So "crazy" ist das Wahlsystem in den USA

US-Wahl 2016 - simpel erklärt

Autor: ANTENNE THÜRINGEN | Datum: 04.11.2016
Wann, Wie, Wer und Was - Wahlwissen für Besserwisser.

Wann wird gewählt?

Gewählt wird immer dienstags und zwar am ersten Dienstag im November – es sei denn, dieser Tag fällt auf den 1. November, dann ist der zweite Dienstag Wahltag. So wie in diesem Jahr.

Warum dienstags?

Amerikaner sind wahnsinnig traditionell. Seit mehr als 160 Jahren wird an einem Dienstag im November gewählt und das hat zwei Gründe. Ein Wahlsonntag wie in Deutschland wäre Mission inpossible!  Der Sonntag gehört dem Herrn und ist per Gestz als Wahltag verboten. Und der November muss sein, weil nämlich dann die Ernte schon drin ist. Schließlich sind die USA auch ein Agrarland - also einfach, damit die Landwirte auch Zeit zum Wählen haben.

Wer ist wahlberechtigt?

Etwa 230 der rund 320 Millionen US-Bürger.

Wen wählen die Wähler?

Auf jeden Fall nicht den Präsidenten - zumindest nicht direkt. Auf dem Stimmzettel können die Wähler zwar die Demokraten oder die Republikaner beziehungsweise deren Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump ankreuzen. Tatsächlich wählen sie aber nur sogenannte Wahlmänner.

Und wer wählt den Präsidenten tatsächlich?

Die 538 Wahlmänner. Sie treffen sich exakt 41 Tage nachdem das Volk gewählt hat, um den neuen US-Präsidenten und den Vizepräsidenten zu bestimmen. Im Regelfall stimmen sie für den Kandidaten, der in ihrem Staat die meisten Stimmen hatte.

Was sind Swing States?

Das sind die Wackekandidaten - werden auch Battleground States, Purple States oder Toss-up-States genannt - also das Gegenteil von Bayern und der CSU. In diesen Staaten weiß man nicht, wer gewinnt. 2016 sind es Florida, Colorado, Iowa, Michigan, Nevada, New Hampshire, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, Virginia und Wisconsin.

Wann ist der neue US-Präsident im Amt?

Am 20. Januar um exakt 12 Uhr werden der neue Präsident und sein Stellvertreter, der Vizepräsident, vereidigt. Von diesem Moment an haben die USA ein neues Staatsoberhaupt.

Was macht der US-Präsident?

Im Gegensatz zu Merkel hat er viel mehr Macht auf sich vereint. Er ist Staatsoberhaupt, Regierungschef und oberster Befehlshaber der Streitkräfte und damit die mächtigste Person in den USA.

Warum gibt es eigentlich Vorwahlen?

So finden die Demokraten und die Republikaner jeweils ihren Kandidaten, den sie für die Präsidentschaftswahl ins Rennen schicken. Fast 10 Monate dauerte dieses "Aussieben".  Soweit die Kurzfassung - das Vorwahl-Verfahren selbst ist allerdings ein viel komplizierter.

Der wahrscheinlich längste Wahlkampf der Welt

Übersicht: Alle Termine der US-Wahl 2016

1. Februar bis 14. Juni: Vorwahlen in den einzelnen Bundesstaaten
18. Juli bis 21. Juli: Parteitag der Republikaner
25. Juli bis 28. Juli: Parteitag der Demokraten
26. September: 1. TV-Duell
4. Oktober: TV-Duell um die Vize-Präsidentschaft
9. Oktober: 2. TV-Duell
19. Oktober: 3. TV-Duell
8. November: Amerika wählt seinen 45. Präsidenten
20. Januar 2017: Vereidigung des neuen US-Präsidenten

Wen wählt Homer Simpson?

Nicht Trump!

Darum geht's: Wer geht nachts um drei Uhr ans Telefon im Weißen Haus. Weder Hilary noch Donald, sondern Bill! Bill Clinton bekommt dann aber einen auf den Deckel von seiner Frau. (Parodie auf Hillary-Wahlvideo von 2008).
Zweite Szene, Donald Trump ist Präsident. Er liegt im Bett und einem Buch Titel «Great Speeches», grossartige Reden, eines gewissen A. Hitler. Telefon klingelt - Trump geht nicht ran, denn er schreibt gerade einen Tweet gegen Elizabeth Warren, die er ins Exil geschickt hat. Dann geht er doch ran. Offenbar eine Krise - doch erst einmal lässt sich Mr. Präsident stylen. Als er endlich fertig gepimpt ist, ist es zu spät. Die chinesische Flotte hat bereits Kurs in Richtung USA genommen. Trumps Lösung: "Baut doch einfach noch eine Mauer.´"