Das bedeuten die Heultöne

Im Katastrophenfall

Eine Alarmsirene steht auf einem Hausdach. Vor den extremen Überschwemmungen im Westen Deutschlands ist nur ein Teil der Bevölkerung mit Sirenengeheul gewarnt worden. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
Eine Alarmsirene steht auf einem Hausdach. Vor den extremen Überschwemmungen im Westen Deutschlands ist nur ein Teil der Bevölkerung mit Sirenengeheul gewarnt worden. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
Autor: ES | Datum: 20.07.2021
Und wie Sie sich im Ernstfall verhalten sollen, erfahren Sie hier. #hochwasser #feuer #sturm #sirenen #heulton #warnung #katastrophe #warmapp #zivilschutz #signal #alarmstufen

Jens May merkt es sich so: Wenn es länger als 3 Mal heult, dann ist irgendwas nicht in Ordnung. 

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Mit jeder Warnung erhalten Sie in der Regel Empfehlungen, was Sie zu Ihrem Schutz tun können oder wo Sie weitere Informationen erhalten. Darüber hinaus hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Tipps und Checklisten für die Vorsorge zusammengestellt. Alle Broschüren können Sie von der BBK-Webseite herunterladen.

Heultöne erkennen

Warn-App-NINA

Mit der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kurz Warn-App NINA, können Sie wichtige Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes für unterschiedliche Gefahrenlagen wie zum Beispiel Gefahrstoffausbreitung oder einen Großbrand erhalten. Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen der zuständigen Stellen der Bundesländer sind ebenfalls in die Warn-App integriert.

Mehr Infos auf der Seite warnung-der-bevoelkerung.de

Warn-App-NINA

 

Quellen diverse Onlinedienst wie www.im.nrw.

Sirene in Ihrem Ort?

Seit der Warntag 2020 in die Hose gegangen ist, werden auch in Thüringen die Sirenen umgerüstet. Aktuell haben wir etwa 2300 Sirenen in Thüringen (3.500 Orte). Das Nachrüsten dauert und es gibt keine Übersicht vom Thüringer Innenministerium, in welchen Gemeinden Sirenen noch da sind, funktionieren oder umgerüstet sind. Anfang der 1990er-Jahre wurden viele Sirenen abgebaut - ein Fehler, der nur schwer wieder korrigiert werden kann.

Für den Katastrophenschutz sind in Deutschland die Bundesländer zuständig. Der Bund hat hier keine unmittelbaren Zuständigkeiten. Bei Naturkatastrophen und besonders schweren Unglücksfällen können die Länder allerdings zum Beispiel das Technische Hilfswerk (THW) oder die Bundespolizei zur Hilfe anfordern.

Nächster Warntag

Der nächste Warntag ist nach Angaben des Bundesinnenministeriums am 8. September 2022 vorgesehen. Dieses Jahr fällt er aus. Warum? Weil der "Umbau" noch nicht fertig ist. Wir bauen derzeit eine umfassende Testlandschaft auf. Die ist erst im ersten Quartall 2022 fertig, so das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Bis dahin sollte geklärt sein:

Wie funktionieren die verschiedenen Kanäle zusammen?
Sirenen, Radiodurchsagen, Lautsprecherdurchsagen und die Warn-App Nina.

Förderprogramm

Um das Sirenennetz auf Vordermann zu bringen, gibt es ein Förderprogramm (1,8 Millionen Euro) vom Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales (TMIK).

Besteht eine Pflicht zur Umrüstung der Sirenen?

Nein. Das TMIK hat insbesondere im Zuge der Auswertung des ersten bundesweiten Warntages am 10. September 2020 diese zeitlich begrenzte Förderung im Rahmen der „Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen des Freistaats Thüringen für die Förderung des Brandschutzes und der Allgemeinen Hilfe (FörderRL BS/AllgH)" erlassen. Damit sollen insbesondere die vorhandenen Defizite zur Ansteuerung der vorhandenen Sirenen zur „Warnung der Bevölkerung" und „Entwarnung" behoben werden. Eine analoge Ansteuerung der Sirenen soll weiterhin möglich sein.

Werden die zuständigen Zentralen Leitstellen ebenfalls umgerüstet?

Ja. Parallel zum Fördererlass zur Umrüstung der bestehenden elektronischen Sirenen und Motorsirenen wurde am 10. Februar 2021 eine Förderung zur Migration bzw. Umstellung der Sirenenansteuerung auf TETRA-Standard in den Zentralen Leitstellen erlassen. Der Leistungsumfang des bestehenden Rahmenvertrags mit der Fa. Selectric Nachrichtensysteme GmbH wurde zu diesem Zweck um ein entsprechendes Umrüstpaket erweitert, welches durch die Aufgabenträger beauftragt werden kann.

Erfolgt die Förderung der Leitstellen einmalig unabhängig von der Anzahl der Arbeitsplätze oder je Arbeitsplatz?

Die Förderung zur Umrüstung der Zentralen Leitstellen wird nur einmal für jede Zentrale Leitstelle, unabhängig von der Anzahl der zu betreuenden Gebietskörperschaften sowie der Anzahl der Arbeitsplätze ausgereicht. Über Client-Lösungen kann das System jedoch von mehreren Arbeitsplätzen aus angesteuert werden. Hier sind jedoch Individuallösungen in Zusammenarbeit mit dem Hersteller des Einsatzleitsystems notwendig.

Warum werden die Sirenen zukünftig über TERTA-BOS-Digitalfunk angesteuert?

Bislang wird die Ansteuerung der Sirenen über den Analogfunk-Standard der 5-Ton-Ruffolge realisiert, wobei die Technik nicht mehr zeitgemäß ist und dringend einer Erneuerung bedarf. Für eine Verbesserung des derzeitigen Zustandes ist die langfristige Nutzung der derzeit noch vorhandenen analogen Funktechnik aus fachlicher Sicht nicht zielführend. Auf der anderen Seite verfügen die Thüringer Gemeinden über eine flächendeckende Sirenenstruktur in Analogtechnik, die für eine kurz- und mittelfristige Verbesserung der Sirenennutzung zur Bevölkerungswarnung genutzt werden sollte. Aus diesem Grund wurde vorgeschlagen, dass

vorhandene Netz an Bestandssirenen für eine digitale Umrüstung zu nutzen,
die Leitstellen zur digitalen Ansteuerung der Sirenen zu befähigen und
eine Ansteuerung über das vorhandene TETRA BOS-Digitalfunknetz vorzusehen.

Warum werden durch das Land nicht die Gesamtkosten für die Umrüstung übernommen?

Die Warnung und Information der Bevölkerung von einer Gefahr ist ein Thema, mit dem sich Bund, Länder, Landkreise, Städte und Gemeinden beschäftigen müssen. Der Bund und das Land stellen dafür die grundsätzlichen Strukturen in Form einer Warninfrastruktur (Modulares Warnsystem - MoWaS) zur Verfügung. Die an das MoWaS angeschlossenen Warnmultiplikatoren, wie z.B. die Sirenen sind dabei sehr vielfältig. Da sich die in Thüringen vorhandenen Sirenen fast ausschließlich im Eigentum der Gemeinden befinden, kann eine Vollfinanzierung des Landes nicht durchgeführt werden. Darüber hinaus haben die Gemeinden selbst im Rahmen der allgemeinen Daseinsvorsorge ein Interesse daran, die eigene Bevölkerung zu warnen. Unter Daseinsvorsorge versteht man alle Dienstleistungen einer Kommune, an deren Erbringung ein allgemeines öffentliches Interesse besteht und deren Leistung zur Sicherung einer menschenwürdigen Existenz der Bürger unumgänglich bedarf.

Wird neben der Ansteuerung der Sirenen auch die Alarmierung der Einsatzkräfte mit umgestellt?

Nein. Die Förderung zur Umrüstung der bestehenden elektronischen Sirenen und Motorsirenen und die Alarmierung der Einsatzkräfte über Funkmeldeempfänger sind grundsätzlich unabhängig voneinander zu betrachten. Ausgenommen davon ist die Alarmierung der Einsatzkräfte der Feuerwehren über Sirenen. Der Sirenenton „Feueralarm" soll zukünftig neben „Warnung der Bevölkerung", „Entwarnung" und „Sirenenprobe" ebenfalls mit digital ansteuerbar sein.

Welche Sirenentöne sind in Thüringen festgelegt?

Seit dem 1. Juni 2018 gelten die vier Sirenensignale „Sirenenprobe", „Feueralarm", „Warnung der Bevölkerung vor einer Gefahr" und „Entwarnung" für Thüringen als einheitliche Anwendungsgrundlage (ThürStAnz Nr. 22/2018 Seite 615 – 616). Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:

Flyer Warnung der Bevölkerung in Thüringen

Wo findet man die Förderanträge?

Die Förderung zur Umrüstung der bestehenden elektronischen Sirenen und Motorsirenen wurde durch das TMIK in Ergänzung der bestehenden „Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen des Freistaats Thüringen für die Förderung des Brandschutzes und der Allgemeinen Hilfe (FörderRL BS/AllgH)" erlassen. Es gelten neben den Bestimmungen des Fördererlasses die grundsätzlichen Voraussetzungen und Verfahrensschritte der Förderrichtlinie. Die Förderrichtlinie sowie die notwendigen Anträge sind unter folgendem Link abrufbar:

Landesverwaltungsamt.thueringen.de

Müssen im Antrag auf Gewährung einer Zuwendung (Anlage 5 der FörderRL Bs/AllgH) die Feuerwehrtechnischen Angaben (Pkt. 6) ausgefüllt werden?

Nein. Im Förderantrag sind nur die spezifischen Informationen zur geplanten Umrüstung der bestehenden elektronischen Sirenen und Motorsirenen darzustellen. Im Förderantrag nach Anlage 5 der FörderRL Bs/AllgH sind insbesondere folgende Punkte auszufüllen:

Daten des Antragstellers,
Beschreibung der Maßnahme (Anzahl der Umrüstungen sowie die Bezeichnung der Sirenenstandorte),
Höhe der Zuwendung (nach der Anzahl an geplanten Umrüstungen),
Angaben zum Finanzierungsplan sowie
Angaben zum Zeitplan.


Wer kann die Förderung beantragen?

Grundsätzlich sind in erster Linie die Städte und Gemeinden die Empfänger der Förderungen und somit Antragsteller. Darüber hinaus können die Landkreise in eigener Zuständigkeit für die kreisangehörigen Gemeinden eine Förderung beantragen, wenn sie dazu einvernehmlich ermächtigt wurden.

Gibt es auch für Gemeinden eine Förderung, die gar keine Sirenen haben?

Ja. Bereits seit 2017 fördert der Freistaat Thüringen den Neubau und die Installation von elektronischen Sirenen einschließlich der notwendigen Steuersystemeinheiten in den Gemeinden. Dabei sind verschiedene Leistungsstufen von 600 bis 2400 Watt zuwendungsfähig. Diese Förderung wird allerding nicht über die Erlassförderung zur Umrüstung der bestehenden elektronischen Sirenen und Motorsirenen abgedeckt, sondern nach Ziffer 2.1.1 i.V.m. Anlage 3 der FörderRL BS/AllgH.

Mehr Fragen und Antworten vom Thüringer Innenministerium

 

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