Inferno auf A9 bei Münchberg - der Tag danach

Warum brannte der Bus so schnell?

Der Tag nach der Katastrophe - screenshot youtube
Der Tag nach der Katastrophe - screenshot youtube
Autor: Elke Schröder | Datum: 04.07.2017
Experten uneinig über mögliche Ursachen

Der Tag nach dem verheerenden Busbrand auf der Autobahn 9 in Nordbayern steht im Zeichen der Ursachenforschung: Die Überlebenden der Katastrophe sollten - soweit das möglich ist - befragt werden, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken am Dienstag. Darunter ist auch einer der beiden Busfahrer. "Das wird sicher nicht heute abgeschlossen werden", sagte der Sprecher. Der Zustand der 30 Verletzten sei unverändert. Zwei davon hatten bei dem Feuer am Montag schwere Brandverletzungen erlitten.

Warum haben Autofahrer nicht geholfen?

„Es blieben alle in ihren Autos sitzen", so ein Ersthelfer. "Dabei hätten sie alle helfen können."  Auch Bayerns Innenminister kritisiert die Gaffer: "Ein völlig unverantwortliches und beschämendes Verhalten".

Warum schon wieder keine Rettungsgasse?

Weil sie die Rettungsgasse nicht breit genug gebildet hätten, hätten vor allem die großen Einsatzfahrzeuge wertvolle Zeit verloren. Auf der Gegenfahrbahn hätten zudem einige Gaffer beinahe weitere Unfälle verursacht.

Warum hat der Bus so schnell gebrannt?

  • Feuer im Motorraum
    So ein Brand wird vorerst vom Fahrer nicht bemerkt. Die Niederflurmotoren im Heck sind weit weg - der Fahrwind drückt das Feuer zunächst nach hingen, sodass der Brand lange nicht wahrgenommen werden kann.
  • Abgerissene Kraftstoffleitung
    Wenn die Kraftstoffleitung bei einem Unfall abgerissen wird, gelangt Kraftstoff auf heiße Fahrzeugteile - alles fängt schnell an zu brennen. Der Tank befindet sich in der Regel in der Mittel oder im hinteren Bereich und kann 400 bis 500 Liter Kraftstoff enthalten. "Wenn der Kraftstoff dann unter dem Bus herläuft und alles brennt, geht es rasend schnell", so der TÜV Rheinland.
  • Kurzschluss in der Elektrik
    Möglich sei auch ein Kurzschluss im Armaturenbrett. Hier läuft die Elektrik des Busses zusammen.  Auch wenn die Materialien in einem Bus feuerhemmend seien, breite sich der Brand schnell aus, wenn er nicht sofort gelöscht werde. So Johannes Hübner, Sicherheitsexperte vom RDA Internationalen Bustouristik Verband in Köln. (Quelle welt.de)

Warum regen sich viele Freiwillige Feuerwehren derzeit auf?

Auslöser ist ein Kommentar eines N24-Reporters. Sinngemäß hat er kurz nach dem Unfall gesagt: "Es wären anfangs ja "nur" freiwillige Feuerwehrleute und keine Profis vor Ort gewesen". Die Entschuldigung ist aber schon da und wird auch von den Feuerwehrmännern angenommen.

Was weiß man über die Opfer und Toten?

Der Unglücksbus war Berichten zufolge von Sachsen in Richtung Gardasee unterwegs - an Bord sollen unter anderem eine Seniorengruppe aus Sachsen und mindestens vier Brandenburger gewesen sein. Insgesamt waren zwei Busfahrer sowie 46 Männer und Frauen im Fahrzeug. Bei den Toten handelt es sich um Frauen und Männer im Alter von 55 bis 81 Jahren, unter ihnen sei auch einer der Fahrer des Busses, wie das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Hof mitteilten.

Freiwillige Feuerwehr Münchberg sagt DANKE