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Konflikt um Opel verschärft sich

Autor: KB | 19.04.18

Der Ton im Streit um den richtigen Weg der Opel-Sanierung wird rauer. Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug warf der Geschäftsleitung am Donnerstag "Desinformation" vor. Die Vorschläge der Geschäftsleitung zur Erfüllung der Tarifverträge wies er im Anschluss an eine Betriebsversammlung im Stammwerk Rüsselsheim zurück. Die IG Metall und der Betriebsrat werfen der eigenen Geschäftsführung und dem neuen Eigner PSA offenen Tarifbruch vor.

Würde in Eisenach künftig nur ein Fahrzeug gebaut, laufe dies in etwa auf eine Halbierung der Belegschaft von derzeit 1800 Mitarbeitern an dem Standort hinaus, sagte Schäfer-Klug. Unter der Leitung von PSA will Opel in dem thüringischen Werk nur noch einen Geländewagen anstatt der bislang zwei Kleinwagen-Modelle Adam und Corsa montieren. "Die Halbierung der Belegschaft in Eisenach wäre der Einstieg in den Komplettausstieg", sagte der Regionalbevollmächtigte der IG Metall, Uwe Laubach.

Im Motorenwerk Kaiserslautern sollten die Beschäftigten einem Szenario zufolge keine Motorenteile mehr herstellen, sondern nur noch die Endmontage machen. "Wenn das so käme, würde das eine Verringerung der Mitarbeiterzahl bedeuten", sagte der dortige Betriebsratschef Lothar Sorger nach einer Betriebsversammlung. Die Ingenieure in Rüsselsheim sollen künftig zusätzlich für die Entwicklungsleitung bei den leichten Nutzfahrzeugen der PSA-Gruppe zuständig sein.

Zum Vorschlag des Managements würde auch ein Verzicht der Mitarbeiter gehören. "Dafür hätten alle Beschäftigten 4,3 Prozent dauerhaft abgeben sollen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld", kritisierte Schäfer-Klug. "Ein solches Angebot werden wir auch weiterhin nicht annehmen."

Opel-Chef Micheal Lohscheller erklärte in einer auf Twitter verbreiteten Videobotschaft, das Unternehmen wolle in Deutschland investieren und den Tarifvertrag einhalten. Man habe Pläne für Kaiserslautern und Eisenach vorgelegt, die sogar besser seien, als das, was im Tarifvertrag festgeschrieben sei. "Die Voraussetzung für umfangreiche Investitionen ist Wettbewerbsfähigkeit."

 

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