Den Anfang machten leicht radioaktive Schecks

50 Jahre Geldautomat

Geldautomat, Foto: pixabay
Geldautomat, Foto: pixabay
Autor: Franziska Fritsch | Datum: 27.06.2017
Er ist nicht mehr wegzudenken - der Bankautomat. An jeder Ecke können wir mittlerweile Geld abheben und das nur mit EC-Karte und PIN.

Allein in Deutschland können Verbraucher an etwa 60.000 Automaten Geld abheben. Das ermöglicht Unabhängigkeit von den Schalterzeiten einer Bank und in Zeiten von Online-Banken, ist es die einzige Möglichkeit an Geld zu kommen. Aber die Erfindung des Geldautomaten ist gerade mal 50 Jahre alt und so kam es zur Idee.

Woher kommt die Idee des Geldautomaten?

Die Idee hatte der Schotte John Shepherd-Barron im Frühjahr 1965 in einer Badewanne, wie er selbst dem Sender BBC verriet. An diesem Tag war ihm das Bargeld ausgegangen und die Bank hatte wenige Minuten vor seiner Ankunft geschlossen. Also gab es erst mal kein Bargeld für ihn. Da kam ihm der Gedanke: Warum gibt es Automaten für Schokoriegel, aber keine, aus denen man Geld ziehen konnte. Damit war die Idee da - ein Automat, der einem unabhängig von der Uhrzeit Bargeld liefern konnte. Er schlug es der britischen Großbank Barclays vor, die sofort zusagte.

Erfolglose Versuche eines Bankautomaten gab es schon vorher, aber erst mit Shepherd-Barron fing die Idee an, sich durchzusetzen.

Wie funktionierte der Geldautomat früher?

Er überlegte sich einen Automaten, der Schecks prüfen und entwerten konnte. Die Anfänge kamen also ohne EC-Karten aus. Kunden mussten die leicht radioaktiven Schecks in den Automat schieben. Dann gab man eine Identifikationsnummer dazu ein und der entsprechende Wert an Bargeld kam raus.

Warum eine vierstellige PIN?

Eigentlich hatte der Erfinder eine sechsstellige PIN zur Identifizierung geplant. Doch wie er sich selbst erinnerte, schlug er dies seiner Frau am Küchentisch vor und die meinte: Sie könne sich nur vier Ziffern merken. Ihretwegen sind unsere PINs nun also vierstellig.

Wo gab es den ersten Geldautomat?

Der erste Automat nach der Idee von Shepherd-Barron ging im Juni 1967 in Enfield in Betrieb. In Deutschland wurde der erste Geldautomat am 27. Mai 1968 in Tübingen aufgestellt. Nur 1.000 ausgewählte Kunden durften ihn nutzen. Hier war sogar noch mehr Ausrüstung zum Abheben nötig: ein Spezialschlüssel für den Tresor, eine Identifikationskarte und Auszahlungsbelege in Form von Lochkarten. Mit diesem Gepäck konnten die Kunden bis zu 400 DM abholen.