritischen Menge gesundheitsgefährdender oder umweltschädlichen Schadstoffen belastet. Andere sind nicht sicher, weil sich verschluckbare Kleinteile lösen, der Plüsch zu schnell brennt oder Strangulationsgefahr besteht. Auch zu dünne Plastiktüten als Verpackungsmaterial haben dafür gesorgt, dass zwei Schlenkertiere durchgefallen sind. Denn legt sich ein Kind die dünne Tüte aufs Gesicht, kann diese sich so an Mund und Nase heften, dass das Kind nicht mehr richtig atmen kann. Deswegen gibt es auch in der Spielzeugnorm eine mindestens vorgeschriebene Dicke für solche Verpackungen.

Reaktion der Hersteller

Die Hersteller der acht als Mangelhaft von der Stiftung Warentest eingeordneten Spielzeugen wurden informiert und haben zum Teil schon regiert. So wurden beispielsweise die zu dünnen Plastiktüten entfernt oder Plüschtiere werden freiwillig vom Hersteller zurückgerufen bzw. umgetauscht. Oder sie kündigen an, die Beanstandungen selbst noch mal zu prüfen, da sie sich die Ergebnisse nicht erklären können.

Diese Tiere empfiehlt die Stiftung Warentest:

  • dm Pusblu Dino blau für 5,95€ (sehr gut)
  • Rossmann Babydream Hund für 4,70€ (sehr gut)
  • Schmidt Spiele Sorgenfresser Ping für 16,80€ (sehr gut)
  • Ikea Djungelskog Orang-Utan für 13,00€ (gut)
  • Kik Bär für 8,00€ (gut)
  • Steiff Hoppel Hase rosa 20cm für 39,50€ (gut)
  • WWF Kaiserpinguin 20cm für 17,90€ (gut)
  • Die Spiegelburg Groltroll by Aprilkind für 25,00€ (gut)
  • Nici Pferd Black Cassis 25cm für 16,00€ (gut)
  • Sigikid Sweety Löwe Silvio Savanne für 25,00€ (gut)
  • Spiele Max Smiki Lama 38cm für 12,30€ (befriedigend)

Diese Figuren werden aktuell nicht von der Stiftung Warentest empfohlen:

  • Depesche Snukis Einhorn Stella für 15,00€ (ausreichend), Grund: Das Halstuch enthält hohe Mengen des Umweltschadstoffs NPE
  • Simba Die Eiskönigin 2 Olaf 50cm für 30,00€ (ausreichend), Grund: Die braunen Hände enthalten hohe Mengen des Umweltschadstoffs NPE
  • Heunec Henry für 22,00€ (ausreichend), Grund: Der schwarze Augenrandfilz enthält hohe Mengen des Umweltschadstoffs NPE
  • Disney Die Einskönigin 2 Elsa für 25,90€ (mangelhaft), Grund: Der Gehalt des Flammschutzmittels TCPP in der Schuhsohle liegt über dem EU-Grenzwert für Kleinkinderspielzeug
  • Sterntaler Spieltier Mabel für 15,00€ (mangelhaft), Grund: Das Sterntaler-Etikett enthält Naphthalin oberhalb der Grenze des
    GS-Zeichens für Spielzeug
  • Käthe Kruse Hase Pino Schlenkertier für 33,50€ (mangelhaft), Grund: Erstickungsgefahr durch zu dünne Verpackungsfolie
  • Kösen Jack-Russel-Terrier Rusty, stehend für 61,50€ (mangelhaft), Grund: Strangulationsgefahr durch zu lange elastische Leine, die Leine gibt Nitrosamine oberhalb der Grenze der Spielzeugnorm ab, die Ohrinnenseite enthält mehr Formaldehyd als nach Spielzeugnorm erlaubt und hohe Mengen des Umweltschadstoffs NPE
  • Senger Naturwelt Schlenkertier Bär braun für 50,00€ (mangelhaft), Grund: Erstickungsgefahr durch zu dünne Verpackungsfolie
  • Teddy Hermann Siamkatze 36cm liegend für 32,00€ (mangelhaft), Grund: Das Plüschtier brennt zu schnell
  • Ty Beanie Babies Peppa Pig 15cm für 10,00€ (mangelhaft), Grund: Verschluckbares Kleinteil: Der Aufkleber am Etikett löst sich zu leicht
  • Ty Flippables Einhorn Diamond 24cm für 17,50€ (mangelhaft), Grund: Verschluckbare Kleinteile: Die Pailletten lösen sich zu leicht

Was Eltern tun können:

Wenn Sie bereits eines der nicht empfohlenen Plüschtiere zu Hause haben, dann nicht gleich alles entsorgen. Sondern schauen Sie sich den Grund für die Beanstandung an. Ist die Plastikfolie der Grund, dann sorgen Sie beispielsweise dafür, dass die Kinder diese nicht bekommen und entsorgen Sie diese. Verschluckbare Kleinteile können Sie zum Teil ebenfalls entfernen. Unsichere Etiketten können Sie einfach abschneiden. Formaldehydgehalte können Sie durch Waschen minimieren.

 Alle weiteren Details und Ergebnisse lesen Sie im aktuellen test Heft oder online bei www.test.de.

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