Risiko für Schweinepest-Ausbruch in Deutschland hoch

Wildschweinjagd vs. Schweinepest

Jagd auf Wildschweine - Thüringen Frost wappnet sich gegen die Schweinepest. Foto pixabay
Jagd auf Wildschweine - Thüringen Frost wappnet sich gegen die Schweinepest. Foto pixabay
Autor: Iris Pasold | Datum: 12.01.2018
Landwirte und Jäger, aber auch die Bevölkerung werden zu Vorkehrungen gegen die Afrikanische Schweinepest aufgerufen.

Die afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hochansteckende Tierseuche. Bisher kommt sie im Baltikum und in Russland vor. Medikamente gegen die Seuche gibt es nicht, eine Impfung ist nicht möglich. Jetzt könnte die afrikanische Schweinepest auch Deutschland erreichen - was das bedeuten würde, die wichtigsten Fragen und Antworten hier.

Der Mensch kann sich nicht anstecken. Die afrikanische Schweinepest ist eine reine Tierseuche. Für Menschen ist sie ungefährlich, für Wild- und Hausschweine allerdings innerhalb einer Woche tödlich.

Woher kommt die afrikanische Schweinepest? Zuerst kam sie, wie der Name schon sagt, in Afrika vor. Dort wurde sie von sogenannten Lederzecken übertragen. Durch Exporte gelangte die Schweinepest nach Georgien, von wo sie sich in den letzten Jahren im Baltikum bis nach Tschechien verbreitete. Tiere stecken sich untereinander durch Blut und Exkremente an, oder aber durch verseuchtes Tierfutter, landwirtschaftliche Fahrzeuge oder Kleidung. Heißt - auch der Mensch ist an der Ausbreitung beteiligt.

Was passiert, wenn die afrikanische Schweinepest nach Deutschland kommt? Das entsprechende Jagdgebiet müsste abgesperrt werden, damit die Tiere nicht mehr in ein anderes Gebiet wechseln können (Tschechien arbeitet dafür zum Beispiel mit Duftzäunen). Die Wildschweine im betroffenen Jagdgebiet dürfen dann nicht mehr gegessen werden. Sie werden geschossen und verbrannt.

Ist Thüringen auf die Seuche vorbereitet? Der Thüringer Jagdverband steht im engen Kontakt mit Landwirtschaftsministerium, Bauern und auch dem Technischen Hilfswert, denn das THW müsste im Fall der Fälle die erlegten Wildschweine abtransportieren und verbrennen. Entsprechende Notfallpläne für einen Auftritt der Seuche liegen bereit. Aktuell fordert der Bauernverband, dass 70 Prozent mehr Wildschweine geschossen werden. Das wären in Thüringen dann 52.000 Schwarzkittel in einem Jahr. Ohne eine Anpassung der Jagdbedingungen wird das schwierig, sagt der Geschäftsführer des Thüringer Jagdverbandes, Frank Herrmann "Wir brauchen zum Beispiel Schneisen in den Maisfeldern. Die sind für die Wildschweine ein El Dorado. Perfekte Lebensbedingungen. Sind sie einmal drin, sind sie für den Jäger unerreichbar." Schneisen in den Feldern allerdings könnten für die Bauern problematisch werden, weil sie dann möglicherweise die Bedingungen für EU-Fördermittel nicht mehr erfüllen. Nächste Woche steht der nächste Termin aller Beteiligten an, vielleicht gibt es dann eine Lösung.

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