Dr. Olaf Bach im Thüringentalk mit Bettina Ehrlich

Arzt aus Leidenschaft hilft Menschen in Afrika

Dr. Olaf Bach im EIinsatz in Afrika, Foto: Olaf Bach
Dr. Olaf Bach im EIinsatz in Afrika, Foto: Olaf Bach
Autor: Maribel De La Flor | Datum: 27.02.2017
Seit über 20 Jahren reist der Mediziner nach Malawi und rettet dort Leben.

Olaf Bach ist ein leidenschaftlicher Mediziner. Er ist Chefarzt am Sophien- und Hufelandklinkum in Weimar und verantwortlich für drei Stationen, die Notfallambulanz und ganz normale Sprechstunden. Doch mindestens zwei Mal im Jahr zieht es ihn für sechs Wochen nach Afrika. Dort füllt er seine Akkus wieder auf, aber nicht bei Safaris oder einem Strandurlaub. Er operiert und arbeitet in einem Krankenhaus in Malawi. Inzwischen gehört er seit mehr als 20 Jahren zum Team des Krankenhauses von Zomba.

Schon als Kind träumte er davon, irgendwann einmal in Afrika Menschen helfen zu können. Der erste Eindruck von dem Krankenhaus hatte den Mediziner einfach nur erschüttert.

Nie werde ich den Geruch und den Dreck in diesem Krankenhaus vergessen. Ich dachte, es ist doch unmöglich, wie hier Patienten vegetieren.

Lieber schnell handeln und ein Bein amputieren, bevor die Familie verhungert

"In Afrika kann ich Arzt sein, in seiner ganz ursprünglichen Form." Es geht darum, den Menschen schnell zu helfen und manchmal muss auch der Weimarer Chefarzt seinen medizinischen Ehrgeiz etwas zurückdrängen. "Wenn ein Familienvater mit einem kaputten Bein zu mir kommt, ist es manchmal besser, das Bein gleich zu amputieren. Wenn wir den Mann behandeln, bis alles auskuriert ist, dann ist seine Familie vielleicht verhungert."

Immer wieder kämpft das Team um Dr. Bach auch mit Rückschlägen. Korruption ist ein großes Problem. Ein Techniker zum Beispiel hatte Spendengelder einfach in die Tasche gesteckt und ist abgehauen. Das Geld war für die Beleuchtung im Operationssaal gedacht. Da war das Projekt Malawi kurz vor dem Scheitern. "Doch ein Kollege aus dem Krankenhaus in Afrika hat angerufen und gesagt, wenn ihr aufhört, dann stirbt hier alles." Er wird gebraucht und deshalb ist Bach auch sehr froh, dass ihm das Weimarer Klinikum die Freiheit gibt, ein Vierteljahr lang in Afrika helfen zu dürfen. 

Die Schwester rannte plötzlich aus dem OP 

Hin und wieder erlebt Olaf Bach Dinge, die er nicht für möglich gehalten hätte. Mitten während einer Operation verschwindet die OP-Schwester und kommt nicht wieder. Erst war er schwer enttäuscht. Dann erfuhr er, dass die Frau nach Haus rannte, um ihr Baby zu stillen. Sie hatte sich einfach nicht getraut, dem Doktor das zu sagen. 

Das eigene Leben riskiert

Ganz ungefährlich sind die Einsätze in Malawi natürlich auch nicht. Allein die Malaria ist eine tödliche Gefahr, wenn sie nicht schnell genug diagnostiziert und behandelt wird. Das hat Dr. Bach am eigenen Leib erfahren. Im Blut von uns Weißen reichen nämlich schon ganz wenige Parasiten aus und wir sind todkrank. Ein befreundeter Arzt hatte das Problem zum Glück erkannt und ihm das Leben gerettet.
Am 24. April geht es für den Arzt aus Leidenschaft wieder nach Zomba. Dann gehören unter anderem auch eine Physiotherapeutin und eine Kinderchirurgin zum Team, die zusammen mit Olaf Bach alles daran setzen, in Afrika Menschenleben zu retten. 

Weitere Informationen unter: 

zomba-hospital-ev.de