Polizeihundeführerin Maren Große im Thüringentalk

Schutzhund Michl: Freund und Kollege

Maren Grosse mit Michl, Foto: Maren Grosse
Maren Grosse mit Michl, Foto: Maren Grosse
Autor: Niklas Hammer | Datum: 13.03.2017
"Hunde sind nicht die besseren Menschen, aber Menschen mit Hund sind auf jeden Fall glücklicher."

Schon als kleines Mädchen träumte Maren Große von einem eigenen Hund. Dieser Wunsch erfüllte sich dann endlich, als in der Nachbarschaft Dackelbabys zur Welt gekommen sind. Eine der kleinen Vierbeiner war Trixi, Marens allererster Hund. Als sie als Jugendliche dann noch eine Vorführung der Polizeihundestaffel in Nordhausen gesehen hat, war ihr Berufswunsch klar: Sie wollte Polizistin werden und am besten mit eigenem Diensthund.

Zum Interview mit Bettina Ehrlich kommt sie natürlich mit ihrem Partner. Der Deutsche Schäferhund "Michl" kam mit 8 Monaten zu ihr und seitdem sind die beiden unzertrennlich.  Damals war gar nicht klar, dass er mal so ein Brummer werden würde. "Seine Eltern waren nicht so groß, aber er wuchs und wuchs". Heute bringt Michl 40 Kilo auf die Waage und geht für seine Chefin durchs Feuer. Michl ist Schutzhund und auf Sprengstoffeinsätze spezialisiert. Bei Bombendrohungen zum Beispiel sucht er erst einmal allein das Gebäude ab. Wenn er etwas findet, darf er aber nicht bellen oder durchdrehen, sondern er muss vor dem "Stoff" bleiben, bis die Einsatzkräfte dann kommen. Alles eine Frage des Trainings. Zwei Mal im Jahr müssen sich Maren und Michl einer großen Prüfung stellen. Der Job als Diensthundeführerin ist hart. Zumal Maren Große eine zierliche, kleine Frau ist. Aber die beiden sind ein eingeschworenes Team. 

So einen Hund bekomme ich nie wieder, das weiß ich. Wir kennen uns in und auswendig.

Gerade als Frau hat Maren Große den Drang, es allen zu beweisen. Und in der Schutzhundeausbildung werden ihr auch die Grenzen aufgezeigt. "Wenn aus 20 Metern ein Hund auf dich zugerast kommt, ist das körperlich für Frauen kaum zu schaffen." 
Mit sieben Jahren wird es für Michl langsam Zeit, an die Rente zu denken. Solange er fit ist und Spaß an der Arbeit hat, bleibt er im Polizeidienst und danach darf er seinen Ruhestand bei seiner Chefin Maren verbringen.