Erfinder Helmut Oellers im Thüringen Talk

Wenn jeder Raum plötzlich ein Konzertsaal sein kann...

Helmut Oellers
Helmut Oellers
Autor: Maribel De La Flor | Datum: 23.10.2017
Der Schall und seine Ausbreitung haben es ihm angetan. Helmut Oellers aus Erfurt hat eine völlig neuartige Soundwand erfunden, mit der aus jedem Raum ein Konzertsaal werden kann.

Nicht nur bei uns in Deutschland sind alle von den Socken, wenn sie den unvergleichlichen Sound hören.

Ich wollte es schaffen, dass man den Konzertsaal hört und nicht das Wohnzimmer!"

Wenn er erklärt, wie die Wand aus Hunderten von Lautsprechern funktioniert, merkt man, dafür lebt dieser Mann. Schon 2004 hatte er seinem Sohn zum ersten Mal von seiner Idee erzählt. Es dauert Jahre, bis aus der Idee dann etwas Greifbares wurde. Um die Entwicklung fortzuführen, hat er sein Patent an die Potsdamer Firma Holoplot verkauft. Ein ganzes Team kümmert sich jetzt darum, den „Wellenfeldgenerator" markttauglich zu machen. Ganz einfach ist das nicht. Schon die kleine Version startet bei rund 80 Tausend Euro. Trotzdem gibt es viele Interessenten. Darunter auch die Deutsche Bahn. Mit der Soundwand können auch die Durchsagen in den Bahnhöfen endlich verständlich werden. Das zeigte auch ein Experiment auf dem Frankfurter Bahnhof. Ohne Soundwand ist einfach nichts zu verstehen. Mit ihr hört man die Ansage selbst in 200 Metern Entfernung klar und deutlich. Zum Beweis spielt mir Helmut seine Aufnahme auf dem Handy vor. Er freut sich wie ein kleines Kind, weil es so gut funktioniert.


Der Diplom-Toningenieur hat sein Fach ja auch von der Pike auf gelernt. Bei der PGH Elektronik in Erfurt hatte er zu DDR-Zeiten Röhrenfernseher und Radios repariert, später an der Filmhochschule Babelsberg studiert und an der Pädagogischen Hochschule Erfurt Unterrichtsfilme und Tonbänder für die Lehrerausbildung produziert. Nach der Wende ein Ausflug in die Marktwirtschaft. Essen und Trinken müssen sie immer, sagte er und hat in Erfurt Marbach einen Lebensmittelladen aufgemacht, später einen zweiten am Erfurter Huttenplatz. Das ging auch ein paar Jahre ganz gut, doch irgendwie war das so gar nicht so sein Ding.

Zurück zu den Wurzeln... den Tönen und dem Sound. Erst bei einer Audiofirma in Jena und dann als Tontechniker hier bei uns, bei Antenne Thüringen. Auch die Zeit war spannend, vor allem wenn es knifflig wurde. Als damals der komplette Sendebetrieb von analog auf digital umgestellt wurde, bei laufendem Sendebetrieb. Das hat ihm Spaß gemacht. Und auch die Hörerreise auf dem Kreuzfahrtschiff in die Türkei und nach Griechenland. "Als wir bis morgens gefeiert haben und dann aber um sechs wieder ziemlich topfit live auf Sendung gegangen sind", erinnert er sich schelmisch.

Überhaupt steckt unserem Helmut der Schalk tief im Nacken. Sein Humor ist bei uns unvergessen. Auf dieser Hörerreise war Helmut von der Gangway des Schiffes runtergekrochen. "Wir sind ja hier in Kriechenland...", meinte er trocken. Das ist der typisch pfurztrockene Helmuthumor. Aber tief in ihm drinnen, da steckt ein Genie...