Maik Wieczorrek im Thüringentalk

Zahnarzt hilft Kindern in Indien

Zahnarzt Maik Wieczorrek hilft Kindern in Indien, Foto: ladakhpartners.de
Zahnarzt Maik Wieczorrek hilft Kindern in Indien, Foto: ladakhpartners.de
Autor: Maribel De La Flor | Datum: 07.11.2016
„Ich bin gerne Zahnarzt - vor allem in solchen Regionen“

Maik Wieczorrek lebt in Meiningen und hat sich den Traum einer eigenen Zahnarztpraxis bereits im Alter von 30 Jahren erfüllt. Er liebt seinen Job und möchte damit viel Gutes tun. Deshalb reist er seit 12 Jahren in die indische Himalaya-Region nach Ladakh und versorgt die Kinder vor Ort medizinisch. Durch einen Vortrag eines Fernsehjournalisten wurde Maik Wieczorrek auf die Region aufmerksam. Über eine Schweizer Hilfsorganisation konnte er Kontakt zu einer Schule aufnehmen. So begann seine erste Reise. 2010 gründete er den "Ladakhpartners-Partnership Local Doctors" Verein. Für ihn ein ganz wichtiger Schritt, denn damit konnte er seine langjährigen Hilfsaktionen im Himalaya auf breite Schultern verteilen und die praktische Hilfe vor Ort verbessern.

Einsatz auf bis zu 5000 Höhenmetern

Der Weg zur Schule in Ladakh war steinig. Mit Spritzen und Zahnarztzangen im Gepäck war er fünf Tage zu Fuß auf 3000 - 5000 Höhenmetern unterwegs, bis er sein Ziel endlich erreichte. „Ich war erst mal von der Situation selbst erschlagen. Ganz abgesehen von der Höhe, die einen auch noch erschlägt." 

Auch tief in der Nacht lief der Bohrer noch

In den Dörfern haben die Kinder das Zelt von Maik regelrecht eingerannt. Manche kamen sogar noch spät in der Nacht, um sich behandlen zu lassen. "Das war ein tolles Gefühl".

Gemeinsam helfen mit den indischen Naturheilern

Was den Meininger Zahnarzt aber noch viel mehr gefreut hat: Die Amchis, also die indischen Naturheiler, haben mit ihm zusammen Zahnbehandlungen geübt. "Das ist genau das, was ich erreichen wollte, Hilfe auf Augenhöhe."

Rückschläge nach einem Jahr - "Da waren wir dem Heulen nahe" 

Es gab auch Rückschläge. Nachdem die Kinder alle behandelt worden waren und die Helfer ein Jahr später wieder kamen, hatte fast jedes dritte Kind faule Milchzähne. "Da waren wir dem Heulen nahe. Aus dieser Enttäuschung wuchs die Erkenntnis, dass wir dranbleiben müssen", so Wieczorrek. Seitdem soll eine Murmeltierpuppe die Kinder jeden Tag an das Zähneputzen erinnern. "Murmeltiere gibt es in Ladakh wie bei uns Eichhörnchen oder Spatzen".

Viel gelernt vom deutschen Zahnarzt

Wenn Maik Wieczorrek heute das indische Dorf betritt, hat er schon viel weniger zu tun, als noch vor 12 Jahren. Die Amchis haben viel von ihm gelernt und übernehmen die Zahnbehandlungen bei den Kindern ganz alleine. Das freut den Zahnarzt: "Also unter diesen Bedingungen ist das wirklich toll".

Wenn Sie sich für das Projekt "Ladakhpartners" interessieren, schauen Sie gerne auf der Webseite vorbei:

ladakhpartners.de

Wohltätiger Zahnarzt Maik Wieczorrek im Thüringen Talk mit Bettina Ehrlich