15 Jahre Zughafen im Thüringen Talk

Die Schattenseite der Medaille

Andie Welskop, Andreas Möckel aka D!RTY25, René Kolditz mit Christian Weirich © Redaktion
Andie Welskop, Andreas Möckel aka D!RTY25, René Kolditz mit Christian Weirich © Redaktion
Autor: Lisa Schirmer | Datum: 19.05.2017
Andie Welskop,Geschäftsführer Zughafen und ehemaliger Cluesomanager, Andreas Möckel aka D!RTY25 und René Kolditz sprechen mit unserem Reporter Christian Weirich über den Beginn und die Entwicklung ihres Projektes.

Der Zughafen ist nicht nur in Erfurt ein Begriff. Mit dem Künstler Clueso hat sich die Talentschmiede in ganz Deutschland einen Namen gemacht. Jetzt feiert der Zughafen den 15 Geburtstag, allerdings ohne das „Zugpferd" Clueso. Der Künstler trennte sich von Manager, Band und auch vom Zughafen, um Berlin zu seinem neuen Lebensmittelpunkt zu machen.

Im Thüringen Talk erzählen uns Andie Welskop, Andreas Möckel und René Kolditz wie alles begann.

20 verletzte Daumen und 6.000 Arbeitsstunden

Vor 15 Jahren nahmen die Freunde ein Mietangebot von der Deutschen Bahn an und renovierten mit Schweiß und Blut Etage für Etage des Zughafens. Die Gruppe war direkt von der Immobilie und der Atmosphäre begeistert. Die Entscheidung eine "Künstlerschmiede" zu erschaffen, war eine spontane Entscheidung. Vor allem am Anfang lief nicht immer alles rund. Da der Zughafen ohne staatlichen Zuschuss überleben musste, war das Geld oftmals knapp. Sie hatten immer einen Gedanken im Hinterkopf: Scheitern ist jederzeit möglich.

Mit "Gewinner" war ein neuer Horizont aufgegangen

Die Single "Gewinner" von Clueso war eine Wendepunkt in der Geschichte des Zughafens. Die Künstler sagen selbst, dass sie ohne dieser Single wahrscheinlich pleite gegangen wären. Inzwischen bietet das Gelände Raum für 40 Firmen, Künstler und Musiker.


Each One Teach One

Das ist die Philosophie des Zughafens. Sie möchten motivieren, möchten ihr Umfeld begeistern. Noch heute spürt man die gleiche Energie, wie am Anfang. Sie wollen Erfurt und Thüringen kulturell offener und interessanter machen. Ohne viel professionelle Unterstützung haben die Freunde um Andie Welskop es geschafft, Potenziale in Thüringen auszuheben und ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen dafür, dass Thüringen kulturell viel zu bieten hat und dass auch Quereinsteiger ihren Traum verwirklichen können.

Am Anfang waren es zehn Freunde, die Musik machen wollten und dann war es eine Produktionsfirma und jetzt ein kulturelles Zentrum. Geil, was aus dieser Idee geworden ist.
- Zughafen

15 Jahre begeistert der Zughafen jetzt schon, aber fertig sind sie noch nicht. Sie wollen dem "Zughafen eine neue Perspektive bieten – als kreativwirtschaftliches Netzwerk, als Kultur-, Kunst-, und Veranstaltungsort sowie als Akteur einer aktiven, kreativen, bewegenden und vernetzenden Integrationsarbeit."

Weitere Informationen zum Zughafen in Erfurt finden Sie auf www.zughafen.de