A9 Bratwurststreit: Petition gestartet - Behörde droht mit Zwangsgeld

Ich gehe auch ins Gefängnis

Bratwurststreit A9
Bratwurststreit A9
Autor: Elke Schröder | Datum: 16.06.2017
Der Kampf geht weiter! Minütlich mehr Fans der Bratwurst-Rebellin. Behörden bleiben hart -jetzt droht ein Zwangsgeld.

Jetzt muss die Chefin ran! Der Streit um den Bratwurstverkauf an der A9 soll auf den Schreibtisch von Angela Merkel. Dazu hat Imbiss-Betreiberin Christina Wagner eine Online-Petition gestartet. "Diese Petition wird versendet an: Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl 2017 Angela Merkel (CDU)". Mehr als 11.000 Unterschriften (Stand 19.06.2017).

50.000 für die Bratwurst an der A9?

Jetzt gilt es für Christina: 50.000 Unterschriften zu sammeln. "Natürlich geht es auch um eine Existenz, aber es geht auch um ein Stück Freiheit in unserem Land und darum, dass wir selbst entscheiden können, wo und was wir essen -  oder wo wir eine Pause machen möchten, um uns zu erholen", schreibt Christina Wagner in ihrer Petition.

Hier geht es zur Petition - bitte anklicken

Petition Bratwurst

 

Darum unterschreiben Menschen

Über 5.000 sind es schon (Stand 15.06), die Christinas Kampf für die älteste Autobahnraststätte unterstützen. Dass sie mit ihrem Verkauf gegen Recht und Gesetz verstößt, wollen ihre Befürworter nicht als letztes Wort gelten lassen.

Das sind ihre Argumente:

  • Weil es sich um ein Stück deutscher Zeitgeschichte handelt, welches selbst die DDR überlebt hat (Viele historische alte Gebäude waren dem Verfall preisgegeben oder wurden platt gemacht und durch Betonbauten ersetzt) ...
  • Zum Schutz gegen Behördenwillkür...
  • Die Rastplatz Verordnung ist rein Lobbyarbeit und muss zum Wohle der Gemeinschaft überarbeitet werden...
  • Die erste deutsche Raststätte muß erhalten werden! Sie ist als auch "Denkmal" zu betrachten!
  • 1. Historischer Hintergrund der Geschichte..finde sowas muss erhalten bleiben. 2. Ehemalige Heimat dort Zugehörigkeit. 3. Sau lecker !!!
  • Das sind vor allem behördlicher Starrsinn und Rechthaberei, wie unschwer am Zaun zu erkennen ist.
    «Wir kriegen dich und wenn's sein muss mit allen Mitteln»

Wie funktionieren Petitionen? Wir haben hier alle Infos für Sie zusammengefasst.

Behörde bleibt hart - Bußgeld angedroht

"Wir haben Frau Wagner gebeten, das zu unterlassen", sagt der Präsident des Landesamtes für Bau und Verkehr, Markus Brämer. Fakt ist. Die Behörde ist im Recht, denn Christina Wagner hat vor Gericht verloren - bis in die letzte Instanz - und damit alle Rechtsmittel ausgeschöpft. Das Thüringer Oberverwaltungsgericht (OVG) hat das letzte Machtwort im jahrelangen Rechtsstreit gesprochen. "Das OVG ließ eine Berufung der Imbissbetreiberin Christina Wagner gegen ein entsprechendes Urteil der Vorinstanz nicht zu (Az. 1 ZKO 468/16). Die Familie Wagner kann das Haus als Waldgaststätte für Ausflügler betreiben, aber ein Verkauf an Nutzer des Autobahnparkplatzes ist nicht gestattet", sagt Brämer.

Wir haben berichtet: Es ist vorbei! Zaun-Rebellin hat vor Gericht verloren.

"Ich gehe lieber ins Gefängnis"

Die Zaun-Rebellin verkauft ihren Kaffee und Bratwürste weiter. "Da kommen jetzt immer mehr Autofahrer, die mich einfach nur unterstützen wollen".

SPIEGEL TV-Magazin-Beitrag (2014)