Gift-Eier in 12 Bundesländern - auch in Thüringen

Aldi nimmt sämtliche Eier aus dem Verkauf

Eier Foto pixabay
Eier Foto pixabay
Autor: Elke Schröder | Datum: 04.08.2017
In fast allen deutschen Bundesländern wurden inzwischen belastete niederländische Eier gefunden.

Im Skandal um giftbelastete Eier nehmen Aldi Süd und Aldi Nord deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf. Das teilten die Unternehmensgruppen am frühen Morgen mit. Es handele sich um eine "reine Vorsichtsmaßnahme", hieß es weiter. 

Was Sie als Verbraucher jetzt wissen müssen:

In Thüringen wurden belastete Öko-Eier verkauft. Hier die Prüfnummer

Printnummer auf dem Ei: 0-NL-4352602 MHD 25.07.2017 - 22.08.2017

  • Was ist Fipronil?
    Fipronil ist ein Gift, das Insekten sehr schnell töten kann. Es wird eingesetzt, um Pflanzen gegen Schädlinge zu schützen oder Haustiere von Parasiten wie Flöhen, Läusen oder Milben zu befreien. Als Pflanzenschutzmittel darf es in Deutschland nur mit einer Ausnahmegenehmigung angewendet werden. In der Tiermedizin ist es nur bei solchen Tieren zulässig, die keine Lebensmittel liefern. Es hätte also nie in die Hühnerställe gelangen dürfen.
  • Welche Auswirkungen hat Fipronil auf Menschen?
    In höheren Dosen kann Fipronil zu Augenreizungen und Kopfschmerzen führen. Die Symptome ebbten in aller Regel von allein wieder ab.
  • Wie kann man verseuchte Eier erkennen?
    Anhand der Stempel-Nummern kann man selbst überprüfen, ob Eier im Kühlschrank mit dem Insektizid Fipronil belastet sind. Alle Prüfnummern findet man auf dem Internet-Portal www.lebensmittelwarnung.de.
  • Ist auch vergiftetes Hühnerfleisch im Handel?
    Soweit bekannt nicht. Zwar ist auch das Hühnerfleisch der Legehennen belastet, welche die vergifteten Eier gelegt haben. Da jedoch Legehennen nicht für den Verzehr geschlachtet werden, besteht in dieser Hinsicht keine Gefahr.
  • Was ist mit Nudeln? Fipronil wird nicht abgebaut, wenn die Eier gekocht oder gebacken werden. Das heißt, dass Lebensmittel, in denen belastete Eier stecken, prinzipiell genauso viel Fipronil enthalten wie die verarbeiteten Eier selbst. Doch wie viel etwa in einer Portion Eiernudeln steckt, hängt von der Menge Eier ab, die verarbeitet wurden. Woher verarbeitete Eier in Lebensmitteln stammen, ist für Verbraucher allerdings in der Regel nicht nachvollziehbar. Die niederländische Lebensmittelkontrollbehörde NVWA kontrolliert bereits Nahrungsmittel, die Eier enthalten.
  • Ich habe verseuchte Eier gekauft. Was nun?
    Die Verbraucherzentrale rät, die Eier zum Händler zurückzubringen. Dort können Sie Ersatz verlangen oder Ihr Geld zurückfordern. Denn die belasteten Eier werden ohnehin von den Einzelhändlern zurückgeholt. Natürlich können Sie die Eier auch einfach im Müll entsorgen.
  • Ich habe ein vergiftetes Ei gegessen! Was nun?
    Laut dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR) sind nur Kinder und Kleinkinder gesundheitlich gefährdet. Sie sollten die giftigen Eier nicht essen. Sofern sie doch verzehrt wurden, sollte eine Arzt zu Rate gezogen werden, da das Gift „Fibronil" auf das Nervensystem wirkt.

Welche Eier wurden bisher mit Fipronil belastet? Hier die Prüfnummern.

1-NL 4128604, 1-NL 4286001, 0-NL 4392501, 0-NL 4385501, 2-NL-4015502, 0-NL-4310001, 1-NL-4167902, 1-NL-4385701, 1-NL-4339301, 1-NL-4339912, 2-NL-4385702, 1-NL-4331901, 2-NL-4332601, 2-NL-4332602, 1-NL-4359801.

Experten erwarten, dass die Zahl - zumindest direkt in den Niederlanden - noch steigen werde, da noch nicht alle Testergebnisse der 180 gesperrten Betriebe vorlagen