Herde mit 650 Schafen und 70 Ziegen angegriffen

Erneut tot gebissene Schafe im Thüringer Wolfsgebiet

Schafsherde angegriffen - Symbolfoto redaktion pixabay
Schafsherde angegriffen - Symbolfoto redaktion pixabay
Autor: Elke Schröder | Datum: 30.08.2017
Ob es wieder der Wolf war, muss noch untersucht werden.

Im Wolfsgebiet bei Ohrdruf sind erneut vier gerissene Schafe gefunden worden. Außerdem wurden vier Schafe durch Bisse verletzt, teilte das Umweltministerium mit. Ob es sich tatsächlich um eine Wolfsattacke handelt, werde jetzt geprüft. Seit Juli häufen sich im Gebiet um das Bundeswehrgelände Angriffe auf Schafe und Ziegen. Laut Ministerium wurden dabei 50 Tiere totgebissen oder mussten getötet werden. Bei vier derartigen Vorfällen wurde ein Wolf als Verursacher bestätigt.

Angriff in der Nacht zum Montag

Die 650 Schafe und 70 Ziegen geraten in Panik. Sie brechen aus ihrem Nachtpferch aus.  Vier Schafe werden gerissen - vier durch Bisswunden schwer verletzt.

Im Juli und August 2017 kam es im Umkreis um den Standortübungsplatz Ohrdruf mehrfach zu Rissen, denen rund 50 Nutztiere zum Opfer gefallen sind. Bei den Rissen am 9. und 29. Juli sowie dem 10., 11. August ist der Wolf als Verursacher bestätigt. Bei den Rissen in der vergangenen Woche steht das Ergebnis der Genuntersuchung noch aus, so das Umweltministerium.

Hintergrund

Bereits vor der Sichtung des ersten Wolfs im Jahr 2013 in der Nähe von Jena hatte Thüringen einen Managementplan für den Wolf erarbeitet. Im Juni 2015 wurde das erste Wolfsgebiet in Thüringen ausgewiesen. Es umfasst einen Radius von 30 Kilometern um das Zentrum des Standortübungsplatzes Ohrdruf. Tierhalter im Wolfsgebiet können für Präventionsmaßnahmen wie Schutzzäune, Untergrabungsschutz, Herdenschutzhunde etc. mit bis zu 75 Prozent gefördert werden. Die Richtlinie für die Förderung von Präventionsmaßnahmen und für die Schadensregulierung ist auf der Homepage des Umweltministeriums unter http://www.thueringen.de/th8/tmuen/naturschutz/wolf-luchs/index.aspxb verfügbar