Unternehmen um fast 1 Millionen Euro betrogen

Miese Betrugsmasche bei Firmen

Polizei. Symbolfoto Redaktion
Polizei. Symbolfoto Redaktion
Autor: Franziska Fritsch | Datum: 10.01.2017
Betrüger geben sich als Bevollmächtigte aus und bringen Buchhalter dazu, hohe Geldbeträge anzuweisen. Genannt wird diese Form des Betrugs: CEO-Fraud oder CEO-Betrug.

Im Landkreis Sömmerda ist ein Unternehmen Opfer einer miesen Betrugsmasche geworden. Die Firma wurde um fast 1 Millionen Euro geprellt. Eine Unbekannte hat sich telefonisch in dem Betrieb gemeldet und sich als Bevollmächtigte ausgegeben, so eine Polizeisprecherin gegenüber ANTENNE THÜRINGEN. Unter dem Vorwand einer angeblichen Firmenübernahme ist die Zahlung des Geldes angewiesen worden. Diese Betrugsmasche wird immer häufiger angewandt berichtet die Polizei. So hätten die Betrüger bei zwei weiteren Unternehmen in Erfurt keinen Erfolg gehabt.

Die Täter gehen sehr professionell vor und geben sich als Bevollmächtigte aus. Sie gaukeln den Mitarbeitern vor, dass eine dringende und geheime Geldüberweisung schnell und unauffällig durchgeführt werden muss. Sie bauen großen Druck auf. Dadurch werden auch erfahrene Buchhalter zur Überweisung von Millionenbeträgen bewegt.

Die Polizei rät, Mitarbeiter zu sensibilisieren und Kontrollmechanismen einzuführen. Hier die Tipps der Polizei:

  • Prüfen Sie die Präsentation der eigenen Firma und der Mitarbeiter im Internet. Kontrollieren Sie Soziale Medien, ob dort zu viele Details veröffentlicht werden.
  • Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter: Kriminelle versuchen Ihre Firma auszuspähen. Per Email und per Telefon unter Vorspiegelung einer falschen Identität werden Firmeninterna erfragt.
  • Was ist im Handelsregister (Unterschriften), was wird über den Aufenthalt der Firmenleitung und die Solvenz des Unternehmens veröffentlicht?
  • Prüfen Sie ob beleghafte Überweisungen notwendig sind. Verifizieren Sie Zahlungsaufforderungen beim Auftraggeber. Nutzen Sie dazu einen zweiten Kommunikationskanal.
  • Überprüfen Sie die Absender - E-Mail - Adresse
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  • Antwort - E-Mail - Adressen von Hand eingeben - im Zweifel nicht die Antwortfunktion aus der E-Mail - Anwendung nutzen.
  • Umgang mit Ausspähversuchen: Briefen Sie die Mitarbeiter in der Telefonzentrale: Was wird an persönlichen Daten herausgegeben - was nicht. (Vornamen, Nachnamen, Durchwahl, Funktion, usw.)
  • Identitätscheck mit dem Kommunikationspartner realisieren
  • Wenn es zum Vorfall kommt: Durch schnelle Information zunächst an Banken und dann sogleich an die Polizei kann versucht werden, die Überweisungen anzuhalten. Mitarbeiter sollten nach dem Vorfall betreut werden.
  • Das Bundesaufsichtsamt für das Finanzwesen (BaFin) erteilt keine Zahlungsaufträge.