Ohne Zucker kein Leben, zu viel Zucker schlecht für die Gesundheit

Nachgefragt: Zucker

Bild: Adobe Stock  Focus Pocus LTD
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Zucker ist überall drin, aber woran erkennen Sie es! Wo fängt ungesund an? Was sind Alternativen? Wir beantworten Ihre Fragen und klären auf. Eine Woche - unser Thema.

Rotkohl aus dem Glas, Kinderjoghurt und fertige Currywurst – diese Lebensmittel haben eine Sache gemeinsam. Sie enthalten sehr viel Zucker, den man darin nicht vermutet. Allein für Zucker gibt es in Deutschland 70 unterschiedliche Begriffe und bei denen den Durchblick zu behalten, ist nicht so einfach.

Sie haben Fragen? Schreiben Sie uns an studio@antennethueringen.de, oder rufen Sie einfach an: 0800 5 55 25 50


Ernährungsphysiologe Prof. Dr. Gerhard Jahreis von der Uni Jena

Kind mit Eis. Quelle: Pixabay

Dr. Gerhard Jahreis ist Ernährungsphysiologe in Jena. Und er sagt - egal, wie wir Zucker austauschen ... durch Honig, Stevia oder auch Agavendicksaft ... sie sind alle unterschiedlich gut, haben aber alle ein gemeinsames Problem: Sie schmecken einfach nicht nach dem Zucker wie wir ihn gewohnt sind. Er hat uns Fragen zu unseren Gewohnheiten in Sachen Zucker beantwortet:

Wofür braucht der Körper Zucker?

Kann unser Körper zwischen normalem Zucker und Ersatzprodukten unterscheiden?

Erziehen wir Kindern das Verlangen auf Zucker an?

Wie kann man Zuckerersatzstoffe einsetzen?


Ernährungsexperte Matthias Steiner

Foto: Matthias Steiner Facebook

Bei der Diagnose "Diabetes" im Jahr 2000 wurde ihm gesagt, er müsse mit dem Leistungssport aufhören. Doch Matthias kämpfte weiter und schaffte das fast Unmögliche. 2008 Olympiasieger und 2010 sogar Weltmeister im Gewichtheben. Trotz seines Handicaps hat er all das geschafft und ist seither ein großes Vorbild für Menschen mit Diabetes.
Infos zu Matthias Steiner: 

www.steinertainment.com

Was bedeutet Diabetes Typ 1 für Ihren Alltag?

Wann und wie kam es zur Diagnose?

Welche Typen von Diabetes gibt es und wie unterscheiden sie sich?


Tabea Dorendorf, Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Thüringen

Zucker. Quelle: pixabay

Unser Körper ist an Zucker gewohnt und egal, was Sie als Ersatz nehmen, irgendwann kommt der Punkt, an dem es nicht mehr schmeckt ... und das ist nicht das einzige Problem, sagt Tabea Donndorf von der Thüringer Verbraucherzentrale. "Light" Produkte sieht sie kritisch. Steht auf Lebensmitteln "light", heißt das nicht gleich gesund. Gesetzlich ist hierbei lediglich vorgeschrieben, dass ein bestimmter Nährstoff 30% geringer sein muss. So kann es zwar sein, dass ein "light" Produkt 30% weniger Fett enthält, jedoch gleichzeitig nicht auch weniger Zucker. Ihr Tipp immer auch auf die Kalorienangaben bei Lightprodukten achten.

Was sagen Sie zum Zuckerkonsum der Deutschen?

Warum ist Zucker in so vielen Lebensmitteln?

Was sind typische Zuckerfallen?

Wie hat man seinen Zuckerkonsum im Blick und wie kann man ihn reduzieren?


Steffen Steinbrück vom Verband Sächsisch-Thüringischer Zuckerrübenanbauer e.V. und Vorstand der Erzeugergenossenschaft Neumark e.G

Zuckerrübe. Quelle: pixabay

Die Erzeugergenossenschaft Neumark e.G. baut Zuckerrüben und andere Agrarprodukte an. Aus 10.000 Tonnen Zuckerrüben werden dabei 2.000 Tonnen Zucker und das allein in Neumarkt. Steffen Steinbrück hat mit uns über den Erzeugungsprozess von Zucker gesprochen und erzählt wie er als Produzent zum Thema Zucker steht.

Wie wird aus einer Zuckerrübe Zucker?

Was halten Sie von Zuckerersatzstoffen?

Sie produzieren etwas, dass alle wollen, wovon Sie aber auch wissen, dass es nicht für alle gut ist. Wie gehen Sie damit um?


32 Kilo Zucker pro Jahr isst jeder Deutsche

In vielen Produkten, die tagtäglich konsumiert werden, ist Zucker enthalten. Bei manchen ist man sich dieser Sache bewusst, beispielsweise bei Schokolade oder süßen Getränken. Aber andere Lebensmittel sind regelrechte Zuckerfallen. In einem vermeintlich gesunden Knuspermüsli erwartet ein Verbraucher nicht unbedingt 8 bis 9 Stück Würfelzucker in einer Portion, mit der man wirklich satt wird. Deshalb sollten sich die Konsumenten bewusst machen, wie viel Zucker in einzelnen Lebensmitteln enthalten ist. Vor allem hochverarbeitete Lebensmittel wie Schokoriegel, Softdrinks und fertige Soßen enthalten viel Zucker. Laut Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte jeder Mensch pro Tag etwa 50 Gramm Zucker pro Tag zu sich nehmen. Bei den Deutschen sind es in der Realität aber etwa 90 Gramm pro Tag pro Person, dass macht auf ein Jahr gerechnet etwa 32 Kilo Zucker. Viel zu viel.

Ohne Zucker kein Leben

Prinzipiell ist Zucker kein Gift. Unser Körper ist sogar auf Zucker angewiesen, um zu überleben. Wie bei vielen Dingen, kommt es auf die Menge an. Tabea Dorndorf Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung bei Verbraucherzentrale Thüringen rät zum Beispiel, sich den eigenen Zuckerkonsum über ein Ernährungstagebuch vor Augen zu führen. Diese werden kostenlos im Internet angeboten. (foodplaner.de und yazio.de) Dieses führen Sie dann für 2 bis 3 Tage und haben einen Überblick, wo Sie wann und womit wie viel Zucker zu sich nehmen. Das dient als Grundlage den eigenen Zuckerkonsum zu Hinterfragen und eventuell zu reduzieren. Die App „Süßmacher unter der Lupe" der Verbraucherzentrale hilft Ihnen dann direkt, Zuckerfallen zu erkennen.

www.verbraucherzentrale-bawue.de