Ein Wolf oder schon mehrere?

Wolfsland Thüringen

Wolf in Thüirngen
Wolf in Thüirngen
Autor: Elke Schröder | Datum: 11.08.2017
Nachgewiesen ist bislang eine Wölfin. Sie lebt im Wolfsgebiet Ohrdruf.

Vermutlich Wolf bei Eisfeld gesichtet

Wie viele Wölfe leben jetzt bei uns? Diese Frage kann man nicht eindeutig beantworten. Sicher nachgewiesen ist bislang eine Wölfin und sie lebt bei Ohrdruf. Jetzt soll noch ein Wolf Nahe Eisfeld gesehen worden sein. An 20. Juli fotografierte eine Spaziergängerin das Tier zwischen Bachfelder Berg und Eisfeld. Wirklich ein Wolf? Das lässt sich nicht einhundertprozentig beweisen.

Eine Wölfin ist sicher

Diese Wölfin hat zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, weil in ihrem Jagdgebiet Schafe gerissen wurden. Die Untersuchung der Kadaver bestätigte: Hier war ein Wolf am Werk. Die betroffene Weide liegt im Wolfsgebiet Ohrdruf. Ob der Angriff von der auf dem Truppenübungsplatz beheimateten Wölfin oder einem anderen Wolf ausging, ist aber unklar.

Der Wolf in Thüringen

2015 wird das erste Wolfsgebiet in Thüringen ausgewiesen. Die Rückkehr von Wolf und Luchs nach Thüringen ist aus Sicht des Erfurter Landwirtschaftsministeriums ein Erfolg für den Artenschutz. Bei uns wurde zuletzt eine Wölfin auf und um den Bundeswehrübungsplatz Ohrdruf nachgewiesen.

Die Wolfsexpertin Britta Krämer

 

Der Luchs wurde in Thüringen erstmals 2004 gesichtet. Im Mai 2015 konnte nach zwei Jahrhunderten erstmals wieder die Reproduktion von Luchsen in freier Wildbahn festgestellt werden. Der Luchs unterliegt sowohl dem Naturschutz- als auch Jagdrecht. Nach dem Jagdrecht ist er ganzjährig geschont bzw. darf nicht bejagt werden.

Nachgewiesene Wolfsangriffe auf Weidetiere bis heute

  • 1 Kalb bei Schwabhausen
  • 2 Schafe bei Gossen 
  • 11 Schafe im Jonastal (das Jonastal ist ein Geländeeinschnitt innerhalb der Ohrdrufer Platte)

Was frisst ein Wolf?

Grafik Nabu

Was der Wolf wirklich frisst, dass zeigen wissenschaftliche Untersuchungen am Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz. Mehrere Tausend in Deutschland gesammelten Kotproben des Wolfes belegen: Wölfe ernähren sich zu über 94 Prozent von wildlebenden Schalenwildarten, wie Reh-, Rot- und Schwarz-, örtlich auch von Dam- und Muffelwild. Seltener von Hasen, Nutrias, Füchsen, Marderhunden, Kleinsäugern, Vögeln, Fischen und Früchten. Die geschätzte Schalenwildnutzung eines Wolfsrudels mit einem Rudelterritorium von zirka 250 Quadratkilometern in der Lausitz liegt nach derzeitigen Erkenntnissen bei etwa 2,2 Stück Schalenwild auf 100 Hektar und Jahr. Jäger in der Oberlausitz erlegen auf der gleichen Fläche etwa zehnmal soviel Rot- und Schwarzwild wie die Wölfe.

Was steht den Schäfern zu?

Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor Wolfsübergriffen auf Weidetiere können mit bis zu 75 Prozent gefördert werden. Mit der Förderrichtlinie sind unter anderem Netzzäune mit Weidezaungeräten, ein Untergrabungsschutz bestehender Zäune, Breitbandlitzen an den Zäunen sowie die Anschaffung von Herdenschutzhunden förderfähig.

Und wenn mein Hund angeriffen wird?

Tierhalter, die von einem Wolfsriss betroffen sind, können einen Antrag auf Entschädigung stellen. Seit 1. Januar 2017 erfasst die Förderrichtlinie auch die Regulierung von Schäden durch den Luchs.

Der Wolf in Deutschland

Seit 2000 gibt es in Ostdeutschland erstmals wieder Wolfsbestände. Heute sind es nach aktuellen und bestätigten Angaben 24 Rudel bzw. Wolfspaare und 3 territoriale Einzelwölfe mit insgesamt 150-200 Individuen (Wolfsbüro Lausitz, Stand: Juli 2013). Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in Sachsen und Brandenburg, darüber hinaus auch in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, ferner in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Der erste amtlich bestätigte Wolfsnachweis (einzelner Wolf) aus Thüringen stammt vom 01.11.2013 südlich von Jena. Quelle http://www.felis-lupus.de/wolf.html

Dem Straßenverkehr fielen seit 2000 etwa 90 Tiere zum Opfer, davon mehr als 40 allein in Brandenburg.