Bund versteigert Transrapid

Hol dir einen Zug!

Autor: ANTENNE THÜRINGEN | Datum: 10.10.2016
Der Trend geht zum eigenen Zug?

Natürlich habe ich mit der Eisenbahn gespielt - als Kind - und später als Vater:-) ABER vergessen Sie die Miniausgaben - holen Sie sich einen echten Zug - in Lebensgröße. Klingt schon merkwürdig: Der Bund versteigert einen Transrapid. 75 Meter lang, 170 Tonnen schwer und Platz für 449 Menschen. Was kostet das Ding? Das wird sich zeigen - ein Mindestgebot gibt es nicht. Wirklich gebrauchen können eigentlich nur die Chinesen das Teil. In Schanghai fährt der Transrapid nämlich seit 2004 im Regelbetrieb - bei uns hat er es nicht über die Testphase geschafft. Aber es kann natürlich auch sein, dass ein richtig reicher Zugfan mit sehr großem Vorgarten sich den Transrapid als Sammelobjekt leistet, um so richtig anZUGeben. LG Jens May

Was Sie jetzt noch wissen müssen:

  • Die Magnetschwegebahn soll am 25. Oktober unter den Hammer kommen.
  • Bieter müssen sich vorher im Internet anmelden
  • Am 11.10.16 ist Besichtigungstermin in der Betriebsstätte Lathen in Niedersachsen.
  • Ersteigert man den Transrapid Zug, muss dieser per Schwertransport über Landstraße transportiert werden.
  • Wird der Zug ersteigert, hat dennoch der Bund das letzte Entscheidungsrecht und beschließt, ob der Zug an den Höchstbietenden geht.
  • Gebotsschein aussfülllen und am 25.10. nach Frankfurt am Main mitbirngen. Den Gebotsschein gibt es online auf der Seite des Verwertungsunternehmens des Bundes.

Transrapid 09 - was war das nochmal genau?

Der Transrapid 09 ist das letzte in Deutschland entwickelte und auf der Transrapid-Versuchsanlage in Lathen erprobte Fahrzeug. Der fahrerlos betriebene Zug besteht aus drei Teilen, bietet Sitzplätze für maximal 449 Menschen und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 500 Kilometern pro Stunde. Die 75 Meter lange und 170 Tonnen schwere Magnetschwebebahn kann einzeln oder im Paket erworben werden.

Der Transrapid galt lange als eines der sichersten Verkehrsmittel. In Deutschland wurde die Magnetschwebetechnik jedoch nie kommerziell genutzt.

Transrapid-Drama

Am 22. September 2006 waren bei einem Unfall auf der Transrapid-Teststrecke im Emsland 23 Menschen ums Leben gekommen, zehn wurden zum Teil schwer verletzt. Grund war menschliches Versagen. Auf der Strecke war ein Wartungswagen vergessen worden. Mit Tempo 170 prallte der Transrapid auf das Hindernis. Das Trümmerfeld erstreckte sich über mehrere Hundert Meter.