Hobbybergsteiger auf dem Weg zum Mount Everest

Einen Berg kann man nicht bezwingen

Bergsteiger Jürgen Landmann im Thüringen Talk / Foto: Jürgen Landmann
Bergsteiger Jürgen Landmann im Thüringen Talk / Foto: Jürgen Landmann
Autor: ANTENNE THÜRINGEN | Datum: 28.05.2018
Zum Tag der Erstbesteigung des Mount Everest verrät Jürgen Landmann, der Gipfelstürmer aus Thüringen, seine Sicht auf derartige Bergtouren und die Gefahr zu scheitern. Der Mann aus Langenwetzendorf bei Greiz im Thüringen Talk mit Reporterin Bettina Ehrlich.

Auf dem Weg zum Mount Everest - wo steckt Jürgen Landmann gerade?

Wir begleiten den Thüringer auf seinem Weg zum Mount Everest. 

 

(Hoffentlich) alles gepackt - los geht's.Ich danke allen für die Grüße und Wünsche für meine Expedition. Noch nie...

Posted by Klettern & Bergsteigen - Abenteuer Outdoor on Mittwoch, 6. April 2016


Jürgen Landmann - der Gipfelstürmer aus Thüringen

Vor einem Jahr stand der Thüringer in Alaska auf dem Denali. Auf diesem Gipfel hat er sich so gut gefühlt, dass er den Entschluss gefasst hat, den höchsten Berg der Erde, den Mount Everest, zu besteigen. Eigentlich ist Jürgen Landmann Installateur in einer Klempnerei. Da er immer wieder im Hochgebirge unterwegs ist, hat er sich nach und nach die teure Bergsteigerausrüstung angeschafft. Doch ein etwa 1.000 Euro teures Zelt hat noch gefehlt. Von unserem Team Thüringen hat er es dann bekommen. "Das hatte mir noch gefehlt und so blieb Geld für die teure Anreise übrig", erzählt Jürgen Landmann.

Bergsteiger Jürgen Landmann. Foto: Jürgen Landmann

Wie kann man sich die Vorbereitung auf so eine Tour vorstellen?

"Zum Bergtraining war ich mal wieder mit dem Loam in Österreich unterwegs. Wir haben mit Schneeschuhen an zwei Tagen gut Höhenmeter abgegriffen. Samstag ging es auf das Große Ochsenhorn 2511m und zurück nach Lofer, mal eben 1800 Höhenmeter. Sonntag waren wir zum "Auslaufen" noch auf dem Kuhkranz 1811m und zurück ins Tal, auch noch einmal 800 Höhenmeter. Insgesamt ein gelungener Test."

Warum ist die Anreise so teuer?

"Wegen des schweren Erdbebens in Nepal im vergangenen Jahr sind viele Straßen und Brücken zerstört. Eigentlich wollte ich mit meinem amerikanischer Bergfreund Dan auf dem Landweg von Kathmandu in den Himalaja kommen. Jetzt muss umgeplant werden. Mit dem Flugzeug geht’s nach Lasa, um dann 900 Kilometer zurück zum Fuße des Everest zu gelangen. Das macht es teurer."

Wenn man den Gipfel nicht erreicht...

"Mit so etwas muss man rechnen und ich habe das auch schon erlebt. Zum Beispiel am Broad Peak – ebenfalls ein Achttausender und nur noch knapp 11 Höhenmeter vom Gipfel entfernt. Trotzdem hätte das Ganze aber noch mindestens eine Stunde gedauert, deshalb entschied ich mich zum Umkehren. Ich war ja schon fast oben und die Aussicht ist dieselbe. Ich habe mit dem Broad Peak auch keine Rechnung offen, ich war ja auf dem Broad Peak drauf, sicher nicht auf dem Hauptgipfel, aber für mich war das Erlebnis ein Tolles. Und vielleicht hat es einem aus unsere Gruppe das Leben gerettet."

Man bezwingt keinen Berg

"Dem Berg sind wir völlig egal. Wir sind so winzig und so nichtig. Respekt behalten, das versuche ich schon immer. Ich lege immer Wert drauf, das ich ich noch keinen Berg bezwungen habe. Immer nur bestiegen. Man bezwingt sich, seinen inneren Schweinehund, aber den Berg auf keinen Fall."

Basislager am Cho Oyo. Foto: Jürgen Landmann

Jürgen Landmann weiß definitiv, worauf er sich einlässt. Immerhin hat er schon zwei Achttausender ohne Sauerstoffflaschen bezwungen. Dieses Mal aber geht er ganz bewusst mit Sauerstoff auf den Gipfel.

Im Blog von Jürgen Landmann können Sie die Expedition auf den Mount Everest verfolgen.

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