Student Sascha Lässig im Thüringen Talk

Das Herz an Afrika verloren

Foto: Sascha Lässig
Foto: Sascha Lässig
Autor: ANTENNE THÜRINGEN | Datum: 05.09.2016
Man nehme einen 25-jährigen Politikstudenten, eine Spiegelreflexkamera und Westafrika. Heraus kommen: Wunderschöne Fotos von Menschen und Natur. Sascha Lässig aus Großobringen im Talk mit Thüringen Reporter Adi Rückewold.

Sascha Lässig hat sich in Westafrika verliebt, speziell in Ghana. In seiner Zeit als Student der Politikwissenschaften an der Universität Jena verschlägt es den heute 25-Jährigen gleich mehrmals auf den Kontinent. Zuerst sind es wissenschaftliche Projekte, die Sascha als Fotograf begleitet. Dann sind es immer mehr die Menschen in Ghana, die den jungen Mann aus dem Weimarer Land faszinieren. Mit seinen Fotos gibt uns Sascha eine andere Sichtweise auf den schwarzen Kontinent.

Für Malaria gibt es einen Schnelltest in der Apotheke.

Ein Praktikum führte ihn nach Ghana, wo Sascha ein Projekt mit der Kamera begleitete. Sieben Wochen Aufenthalt, die nicht so schön endeten. Mit einem Kollegen erkrankte Sascha an Malaria. Zum Arzt ging er allerdings nicht, sondern verließ sich allein auf Medikamente. Dazu musste er stundenlang in einem überfüllten Bus fahren. "Die Geschwindigkeit der Fahrer macht einem Angst. Sie sagen aber: Wir haben vorher gebetet. Da passiert uns nichts."

Der Kleine hat mich mit seiner Neugier vom ersten Moment an komplett begeistert.

In Ghana war Sascha immer bei Gastfamilien untergebracht. Oder er machte Expeditionen ohne zu wissen, wo er nachts schläft. Die Menschen zu fotografieren, war vor allem auf Reisen gar nicht so leicht: "Es ist schwieriger, an die Leute ranzukommen. Teilweise reagieren sie gar nicht, wenn man sie fragt, ob man Bilder machen darf." Viele Fotos hat Sascha auch heimlich gemacht, ohne Erlaubnis, um die Situation nicht zu zerstören. Besonders fasziniert hat ihn ein kleiner 5-jähriger Junge, den er bei einer Gastfamilie kennengelernt hat. Er war sehr interessiert in dem, was Sascha tat und lernte auch ganz schnell, wie man so eine Spiegelreflexkamera bedient.

Sascha Lässigs kleiner Azubi. Foto: Sascha Lässig

Ohne WhatsApp geht in Ghana gar nichts.

Der Thüringer hat mittlerweile unzählige Freunde in Ghana. Sie kommunizieren über WhatsApp, was dort fast jeder hat. Die vielen Gruppenchats, in denen Sascha auf einmal war, konnten auch schonmal nerven. Dass er dazu auch noch kein Facebook hat, konnten viele nicht verstehen. Der 25-Jährige erzählte: "In Ghana hat fast jeder ein Smartphone. Das Netz ist jedenfalls besser als in Großobringen."

Diskutieren hilft nicht. Geh lieber weiter.

Doch Sascha bekam auch Rassismus zu spüren. Weiße sind aufgrund der kolonialen Geschichte und der wirtschaftlichen Ausbeutung nicht überall wollkommen. Trotzdem ist auch für die Ghanaer Europa ein Traumziel. "Viele denken bei uns wächst das Geld auf der Straße. Denn sie hören nur positive Berichte ihrer Landsleute. Afrikaner, die es bei uns nicht zu Wohlstand geschafft haben, brechen den Kontakt zu ihen Verwandten ab oder lügen ihnen etwas vor. So entsteht das einseitige Bild von uns Europäern.", sagt der Politikstudent, der dieses Thema zu seiner Masterarbeit macht.

Hier sehen Sie Sascha Lässigs schönste Bilder.

Zur Homepage