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EU schafft Roaming-Gebühren ab

Abschaffung der Roaming-Gebühren im EU-Ausland © Pixabay
Abschaffung der Roaming-Gebühren im EU-Ausland © Pixabay
Autor: schidlo | Datum: 19.06.2017
Seit dem 15. Juni dürfen Anbieter keine Zusatzgebühren für Telefonate, SMS-Versand und mobilen Internetzugang im EU-Ausland mehr verlangen.

Wir haben für Sie die wichtigsten Infos des ADACs zusammengefasst:

Was ist Roaming?

Roaming bedeutet, dass sich ein Handy mit jedem weiteren Mobilfunknetz verbinden kann, das nicht das Heimnetz ist. Also auch im Ausland. Für die Nutzung des fremden Netzes muss der Anbieter Geld bezahlen, das über die Roaming-Gebühren an die Kunden weitergegeben wird.

Was ändert sich nun?

Ab Donnerstag, dem 15. Juni, dürfen Anbieter keine Zusatzgebühren für Telefonate, SMS oder mobile Internetnutzung im EU-Ausland verlangen. Das gilt in allen EU-Staaten sowie in Island, Norwegen und Lichtenstein. 

Das Bedeutet: Ab sofort kann man auch im EU-Ausland seinen gewohnten Tarif benutzen, ohne weitere Kosten befürchten zu müssen.

Außerhalb von Europa, beispielsweise in der Türkei oder in der Schweiz, können nach wie vor Roaming-Gebühren erhoben werden.

Gibt es Grenzen für die Nutzung im Ausland?

Ja, denn die Europäische Union will verhindern, dass EU-Bürger einen günstigen Vertrag im EU-Ausland abschließen und diesen dauerhaft in ihrem Heimatland nutzen. Deswegen gibt es die sogenannte "Fair-Use"-Klausel.

Nutzer, die sich innerhalb eines Beobachtungszeitraums von vier Monaten mehr als zwei Monate im EU-Ausland aufhalten und dort überwiegend Roaming-Dienste nutzen, dürfen vom Anbieter verwarnt werden und müssen innerhalb von zwei Wochen eine "faire Nutzung" – also einen überwiegenden Aufenthalt und eine überwiegende Nutzung im Inland – nachweisen.

Gilt die Regelung überall?

Nein, außerhalb der EU gilt die Verordnung nicht. Auch für die Schweiz, die Isle of Man, die britischen Kanalinseln und Länder wie San Marino, Andorra und Monaco gilt die EU-Verordnung nicht. Manche Provider ordnen diese Gebiete trotzdem der EU-Länderliste zu, andere aber nicht.
Tipp, um Kostenfallen zu vermeiden: Deshalb dort lieber die Datenverbindung und die Mailbox-Weiterleitung deaktivieren. Machen Sie beispielsweise Urlaub im Grenzbereich zur Schweiz, sollten Sie Ihr Handy auf manuelle Netzauswahl umstellen. Ansonsten kann sich das Telefon unbemerkt im Netz des Nachbarlands anmelden und das kann richtig teuer werden. Deswegen sollten Sie immer die Hinweis-SMS Ihres Providers lesen und beachten, was darin steht, bevor Sie mobile Daten und Co. nutzen. 

Welche Regeln gelten bei einer Kreuzfahrt, zum Beispiel von Spanien nach Griechenland?

Auf dem Schiff können für Verbraucher auch innerhalb der EU hohe Kosten entstehen. Denn die EU-Verordnung gilt auf vielen Kreuzfahrtschiffen nicht. Eine Gesprächsminute kann bis zu 10 Euro kosten.
Tipp, um Kostenfallen zu vermeiden: Gucken Sie vor Abreise lieber in die Vertragsdetails oder fragen Sie beim Reiseanbieter nach, sonst könnte Sie eine hohe Rechnung erwarten. Und auch hier gilt: Stellen Sie die automatische Netzwahl lieber aus.

Weitere Infos finden Sie auf www.adac.de