Ihre Frage zum Impfen gegen das Coronavirus

Der große Corona Impftag

Stellen Sie uns Ihre Frage zum Impfen gegen Corona, am Freitag gibt es die Antworten im Radio und online. Foto: Pixabay
Stellen Sie uns Ihre Frage zum Impfen gegen Corona, am Freitag gibt es die Antworten im Radio und online. Foto: Pixabay
Experten geben Ihnen Antworten auf Ihre Fragen rund um das Thema Impfen gegen Corona. #coronavirus #impfen #covid19 #impfmyhten

Die Impfungen gegen das Coronavirus in Thüringen laufen. Der Ablauf steht: Zuerst sollen die Risikogruppen und voraussichtlich ab Sommer dann wir alle gegen Corona geimpft werden.

Welche Frage beschäftigt Sie gerade: Wie gut die Impfung schützt, welche Nebenwirkungen bei den Impfungen bekannt sind oder warum man sich zweimal impfen lassen muss?

Hier gibt es die Antworten.


Mit diesen Experten haben wir gesprochen:

  • Dr. Olaf Bach, ärztlicher Direktor des Hufeland Klinikums Weimar, Chefarzt Unfallchirurgie

  • Dr. Christof Lascho, ITS Chef und stellv. ärztlicher Direktor des Hufeland Klinikums Weimar

  • Prof. Dr. Wolfgang Pfister, Krankenhaushygieniker, Facharzt für Mikrobiologie, Referent Fort- und Weiterbildung der Landesärztekammer

  • Veit Malolepsy, Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT)


FAQ Corona-Impfen A-Z

Ich bin geimpft- kann ich trotzdem das Virus übertragen?
Diese Frage lässt sich noch nicht beantworten, sie wird gerade in Studien erforscht. Bis dahin gilt: dass Geimpfte die Hygienemaßnahmen auch nach der Impfung unbedingt einhalten sollen.

Warum wird wahrscheinlich der Impfstoff die Ansteckung mindern?
Weil es hochwahrscheinlich ist, dass die Viren, die über den Nasen- und Rachenraum aufgenommen werden, auch durch das Immunsystem, was dort vorherrscht (besondere Antikörper auf Schleimhäuten) in ihrer Anzahl reduziert werden und damit die Anzahl der vermehrungsfähigen Viren deutlich reduziert wird, so unser Experte Dr. Christof Lascho, ITS Chef und stellv. ärztlicher Direktor des Hufeland Klinikums Weimar.
Kann der Chef mich zur Impfung zwingen?
Nein. Impf-Angebote sind für Sie freiwillig - ein MUSS gibt es nicht. Denn eine Impfung gilt als tiefer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte.

Ausnahmen gibt es nur für bestimme Berufsgruppen - unter anderem in Kliniken, Arztpraxen oder bei ambulanten Pflegediensten. Für Masern gibt es eine solche Impfpflicht für gewisse Berufsgruppen bereits. Dies regelt das Masernschutzgesetz.

Ich habe Asthma - darf ich mich impfen lassen?
Ja, aber immer vorher Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.
Es ist doch besser, eine Corona-Infektion durchzustehen - als die Langzeitfolgen der Impfung in Kauf zu nehmen?
Besser? Fakt ist: Gerade in der zweiten Welle gibt es auch bei jungen Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, schwere Verläufe. Und auch die Spätfolgen ziehen sich über Monate hin. Das heißt, das Risiko von Komplikationen bei einer Corona-Infektion ist viel höher. Die Langzeitschäden sind real und nachgewiesen -  viele, die von der Intensiv wieder runter sind, leiden noch immer unter "Long-Covid".

Und der Impfstoff?
Wissenschaftler, Forscher und Ärzte gehen aufgrund des Aufbaus des Impfstoffs nicht von Langzeitfolgen aus.

Ein Patent auf das Coronavirus, Mikrochips zur Kontrolle der Menschheit: Allerhand Behauptungen kursieren über den Microsoft-Gründer Bill Gates. Dazu unser Experte, Dr. Christof Lascho, ITS Chef und stellv. ärztlicher Direktor des Hufeland Klinikums Weimar.

Ja, das ist schwer, mit solchen Aussagen umzugehen. Man muss prüfen, wie man sich informiert und wo man sich informiert. Das ist defintiv eine Fake-News. Ich habe keine Ahnung, warum Menschen auf solche Ideen kommen. Aber ich würde Corona-Leugner, also die, die die Existenz von Corona gänzlich negieren, die würde ich zu gerne mal auf unsere Intensivstation einladen.
Ich hatte bereits Covid 19. Soll ich mich trotzdem impfen lassen?

Nein, so die Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission). 3. Faktoren: 1. Sie haben vermutlich eine Immunität entwickelt. 2. Um nicht die Nebenwirkungen zu verschärfen. 3. Da die Impfstoffe im Moment noch sehr knapp sind, gehören Menschen, die bereits an Covid-19 erkrankt waren, nicht zu den priorisierten Gruppen. Sie sollten sich etwa 6 Monate nach Genesung impfen lassen.
Das Corona-Virus gibt es doch schon seit Jahrzehnten. Warum wird erst jetzt geimpft?
Dazu unser Experte Prof. Dr. Wolfgang Pfister:Das Corona-Virus gibt es tatsächlich schon sehr lange und ist uns auch sehr lange schon bekannt - seit den 70er-Jahren. Es gibt Virus-Typen. Wir wissen zum Beispiel, dass bei den jährlichen Erkältungskrankheiten, die wir so in der kalten Jahreszeit durchmachen, ein Teil davon durch Corona-Viren verursacht wird. Das sind die "normalen" Corona-Viren. Aber es gibt darüber hinaus auch Viren, die sich durch Mutationen unterscheiden. Wie das genau geht, ist im Einzelfall auch noch nicht so ganz klar. Wir hatten das erste Corona-Virus, das abwich, 2002. Das war das SARS-Virus. Das zweite Virus war 10 Jahre später und wiederum 10 Jahre später haben wir jetzt das dritte Virus, was aus der Rolle fällt, und dieses ist nun das pandemische Virus. Gegen diese einzelnen harmlosen Varianten, die uns Atemwegsinfekte verursachen, zu impfen, das wäre vielleicht nicht unbedingt notwendig, weil wir da Mittel haben (auch Hausmittel), mit denen wir das sehr gut in den Griff bekommen können. Aber da, was wir eben jetzt erleben, geht über das Maß hinaus. Deswegen jetzt die Impfung.
Kann ich mich gleichzeitig gegen Grippe und Covid19 impfen lassen?

Nein. Grippeimpfung und Coronaimpfung sollten nicht gleichzeitig erfolgen, sondern mit einem Mindestabstand von 14 Tagen. Dabei spielt es keine Rolle, mit welcher Impfung begonnen wird. Die Ständige Impfkommission empfiehlt Risikopatientinnen- und -patienten beide Impfungen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass eine Grippe-Impfung das Risiko erhöht, an Covid-19 zu erkranken oder dass sie zu einem schwereren Krankheitsverlauf führt.
Der Corona-Impfstoff verändert mein Erbgut! Stimmt das?

Nein. Die RNA aus der Impfung gelangt zwar in einige Körperzellen (sonst könnte die Impfung nicht funktionieren). Aber sie gelangt nicht in den Zellkern, wo sich das Erbgut befindet. Dazu die Ständige Impfkommission (STIKO): Der Impfstoff wird zwar mit gentechnischen Methoden hergestellt, aber beim Geimpften findet keine Änderung des Genoms statt – und das kann man sich auch kaum vorstellen.

Fachwissen:
mRNA-Impfstoff. Die Abkürzung mRNA steht für messenger-Ribonukleinsäure, auch Boten-RNA. Der mRNA-Impfstoff enthält die genetischen Informationen für das Spike-Protein des Corona-Virus. Auch eine Integration von RNA in DNA ist nicht möglich. Denn die menschliche Zelle besitzt keine Möglichkeit, ein mRNA-Stück in ein DNA-Stück umzuschreiben, da dazu die notwendigen Enzyme (Eiweiße) fehlen. Lediglich DNA kann in mRNA umgewandelt werden. In Bezug auf den mRNA-Impfstoff heißt das: Die menschliche DNA bleibt unangetastet und wird nicht umgeschrieben, wenn der Impfstoff im Körper ist.
Kann auch mein Hausarzt mich gegen Covid 19 impfen?

Derzeit noch nicht. Das soll nach evt. ab Frühsommer möglich sein, so das Bundesgesundheitsministerium. Problem: Der mRNA-Impfstoff von Pfizer/Biotech muss bei sehr niedrigen Temperaturen gelagert - nach dem Auftauen ist er nur noch 5 Tage haltbar. Der Impfstoff von Moderna ist etwas unempfindlicher und hält gekühlt bis zu einem Monat. Und der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca ist sogar generell bei Kühlschranktemperaturen lagerfähig - für Arztpraxen also optimal.
Warum läuft das Impfen in Thüringen so langsam?
Dazu unser Experte Veit Malolepsy on der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT). Es gibt einen Grund, warum wir in Deutschland insgesamt so langsam sind, und das ist der, was wir eine begrenzte Menge an Impfstoff zur Verfügung haben. Thüringen hat in den ersten Tagen des Januars hinter den anderen Bundesländern gelegen - inzwischen liegen wir im Mittelfeld. Aber darum geht es gar nicht. Es geht wirklich darum, so viele Menschen so schnell wie möglich zu impfen. Und das hängt wirklich von der Impfstoffmenge ab, die uns nach Thüringen geliefert wird. Das bekommen wir von der Bundesregierung zugeteilt - entsprechend dem Bevölkerungsanteil. Und das ist wirklich der Grund, dass wir zur Zeit noch relativ wenig Impfstoff geliefert bekommen haben. Wenn das Fahrt aufnimmt, nehmen auch die Impfzahlen Fahrt auf.
Wie haben die denn innerhalb von ein paar Monaten die Impfstoffe entwickelt - das glaubt doch kein Mensch!

Doch glaube ich, sagt unser Experte Veit Malolepsy von der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT). Ich habe es ja nicht selber entwickelt, das waren Wissenschaftler und die haben das ja nicht von 0 auf 100 entwickelt, sondern wenn solche Dinge entwickelt werden, wird ja immer auf frühere Erkenntnisse, sei es auch der Grundlagenforschung, es aus der Entwicklung anderer Impfstoffe aufgesetzt. So habe ich mir das erklären lassen, denn ich bin ja auch Laie. So war es auch in diesem Fall und deshalb kam man an dieser Stelle auch schneller ans Ziel. Die Impfstoffe, die jetzt hier auf den Markt kommen, sind ordentlich entwickelt und sie sind ordentlich getestet. Also im Grunde genommen wie der neue Grippeimpfstoff, der zum Beispiel in der nächsten Saison kommen wird. 

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen den 3 Impfstoffen?

Die Impfstoffe von Biontech und Moderna sind mRNA-Impfstoffe. Diese enthalten Teile der Erbinformation des Virus in Form von Boten-RNA (messenger mRNA). Körperzellen erhalten so einen Bauplan für diese Teile des Virus und bauen sie nach. Darauf reagiert das Immunsystem und bildet einen Immunschutz. Wenn der Geimpfte später mit dem Coronavirus in Berührung kommt, wird es vom Immunsystem erkannt und bekämpft. Die mRNA aus dem Impfstoff bleibt nicht im Körper, sondern wird kurz nach der Impfung abgebaut.

Der Impfstoff von AstraZeneca ist ein Vektorimpfstoff. In diesem Fall dient ein abgeschwächtes, für den Menschen harmloses Virus als Transportmittel (Vektor) für Teile der Erbinformation des Virus. Auch hier erhalten Körperzellen einen Bauplan für diese Teile des Virus und bauen sie nach. Darauf reagiert das Immunsystem und bildet einen Immunschutz. Wenn der Geimpfte später mit dem Coronavirus in Berührung kommt, wird es vom Immunsystem erkannt und bekämpft. Vektorimpfstoffe sind bereits erprobt um und kommen beispielsweise zum Schutz gegen Ebola zum Einsatz.

Wo kann ich denn sehen, wie viele Menschen bereits geimpft wurden?

Da hat das Bundesministerium für Gesundheit eine übersichtliche Seite eingerichtet. Nennt sich Impfdashboard und das finden Sie unter diesem Link:

https://impfdashboard.de/

Hat man nach der ersten Impfung schon ein bissschen Schutz?
Ja, sagt unser Experte Prof. Dr. Wolfgang Pfister. Wenn man mit einem Antigen, also mit einem Produkt, das unser Körper als "fremd" ansieht, dann werden Antikörper gebildet. Bei der ersten Impfung dauert das etwa eine Woche, bis diese Antikörperbildung in Gang kommen. Nach 14 Tagen hat man dann schon einen schützenden Spiegel. Die 2. Impfung ist dann dazu da, darauf noch mal aufzusatteln und diese Menge der Antikörper zu erhöhen.

Kann ich auch nach der ersten Impfung noch an Covid 19 erkranken?

Ja. Einen vollständigen Schutz gibt es erst nach der 2. Impfung. Deshalb unbedingt weiter an die Hygiene- und Abstandsregeln halten. Erkranken Sie nach der ersten Impfung nachweislich an Covid 19,  so müssen Sie mit der 2. Impfung 6 Monate warten - vorausgesetzt Sie sind wieder vollkommen gesund.

Bekomme ich bei der 2. Impfung den gleichen Impfstoff?

Ja, sagt unser Experte Prof. Dr. Wolfgang Pfister. Wenn Sie also bei der ersten Impfung mit dem Impfstoff von Moderna geimpft worden sind, bekommen Sie den auch bei der 2. Impfung. Das liegt aber derzeit hauptsächlich daran, weil wir noch nicht wissen, ob man die Impfstoffe auch kombinieren kann. Dazu gibt es noch keine sicheren Untersuchungen. Sollten die vorliegen und es möglich sein, dann könnte man das nutzen - zum Beispiel, wenn Engpässe bei einem Impfstoff bestehen.
Wie bekomme ich einen Termin bzw. die Benachrichtigung, wann ich dran bin?
Dazu unser Experte Veit Malolepsy on der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT). Natürlich wünschen sich viele Menschen, dass sie irgendwie einen Hinweis bekommen, so ab jetzt gibt es wieder Termine für die Impfstellen, die für mich infrage kommen. Und genau das haben wir im Verlauf dieser Woche zusammen mit dem Ministerium eingerichtet. Man kann auf der Internetseite news.impfen-thueringen.de einfach eine Nachricht bestellen, wann wieder Impftermine vergeben werden. Dann bekommt man eine Nachricht, Achtung in Erfurt oder in Hildburghausen da stehen wieder Impftermine zur Verfügung und können vergeben werden.

Wie ist denn die aktuelle Reihenfolge - wann sind die nächsten Gruppen dran?
Die schlechte Nachricht ist, es gibt keinen bis ins Detail ausgearbeiteten Zeitplan. Es gibt nur vom Gesundheitsministerium festgelegt eine Reihenfolge - also sogenannte Prio-Gruppen - wer kommt als Erstes dran, als Zweites, als Drittes usw. Man kann es sich merken, erst mal die Alterspriorisierung, die über 80-jährigen, dann 70 und älter, 60 und älter und das jeweils begleitet mit einigen beruflichen Indikationen. Also Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflegeheimen und Pflegediensten, dazu Mitarbeiter von Krankenhausstationen, die schützenswert sind (Intensiv, Notaufnahme, Mitarbeiter in den Impfstellen). Das ist jetzt die erste Prio-Gruppe. Und wenn bei dieser Gruppe ein Ende absehbar ist, dann werden wir gemeinsam mit dem Ministerium Impftermine öffnen für die zweite Gruppe. Dazu kann ich aber kein Datum sagen, auch keine Aussicht geben, weil dann bekommen wir eventuell weniger Impfstoffe und dann verschiebt sich das wieder. Das ist es, was ich im Moment sagen kann.

Was Sie über die Impfzentren wissen sollten, finden Sie hier auf der ANTENNE THÜRINGEN Serviceseite: So funktioniert das Impfen
Was passiert mit Impfdosen in den Impfzentren, die am Tag noch übrig sind? Kann ich da vorbeikommen?
Dazu unser Experte Veit Malolepsy von der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT). Auf keinen Fall einfach vorbeikommen. Das widerspricht ja schon den aktuellen Kontaktbeschränkungen. Wenn Impfdosen am Ende des Tages noch übrig sind, dann rufen wir Leute an, die noch auf der Prioritätenliste stehen und vereinbaren einen Termin noch für den Abend. Unser Ziel ist es, dass am Ende des Tages keine angebrochenen Ampullen* übrig sind. Und wenn eine volle Ampulle übrig ist, dann wird sie im Kühlschrank für den nächsten Tag gelagert.
(*aus einer Ampulle können 6 Impfungen gewonnen werden)
Warum werden meine Kinder eigentlich nicht geimpft?
Dazu unser Experte Dr. Olaf Bach, ärztlicher Direktor des Hufeland Klinikums Weimar, Chefarzt Unfallchirurgie: Die Häufigkeit, dass Kinder an einer Coronainfektion erkranken, ist so gering. Das betrifft eigentlich nur ganz wenige Kinder mit Vorerkrankungen. Die große Frage ist, wie sehr Kinder als Überträger infrage kommen. Die also keine Symptome haben, aber im schlimmsten Fall das Virus verbreiten. Das ist ja die ganze Frage nach Schließung Kitas und Schulen - ein ganz heißes Eisen und wissenschaftlich einfach noch nicht geklärt. Es hat zumindest in Großbritannien Fälle gegeben, wo Kinder gestorben sind, das stimmt. Aber das sind 0,0 Promille. Und deshalb ist das Impfen der Kinder jetzt noch nicht angezeigt.

Spricht denn körperlich etwas dagegen?
Nein, körperlich spricht nichts dagegen. Aber der Impfstoff schützt vor der Erkrankung und erst recht vor der schweren Erkrankung und vor dem Sterben. Ob er uns daran hindert, das Virus weiterzugeben, das ist ja gerade die ganz große und ungeklärte Frage. Und jetzt die Kinder zu impfen, mit dem Ziel, dass sie das Virus nicht weitergeben, würde ja voraussetzen, dass wir genau wissen, dass das funktioniert. Und das wissen wir eben nicht. Vieles ist einfach nicht bekannt, muss jetzt so oder so entschieden werden und stellt sich dann vielleicht in Nachhinein als die nicht optimale Entscheidung heraus.

Ich habe Krebs - kann ich mich trotzdem impfen lassen?

Ja, so die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. Es wird sogar empfohlen, da Krebs-Patienten zur Risikogruppe gehören. Aber reden Sie vorher mit Ihrem Arzt.
Keiner kennt die Langzeitfolgen!

Das ist richtig, aber es gibt ein ABER: Durch die Wirkweise des mRNA-Impfstoffs ist nicht von Langzeitfolgen auszugehen. Das Risiko für Nebenwirkungen liegt im Bereich von 0,0001 Prozent. Schwere Impfschäden treten zudem meist sehr zeitnah auf – in der Regel zeigen sich langfristige Nebenwirkungen spätestens nach acht Wochen. Was danach im Körper passiert, kann nicht mehr direkt mit dem Impfstoff zusammenhängen, da der Impfstoff selber längst vom Körper abgebaut ist.

Schützen die derzeitigen Impfstoffe auch gegen die Mutationen des Virus?
Ja. Die Covid-19-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna wirken auch gegen die Mutationen, die zuerst im Vereinigten Königreich (Großbritannien) und in Südafrika entdeckt wurden. Das ist das Ergebnis von Studien des US-Gesundheitsinstituts.

Gut zu wissen: Die Anpassung der Baupläne für die Impfstoffe soll innerhalb von 6 Wochen möglich sein, sagt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI).
Sind Nanopartikel im Impfstoff?
Ja. Die neusten Impfstoffe - die sogenannten mRNA-Inpfstoffe müssen in Partikel verpackt werden, damit sie ins Zellinnere gelangen. Das macht man mit sogenannten Nanopartikeln. Das ist also korrekt. Weil diese RNA muss aufgenommen werden von den Muskelzellen, in die sie gespritzt worden sind. Von dort werden sie dann an die Orte in der Zelle transportiert, in der Proteine hergestellt werden. Und genau gegen diese Proteine bildet dann der Körper eine Antwort und diese Proteine entsprechen dem Spike-Protein - das sind diese Anheftungs-Eiweiße des Virus.

Sind sie gefährlich?
Bei den Zusatzstudien wurden bisher keine Nebenwirkungen entdeckt.

Nanopartikel im Impfstoff. Ist das neu?
Ja. Diese mRNA-Wirkstoffe sind neue Formen. Die wurden bisher noch nicht verimpft. Deshalb sind auch diese Nanopartikel im Prinzip auch neu.

Wissen Nanopartikel
Nanopartikel sind kleiner als 100 Nanometer. Das ist so winzig, dass man sie unter einem normalen Mikroskop nicht erkennen kann. Man unterscheidet zwischen Nanopartikeln, die Produkten gezielt beigesetzt werden und solchen, die unabsichtlich entstehen. So werden Nanopartikel bei Verbrennungsprozessen in der Industrie aber auch im Straßenverkehr freigesetzt. Darüber hinaus gibt es immer mehr Produkte mit Nanomaterialien. Wegen ihrer geringen Größe haben sie eine Reihe nützlicher Eigenschaften. Sie dienen etwa der antibakteriellen Beschichtung oder als UV-Schutz in Sonnencremes.

Mehr Informationen: www.bund.net

Gibt es eine Garantie, dass der Impfstoff keine Nebenwirkungen hat?

Nein, eine Garantie kann keiner geben. Aber dass relevante Nebenwirkungen auftreten, ist sehr unwahrscheinlich, weil die Impfungen an einer großen Anzahl von Patienten getestet wurden. Es wurden bisher keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt.

Ich lasse mich impfen, aber wer überwacht die Nebenwirkungen?

Schon beim Vorgespräch mit dem Arzt erfahren Sie, wie lange Sie noch in der Impfstelle (später Praxis) bleiben müssen. Das kann eine bis zu einer halben Stunde sein. Sollte eine schwere, aber seltene Impfreaktion - wie beispielsweise ein anaphylaktischer Schock - auftreten, passiert das nämlich schon meist in den ersten Minuten nach der Impfung.

In den Impfzentren sind deshalb Wartezonen eingerichtet, in denen man eine halbe Stunde unter Beobachtung bleibt.

Welche schweren Nebenwirkungen kann es geben?

Bei der Studie von Biontech und Pfizer hatten etwa 0,6 Prozent der Probanden eine Impfreaktion - in der Placebo-Gruppe mit Kochsalzlösung waren es aber fast genauso viele, nämlich 0,5 Prozent. 4 Probanden klagten über eine vorübergehende Gesichtslähmung. In der Studie von Moderna gab es davon einen Fall in der Placebogruppe – sowie drei in der Impfgruppe.

Möglich ist ein Anaphylaktischer Schock bei Allergikern. Wenn Sie also wissen, dass Sie dazu neigen, sagen Sie es dem Arzt. Da so ein Schock in den ersten Minuten nach der Impfung eintritt, bleiben Sie mindestens 15 Minuten nach der Impfung noch im Impfzentrum (später Praxis). Sollten Sie so reagieren, werden Sie die 2. Impfung nicht bekommen.

Die Zulassung war doch so schnell, da kann man die Nebenwirkungen doch gar nicht kennen?!

Klingt logisch, aber stimmt nicht ganz. Die Zulassungsverfahren haben bei uns einen sehr hohen Standard. Längere Testzeiten sollen vor allem alle - auch die seltenen- Nebenwirkungen aufzeigen - hier geht es also um die Vollständigkeit. Also ist die Frage, gibt es Nebenwirkungen, die bisher noch nicht aufgefallen sind? Und ja, das ist möglich, denn die Beobachtungszeit betrug teilweise nur zwei Monate. Aber auch in einer längeren Testzeit kann es sein, dass sehr seltene Nebenwirkungen nicht auftreten, denn seltene Nebenwirkungen kommen eben sehr selten vor.
Es kann also sein, dass während der Impfungen solche Nebenwirkungen auftreten - und das wird auf europäischer Ebene überwacht: Es gibt monatliche Sicherheitsberichte und Folge-Untersuchungen.

Die Zulassung war dieses Mal außerdem so schnell, weil alle Gelder bereitgestellt und alle Kapazitäten genutzt wurden, und bei jeder Prüfung hat der Impfstoff an erster Stelle gestanden. Dadurch wurde der Standard nicht gesenkt, sondern das Verfahren nur beschleunigt. Es wurde jedoch kein einziger Schritt ausgelassen, sodass Wissenschaftler fest davon ausgehen, dass der Impfstoff sicher ist.

Warum werden ältere Menschen (über 80) zuerst geimpft und nicht die anderen Risikogruppen - wie Lungenkranke?

Ein wichtiges Impfziel der STIKO-Empfehlung ist es, schwere COVID-19-Erkrankungen und -Todesfälle zu verhindern. Der wesentlichste Risikofaktor für eine schwere COVID-19-Erkrankung ist das zunehmende Alter. Im Vergleich dazu ist die Risikoerhöhung durch Vorerkrankungen nur gering ausgeprägt. Eine Ausnahme bildet die Trisomie 21. Hinzu kommt, dass die meisten Vorerkrankungen mit zunehmendem Alter häufiger werden. Für jüngere Menschen (<60 Jahre) ist auch bei Vorliegen einer Vorerkrankung die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 schwer zu erkranken oder zu sterben, deutlich niedriger als bei älteren Menschen, unabhängig von Vorerkrankungen.
Ab wann bin ich denn nach der Impfung geschützt?
Erst nach der 2. Impfung tritt die volle Schutzwirkung ein - laut Biontech und Pfizer ca. 7 Tage nach der letzten Impfung.

Stimmt es, dass die Impfung nur ein Jahr hält? (wie bei der Grippe)
Ja, im Moment sieht es so aus, dass die Impfwirkung für mindestens 6 bis 8 Monate andauert. Mehr Erfahrungen hat man noch nicht.

Warum ist die Schutzwirkung so kurz?
Das liegt am Erreger, weil der sich möglicherweise verändern könnte - so ähnlich wie bei der Grippe, die Impfung ist ja auch jährlich nötig.
Ich bin schwanger. Wird die Impfung empfohlen?

Nein. Zur Anwendung der COVID-19-Impfstoffe in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen aktuell keine Daten vor. Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht.

Stimmt es, dass ich durch die Impfung meine Lust auf Sex verlieren kann?

Nein. Es gibt keine nachvollziehbaren Gründe dafür.
Sicher ist nur, wer an Covid-19 erkrank ist, hat - zumindest bei einem schweren Verlauf - vermutlich keine Lust auf Sex. So wie bei einer schweren Grippe oder Erkältung eben auch. Ist ja auch nicht für den Partner toll.
Der Impfstoff kann doch gar nicht sicher ein, weil er so schnell zugelassen wurde!

Die Zulassungsverfahren haben bei uns einen sehr hohen Standard. Längere Testzeiten sollen vor allem alle - auch die seltenen- Nebenwirkungen aufzeigen - hier geht es also um die Vollständigkeit. Also ist die Frage, gibt es Nebenwirkungen, die bisher noch nicht aufgefallen sind? Und ja, das ist möglich, denn die Beobachtungszeit betrug teilweise nur zwei Monate. Aber auch in einer längeren Testzeit kann es sein, dass sehr seltene Nebenwirkungen nicht auftreten, denn seltene Nebenwirkungen kommen eben sehr selten vor.

Es kann also sein, dass während der Impfungen solche Nebenwirkungen auftreten - und das wird auf europäischer Ebene überwacht: Es gibt monatliche Sicherheitsberichte und Folge-Untersuchungen.

Die Zulassung war dieses Mal außerdem so schnell, weil alle Gelder bereitgestellt und alle Kapazitäten genutzt wurden, und bei jeder Prüfung hat der Impfstoff an erster Stelle gestanden. Dadurch wurde der Standard nicht gesenkt, sondern das Verfahren nur beschleunigt. Es wurde jedoch kein einziger Schritt ausgelassen, sodass Wissenschaftler fest davon ausgehen, dass der Impfstoff sicher ist.

Wo kann ich mich denn über den Impfstoff sicher informieren?

Dazu unser Experte Dr. Christof Lascho, ITS Chef und stellv. ärztlicher Direktor des Hufeland Klinikums Weimar. Genausoweinig wie Sie bei unzuverlässigen Seiten einkaufen, würden Sie sich nicht auf unzuverlässigen Seiten informieren. Sichere Seiten sind zum Beispiel die Seite des RKI (Robert-Koch-Instituts) oder zusammengegencorona.de oder dem Paul Ehrlich Institut.
Die Links:
www.rki.de/DE/Home/homepage_node.html
www.zusammengegencorona.de/
www.pei.de/DE/home/home-node.html
Zuerst stand der russische Impfstoff in der Kritik - jetzt wird auf einmal doch von Zulassung gesprochen. Was kann der russische Impfstoff Sputnik V?

Dazu unser Experte Prof. Dr. Wolfgang Pfister. Der Sputnik V Impfstoff ist ein Vektor-Impfstoff, damit entspricht er dem Impfstoff von AstraZeneca. Die Kritik ist damals entstanden, als schon geimpft wurde, weil noch keine Daten vorlagen. Da war die Kritik, man hat zu früh geimpft. Jetzt liegen diese Daten vor und werden gerade geprüft. Und wenn die ausreichend sind und von den Behörden anerkannt werden, dann kann dieser Impfstoff ohne Weiteres auch bei uns eingeführt werden.

Wissen Vektorimpfstoff
In diesem Fall dient ein abgeschwächtes, für den Menschen harmloses Virus als Transportmittel (Vektor) für Teile der Erbinformation des Virus. Auch hier erhalten Körperzellen einen Bauplan für diese Teile des Virus und bauen sie nach. Darauf reagiert das Immunsystem und bildet einen Immunschutz. Wenn der Geimpfte später mit dem Coronavirus in Berührung kommt, wird es vom Immunsystem erkannt und bekämpft. Vektorimpfstoffe sind bereits erprobt um und kommen beispielsweise zum Schutz gegen Ebola zum Einsatz.

Ich habe gehört, dass Menschen durch die Impfung gestorben sind. Stimmt das?

Nein. Es gibt Berichte, dass Menschen in Deutschland kurz nach einer Impfung gegen Covid-19 gestorben sind. Allerdings sind das Menschen mit einer schweren Grunderkrankung und sehr alte Menschen gewesen. Das Paul-Ehrlich-Institut verfolgt diese Fälle und geht davon aus, dass nur ein zeitlicher Zusammenhang zu den Impfungen besteht. Also - diese Menschen wären sehr wahrscheinlich auch ohne die Impfung gestorben.

Aber bei uns in Deutschland sterben mehr Menschen nach der Impfung!

Das stimmt. Liegt aber daran, dass wir vor allem die alten Menschen zuerst impfen - in anderen Ländern ist es das medizinische Personal - also Menschen, die jünger und gesünder sind als unsere Hochbetagten.
Stimmt es, dass die Impfung gegen Covid 19 unfruchtbar machen kann?

Nein. Wie kommt es zu der Behauptung? Einfach erklärt: Das körpereigene Protein (was auch die Gebärmutter aufbaut) und das Spike Protein des Virus sollen sich so ähnlich sein, dass die geimpften Antikörper den Aufbau der Plazenta verhindern würden. Viel "würde" und "sollen" ... Die Experten sagen: die Ähnlichkeit zwischen den beiden Proteinen ist nicht so groß, dass das passieren könnte.

Und für alle Kritiker: Danach müsste ja jede Frau, die bereits Covid-19 hatte, unfruchtbar sein. Das ist aber nicht der Fall. In Studien wurde auch keine erhöhte Zahl an Fehlgeburten oder Komplikationen festgestellt.

Immer wieder ist zu hören, dass selbst Ärzte sich nicht impfen lassen wollen. Was ist da dran?
Dazu unser Experte, Dr. Christof Lascho, ITS Chef und stellv. ärztlicher Direktor des Hufeland Klinikums Weimar.

Bei uns im Krankenhaus war die Bereitschaft zur Impfung auch ein Prozess, der sich entwickelt hat. Das ist auch ganz normal, und letztendlich haben 80 Prozent unserer Ärzte das Impfangebot angenommen.
Man kann sich doch nach der Impfung immer noch mit Covid-19 anstecken! Das Zeug ist wirkungslos.

Nein oder Jein. Der Impfstoff ist nicht wirkungslos, er wirkt nur nicht sofort und nach der ersten Impfung, sondern erst vollständig nach der 2. Impfung. In der Zeit dazwischen kann es zu einer Ansteckung kommen, wenn man sich nicht an die Hygiene- und Abstandsregeln hält.

Nebenwirkungen & Nanopartikel

Dr. Christof Lascho, ITS Chef und stellv. ärztlicher Direktor des Hufeland Klinikums Weimar

Schutzwirkung

Dr. Christof Lascho, ITS Chef und stellv. ärztlicher Direktor des Hufeland Klinikums Weimar

Allergiker

Dr. Christof Lascho, ITS Chef und stellv. ärztlicher Direktor des Hufeland Klinikums Weimar

Vertrauen der Ärzte & Bill Gates Fake-News

Dr. Christof Lascho, ITS Chef und stellv. ärztlicher Direktor des Hufeland Klinikums Weimar

Covid-19-Genesene impfen?

Prof. Dr. Wolfgang Pfister, Krankenhaushygieniker, Facharzt für Mikrobiologie, Referent Fort- und Weiterbildung der Landesärztekammer

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Gleiche Wirkung der 3 Impfstoffe & Sputnik V

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