Wie ist die Rechtslage beim Punktehandel?

Verkehrssünder verkaufen Punkte

Symbolfoto Geschwindigkeitskontrolle, Foto: Polizei Thüringen
Symbolfoto Geschwindigkeitskontrolle, Foto: Polizei Thüringen
Autor: Franziska Fritsch | Datum: 10.07.2017
Gegen Geld können Raser ihre Punkte bei Internetagenturen verkaufen.

Ein Strohmann übernimmt die Punkte in Flensburg. Ob dieses fragwürdige Geschäft legal ist und ob sich die Trickser strafbar machen, ist unklar. Um diese Machenschaften zu beleuchten, hat sich Finanztest damit beschäftigt.

Wie funktioniert der Punktehandel?

Im Internet gibt es zahlreiche Angebote, Punkte an andere Führerscheinbesitzer weiterzugeben. Blitzerfotos sind oft nicht eindeutig, deswegen können Strohmänner die Punkte in Flensburg für Raser übernehmen. Der Strohmann füllt den Anhörungsbogen aus und sendet ihn an die Bußgeldstelle. Er übernimmt die Strafe und die Punkte. Sind die Abweichungen in Aussehen, Alter und Geschlecht gering bzw. stimmen überein, geht der Vorgang durch. Deswegen suchen Agenturen Personen in der Umgebung des Temposünders, der möglichst gut auf das Blitzerfoto passt.

Die Kosten für den Punktehandel

Neben Bußgeld und Gebühren zahlt ein Betroffener für eine Geschwindigkeitsüberschreitung über 31 km/h beispielsweise 400 Euro an die Agentur. Ein Monat Fahrverbot kann 300 Euro kosten. Dazu kommen Bearbeitungsgebühren von etwa 100 Euro. Insgesamt sind das gut 1.000 Euro. 

Ist das Ganze erlaubt?

Zum Thema Punktehandel liegt kein offizielles Urteil vor. Daher kann man nicht eindeutig sagen, wie Gerichte entscheiden. Allerdings bezichtigt sich beim richtig durchgeführten Punktehandel nur der Strohmann selbst. Und die Selbstbezichtigung ist eine Ordnungswiedrigkeit und keine Straftat. Daher handelt es sich beim Punktehandel wohl um eine Grauzone, bei der eine Gesetzeslücke besteht. 

Alle Informationen auf der Seite von test.de